Zurück in die Neunziger, aber mit HDMI
THEA1200 heißt der Rechner, der den Commodore Amiga 1200 in neuem Gewand zurückbringt. Hersteller ist Retro Games Ltd., der Preis liegt bei 189,99 Euro, die Vorbestellung läuft. Ursprünglich war der Start für den 16. Juni 2026 vorgesehen, dieser Termin wurde auf den 4. Dezember 2026 verschoben. Damit ist klar, wann die Replica tatsächlich in den Wohnzimmern stehen soll.
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Full-Size-Replica des Amiga 1200 mit einer Tastatur im Stil des Originals
- HDMI-Ausgang und USB-Anschlüsse für moderne Anzeigen und Eingabegeräte
- 25 Klassiker sind bereits vorinstalliert, ein Plug-and-Play-Rechner also
- 189,99 Euro kostet die Vorbestellung
- Hersteller ist Retro Games Ltd., ein klassischer Publisher ist nicht beteiligt
Was die Replica von einem Emulator-Rechner unterscheidet
Anders als eine Software-Lösung auf dem PC setzt THEA1200 auf eigene Hardware in Gehäuseform. Die Tastatur soll dem Original nachempfunden sein, der Anschluss an moderne Fernseher oder Monitore läuft über HDMI. Über USB lassen sich Joysticks und Eingabegeräte nachrüsten, ohne auf Original-Peripherie angewiesen zu sein. Wer den Rechner auspackt, muss nach Angaben des Herstellers keine Disketten mehr einlegen, weil die Spiele bereits an Bord sind.
Der Amiga 1200 und warum er bis heute nachhallt
Der Amiga 1200 erschien in den 1990er Jahren und war für viele Haushalte der Einstieg in eine Computerwelt jenseits von Büroarbeit. Die Amiga-Reihe von Commodore hatte sich zuvor mit Modellen wie dem Amiga 500 eine große Fangemeinde in Europa aufgebaut, besonders in Deutschland. Als Commodore wirtschaftlich in Schwierigkeiten geriet, endete die Ära der Amiga-Computer, ohne dass es einen echten Nachfolger gab. Genau diese Lücke ist der Grund, warum Replicas heute überhaupt eine Käuferschaft finden.
Retro Games Ltd. als Hersteller
Retro Games Ltd. ist auf Nachbauten klassischer Computer und Konsolen spezialisiert und tritt bei THEA1200 als verantwortliches Unternehmen auf. Ein Publisher im Sinne der Spielebranche ist nicht genannt, weil es sich um ein Hardwareprodukt handelt. Die Firma tritt damit in einem Markt auf, der in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist: Mini-Konsolen, Tastatur-Rechner und Plug-and-Play-Geräte für Klassiker. Bemerkenswert ist, dass THEA1200 in voller Größe gebaut wird und nicht als geschrumpfte Mini-Version.
Einordnung in den Retro-Markt
Der Markt für Retro-Hardware lebt von Erwachsenen, die mit diesen Geräten aufgewachsen sind und sie heute neu erwerben wollen. Replicas in Originalgröße mit modernen Anschlüssen sind dabei die komfortabelste Variante, weil kein Originalgerät gepflegt, gereinigt oder repariert werden muss. Plug-and-Play bedeutet in diesem Fall: auspacken, anschließen, spielen, ohne Konfiguration von Emulatoren. Der Preis von 189,99 Euro liegt im Bereich vergleichbarer Neuauflagen klassischer Heimcomputer.
Was Käufer einordnen sollten
THEA1200 ist ausdrücklich kein Nachfolger des Amiga im Sinne einer neuen Computergeneration. Es handelt sich um eine Wiederveröffentlichung in Form einer Replica, die den Look und die Spielerfahrung der Neunziger transportieren soll. Hinweise auf eine vollkommen neue Plattform oder ein eigenständiges neues Spiel gibt es in den verfügbaren Angaben nicht, dafür fehlt jede Bestätigung. Wer sich also ein modernes Computersystem mit Amiga-Erbe erhofft, wird hier nicht fündig; wer den Originalrechner nachbauen will, schon.
Termin, Preis und die Verschiebung
Der Start am 4. Dezember 2026 liegt gut zwei Jahre nach der ersten Ankündigung, die noch den Juni-Termin nannte. Eine Verschiebung dieser Größenordnung ist bei Retro-Hardware nicht ungewöhnlich, weil Produktion und Zulieferung kleiner Stückzahlen schwer zu planen sind. Für Vorbesteller bleibt der Preis von 189,99 Euro unverändert. Wer bis Dezember wartet, bekommt denselben Rechner, nur ohne das Risiko, dass sich der Termin erneut verschiebt.