Capcom hat bei der Capcom Open Conference RE: 2026 am 2. Oktober 2026 Pläne vorgestellt, die hauseigene RE Engine schrittweise zur REX (auch RE neXt Engine genannt) weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei Programmierung, Automatisierung und Qualitätssicherung. Wer jetzt an KI-generierte Charaktere, Texturen oder komplette Spiele denkt, liegt daneben. Die Meldung bezieht sich auf eine Engine- und Entwicklungsstrategie, nicht auf ein konkretes Spiel.
Die konkreten KI-Ziele
Laut den offiziellen Angaben soll künstliche Intelligenz künftig vor allem im technischen Unterbau helfen:
- Code verstehen und erzeugen: KI soll Programmieraufgaben übernehmen und Entwickler entlasten.
- Automatisierte Testläufe: KI-gestützte Tests sollen Bugs früher und gründlicher finden.
- Qualitätssicherung: Die Fehlersuche wird beschleunigt, bevor ein Spiel überhaupt in die Hände von Testern gelangt.
- Keine generativen Assets: Ausdrücklich geht es nicht um KI-generierte Spiele, Charaktere oder Texturen als Hauptziel.
REX statt kompletter Neuentwicklung
Die REX ist als nächste Entwicklungsstufe der bestehenden RE Engine gedacht, nicht als komplette Neuentwicklung von Grund auf. Die aktuelle RE Engine bleibt also die Basis, auf der Capcom aufbaut. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Studios, die ihre Technologie von null auf neu erfinden. Für Capcom bedeutet das einen evolutionären Weg, der bestehende Werkzeuge und Erfahrungen weiternutzt.
Die RE Engine: Capcoms technisches Rückgrat
Die RE Engine ist Capcoms hauseigene Spiel-Engine und bekannt aus der Resident-Evil-Reihe. Sie wurde in den 2010er Jahren entwickelt und feierte ihr Debüt mit Resident Evil 7: Biohazard (2017). Seitdem kam sie in zahlreichen Capcom-Titeln zum Einsatz, darunter Resident Evil Village, Monster Hunter Rise und Street Fighter 6. Die Engine gilt als flexibel und wurde über die Jahre stetig weiterentwickelt. Mit REX will Capcom diese Erfolgsgeschichte fortschreiben.
Warum KI in der Spieleentwicklung?
Der Einsatz von KI in der Programmierung und Qualitätssicherung ist kein Zufall. Die Spieleentwicklung wird immer komplexer, die Teams wachsen, die Projekte dauern länger. Gleichzeitig kämpft die Branche mit hohem Zeitdruck und steigenden Kosten. KI kann hier ansetzen, ohne kreative Prozesse zu ersetzen. Sie übernimmt repetitive Aufgaben, findet Fehler und beschleunigt Workflows. Capcom positioniert sich damit als Studio, das Technologie gezielt einsetzt, um die eigenen Abläufe zu verbessern.
Was das für Spieler bedeutet
Für Spielerinnen und Spieler ändert sich kurzfristig wenig. Es gibt keinen konkreten Release, kein Datum und keine Plattformen, da es sich um eine Engine-Strategie handelt. Langfristig könnten schnellere Entwicklungszyklen und weniger Bugs in Capcom-Titeln sichtbar werden. Die Ankündigung ist kein Versprechen für ein bestimmtes Spiel, sondern eine Investition in die Zukunft. Wer auf ein KI-generiertes Resident Evil hofft, wird enttäuscht. Wer sich über stabilere und schneller fertiggestellte Spiele freut, könnte profitieren.
Der Zeitplan und die Präsentation
Die Präsentation fand am 2. Oktober 2026 statt, berichtet wurde am 3. und 4. Oktober 2026. Ein konktretes Update- oder Release-Datum für REX wurde nicht genannt. Auch Preise oder Plattformen sind nicht bekannt, weil es sich nicht um ein Produkt für Endkunden handelt. Capcom hat die Pläne öffentlich vorgestellt, aber noch keine Details zur Umsetzung oder zu ersten Spielen mit REX veröffentlicht. Die Ankündigung bleibt damit eine strategische Weichenstellung.
Branchenkontext: KI in der Entwicklung
Capcom ist nicht das einzige Unternehmen, das KI in der Spieleentwicklung einsetzt. Immer mehr Studios experimentieren mit automatisierten Tests und KI-gestützter Programmierung. Der Fokus liegt dabei meist auf internen Prozessen, nicht auf generativen Inhalten. Capcoms Ansatz, die eigene Engine weiterzuentwickeln statt neu zu bauen, ist pragmatisch. Die RE Engine hat sich über Jahre bewährt, und REX soll diese Basis für die Zukunft sichern. Ob der Plan aufgeht, wird sich an den nächsten Capcom-Titeln zeigen.