Epic baut den Launcher von Grund auf neu
Epic Games hat den Epic Games Launcher technisch neu entwickelt. Die neue Version ist seit dem 14. Oktober 2026 als Preview verfügbar. Laut Ankündigung soll die Bibliothek bis zu 30-mal schneller laden als in der bisherigen Fassung. Damit reagiert Epic auf einen Punkt, der den Client seit Jahren begleitet: Der Launcher galt vielen Nutzern als träge. Ein Preis für den Launcher wird in den Angaben nicht genannt, er gehört fest zum Epic Games Store.
Die Neuerungen im Überblick
- Neuentwicklung statt Update: Epic beschreibt die Preview als technisch neu aufgebauten Client, nicht als weitere Schicht über der alten Fassung.
- Bibliothek: Das Laden der eigenen Spieleliste soll bis zu 30-mal schneller ablaufen.
- Preview-Status: Die neue Version läuft zunächst parallel, nicht als endgültiger Ersatz für alle Nutzer.
- Verfügbarkeit: Die Preview ist ab sofort für Windows, macOS und erstmals auch Linux abrufbar.
- Anbieter: Entwickler und Betreiber ist Epic Games selbst.
Der wichtigste Zusatz neben dem Tempo ist die Plattformliste. Mit Linux unterstützt der Launcher erstmals ein drittes Betriebssystem, und zwar nativ statt über Zwischenschichten. Windows und macOS bleiben wie gewohnt dabei. Für Linux-Spieler ist das ein spürbarer Schritt, denn der Epic Games Store war auf dieser Plattform bislang nur über Umwege erreichbar. Nativ bedeutet hier: Der Client läuft direkt auf dem System, ohne dass Nutzer auf kompatible Hilfsprogramme angewiesen sind.
Wer hinter dem Client steht
Epic Games ist kein kleiner Anbieter, sondern einer der größten Namen der Branche. Das Unternehmen aus Cary, North Carolina, wurde 1991 gegründet und ist vor allem durch die Unreal Engine bekannt, eine der meistgenutzten Spiel-Engines überhaupt. Zum Portfolio gehören die Fortnite-Marke sowie Titel wie Gears of War in früheren Jahren. Mit dem Epic Games Store startete Epic 2018 einen direkten Angriff auf die damals dominierende Stellung von Valve und dessen Steam-Plattform. Der Launcher ist dabei das Zugangstor zu diesem Store, weshalb seine Performance für Epic wirtschaftlich relevant ist.
Ein Launcher entscheidet mit darüber, ob Spieler ihr Geld auf einer Plattform lassen. Wer nach dem Klick Minuten auf eine Spieleliste wartet, kauft beim nächsten Mal woanders ein. Vergleichbare Clients wie Steam, GOG Galaxy oder der Battle.net-Launcher von Blizzard haben in der Vergangenheit ähnliche Umbauten erlebt. Auffällig an Epics Schritt ist das Ausmaß: Eine Angabe von bis zu 30-mal schneller ist eine konkrete Zahl, nicht das übliche Marketingmaß an Prozentpunkten. Ob dieser Wert im Alltag auf allen Systemen hält, lässt sich aus der Ankündigung allein nicht ableiten. Der Faktor hängt von Hardware, Speichermedium und Größe der eigenen Bibliothek ab.
Was Spieler jetzt tun können
- Wer den neuen Client testen will, lädt die Preview für Windows, macOS oder Linux herunter.
- Die Preview läuft neben der bestehenden Installation, die gewohnte Version bleibt also erhalten.
- Linux-Nutzer erhalten erstmals einen nativen Client, ohne auf Hilfslösungen ausweichen zu müssen.
- Angaben zu dauerhaften Änderungen an der Store-Oberfläche macht Epic in der Ankündigung nicht.
- Ein Preis für den Launcher ist in den Angaben nicht genannt.
Die offene Baustelle: „vibe coded“
In Teilen der Berichterstattung und in Diskussionen tauchte die Formulierung auf, der Client sei „vibe coded“, also stark KI-gestützt umgesetzt. Eine saubere, unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht. Die Aussage stammt nicht aus einer belastbaren offiziellen Quelle und ist entsprechend als ungesichert zu behandeln. Epic selbst beschreibt die Änderung in der Ankündigung als technische Neuentwicklung, ohne Angaben zur Herangehensweise an den Code zu machen. Wer die Aussage weitergibt, sollte sie als das kennzeichnen, was sie ist: eine Behauptung.
Was die Preview wert ist
Die Preview ist seit dem 14. Oktober 2026 für Windows, macOS und Linux verfügbar, das ist ein Tag nach der Ankündigung. Ein Preview-Status bedeutet in der Softwarepraxis, dass Funktionen noch fehlen oder sich verhalten können wie in der alten Fassung. Der Vergleich zur bisherigen Ladezeit ist die einzige harte Leistungsangabe in der Ankündigung. Ob der Client damit dauerhaft das Tempo anderer Stores erreicht, zeigt sich erst nach dem Test über mehrere Wochen. Fest steht: Epic liefert die neue Version auf allen drei Plattformen gleichzeitig aus, was bei Plattformstarts nicht selbstverständlich ist.