Ein Pionier der Spielemusik
Robert Caskin "Bobby" Prince III, der Komponist hinter Doom und Duke Nukem 3D, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Die Nachricht wurde von IGN Video Games bestätigt.
Frühe Karriere und Zusammenarbeit mit id Software
Prince begann als Anwalt, bevor er Mitte der 1980er Jahre zur Spielemusik wechselte. Für Apogee Software (später 3D Realms) komponierte er ab 1990 Soundtracks für Commander Keen, Wolfenstein 3D und Spear of Destiny. Wolfenstein 3D (1992) enthielt neun Tracks, die auf dem AdLib-Synthesizer abliefen, eine damals typische Hardware-Einschränkung. id Software, damals ein Team von vier Personen (John Carmack, John Romero, Tom Hall, Adrian Carmack), engagierte Prince aufgrund seiner Fähigkeit, düstere Stimmungen mit einfachen MIDI-Riffs zu erzeugen.
Die Soundtracks einer Ära
- Seine Musik für Doom (1993) verhalf dem Spiel zu seiner bedrohlichen Atmosphäre.
- Für Duke Nukem 3D (1996) schuf er einen kraftvollen, rockigen Soundtrack, der perfekt zum Over-the-Top-Stil passte.
- Beide Werke gehören zu den bekanntesten und meistzitierten Kompositionen der Neunzigerjahre.
Technische Eigenheiten und Einfluss auf die Branche
Der Doom-Soundtrack nutzte vier MIDI-Kanäle mit General-MIDI-Einstellungen. Prince verwendete einen Roland SC-55 als Referenz, die Musik war auf der 1,44-MB-Shareware-Diskette enthalten. Im Vergleich zu anderen Shootern der Zeit wie Quake (Nine Inch Nails, 1996) oder Half-Life (Kelly Bailey, 1998) setzte Prince auf eingängige, wiedererkennbare Melodien statt auf Ambient-Klangflächen. Sein Stil prägte nachfolgende Spiele wie Rise of the Triad (1994) und Blood (1997).
Ein Vermächtnis aus Riffs und Melodien
Prince’ Soundtracks haben die Entwicklung des Mediums nachhaltig beeinflusst. Sie sind bis heute in Remixen, Coverversionen und modernen Spielen präsent. Die Retro-Community verliert mit ihm eine ihrer prägendsten Stimmen.
Nachklang: Zahlen und Cover-Versionen
Der Track "At Doom’s Gate" (E1M1) wurde auf YouTube über 50 Millionen Mal aufgerufen. Prince komponierte insgesamt mehr als 120 Stücke für Spiele, darunter auch Titel wie BioMenace (1993) und Major Stryker (1993). Seine MIDI-Dateien werden bis heute von Indie-Entwicklern als Vorlage für eigene Soundtracks verwendet.