Der Kopf hinter Diablo packt aus
David Brevik hat das Action-Rollenspiel Diablo erschaffen und damit die Spielegeschichte nachhaltig geprägt. Jetzt zeigt der Branchenveteran in einem neuen Video von PCGamer, welche Titel aktuell auf seinem PC installiert sind.
- Der Designer führt Zuschauer durch seine persönliche Spielebibliothek.
- Dabei spricht er offen über seine Favoriten und seine Frustrationen.
- Ein bestimmter Titel sorgt für eine sehr spezielle Emotion.
Studio-Historie und die Wiege von Blizzard North
Brevik gründete 1993 gemeinsam mit Max Schaefer und Erich Schaefer das Studio Condor, das später in Blizzard North umbenannt wurde. Die drei Entwickler ließen sich von Roguelikes wie Moria und Angband sowie dem rundenbasierten Justice League Task Force inspirieren, bevor sie den Grundstein für das moderne Hack-and-Slay legten.
- Vor Diablo entwickelte das kleine Team 1995 das Sportspiel Justice League Task Force für Sega Mega Drive und Super Nintendo.
- Der direkte Durchbruch gelang 1996 mit Diablo, welches das erste Spiel war, das den Battle.net-Dienst von Blizzard für den kostenlosen Online-Multiplayer nutzte.
- Nach internen Differenzen mit dem Mutterkonzern Vivendi verließen Brevik und die Schaefer-Brüder Blizzard North im Jahr 2003 und gründeten Flagship Studios.
Frühere Releases und das Erbe des Franchise
Das Diablo-Franchise entwickelte sich nach dem Weggang der Gründer kommerziell enorm weiter, veränderte jedoch massiv seine mechanische Ausrichtung. Während das Original von 1996 und Diablo II (2000) auf düstere, handgezeichnete Gothic-Ästhetik und starre Attributpunkte setzten, gingen spätere Teile andere Wege.
- Diablo II verkaufte sich im Jahr 2000 innerhalb von zwei Wochen über eine Million Mal und gilt bis heute als stilbildend für das Loot-Driven-Genre.
- Diablo III (2012) brach unter der Leitung von Jay Wilson mit alten Konventionen, strich die manuelle Punktevergabe bei Attributen und erntete scharfe Kritik für das Echtgeld-Auktionshaus.
- Diablo IV (2023) versuchte, die düstere Atmosphäre des zweiten Teils mit einer offenen Spielwelt zu verbinden, blieb jedoch wegen starker Monetarisierung umstritten.
Das enttäuschendste Finale aller Zeiten
Brevik liebt ein bestimmtes, von ihm nicht namentlich genanntes Meisterwerk abgöttisch. Er bezeichnet das Spiel als absolut fantastisch und genial.
- Das Finale des Spiels enttäuscht ihn jedoch maßlos.
- Er stuft es als das schlechteste Ende ein, das er jemals in einem Videospiel erlebt hat.
- Trotz dieses herben Frusts bleibt seine Zuneigung für den Titel ungebrochen.
Branchenkontext und historische Meilensteine
Unbefriedigende Finals haben in der Geschichte großer Videospiele eine lange Tradition, was oft auf Produktionsdruck oder kreative Erschöpfung am Ende langer Entwicklungszyklen zurückzuführen ist. Spiele wie Mass Effect 3 (2012) lösten mit ihren kontroversen Endsequenzen weltweite Fan-Proteste und Petitionen aus, weil sie jahrelange Entscheidungen der Spielerschaft auf wenige farbliche Optionen reduzierten.
- Ähnlich polarisierte das abrupte Ende von Fallout 3 (2008), welches das Basisspiel ohne Add-on nach dem finalen Bosskampf gnadenlos beendete.
- Auch Deus Ex: Human Revolution (2011) konfrontierte die Spielerschaft mit vier Knöpfen in einem Raum, die das Schicksal der Welt durch theoretische Monologe der Entwickler bestimmten.
- Brevik selbst erlebte bei Hellgate: London (2007) den Druck verfrühter Releases am eigenen Leib, als das Spiel unfertig auf den Markt geworfen wurde und zum Bankrott von Flagship Studios führte.
Einblicke in die Festplatte
Die Einblicke in die digitale Sammlung des Entwicklers zeigen eine große Leidenschaft für das Medium. Brevik verbringt seine Zeit weiterhin mit klassischen und modernen PC-Spielen.
- Die gezeigten Spiele spiegeln den Geschmack eines echten Branchen-Pioniers wider.
- Seine Kriterien für gutes Spieldesign gehen weit über simple Unterhaltung hinaus.