Ein historisches Automaten-Unikat auf dem Markt
David Perry, der Gründer von Shiny Entertainment, trennt sich von einem echten Museumsstück für die eigene Sammlung.
Die Rede ist von einer extrem seltenen Zwei-Spieler-Version von Computer Space.
Das Gerät stammt aus dem Jahr 1971 und unterscheidet sich physisch stark von den damals üblichen Holzkorbspreizungen der Industrie.
Das Gehäuse besteht aus Fiberglas mit auffälligen, futuristischen Kurven, die an Science-Fiction-Filme der Ära erinnern.
Nur eine sehr geringe Stückzahl dieser speziellen Mehrspieler-Variante wurde jemals produziert.
Die Ursprünge der Arcade-Kultur
- Computer Space gilt als die allererste kommerziell vertriebene Arcade-Maschine in der Geschichte der Videospiele.
- Bisher war das historische Artefakt im persönlichen Besitz des Branchenveteranen David Perry.
- Jetzt steht das Sammlerstück offiziell zur Versteigerung bei Heritage Auctions bereit.
Hinter der Entwicklung von Computer Space stehen Nolan Bushnell und Ted Dabney, die kurz nach diesem Projekt die Firma Atari gründeten.
Technologisch basierte der Automat nicht auf einem Mikroprozessor, sondern auf diskreter Logik mit TTL-ICs (Transistor-Transistor-Logik).
Das Spielgeschehen wurde auf einem modifizierten General Electric-Fernseher dargestellt.
Pioniere der Hardware-Entwicklung
Nolan Bushnell und Ted Dabney versuchten zunächst, eine Lizenz für das Mainframe-Spiel Spacewar! zu erhalten.
Da die damaligen Computer wie die PDP-1 jedoch viel zu teuer für den kommerziellen Betrieb in Kneipen waren, entwarf Bushnell eine kompaktere Eigenentwicklung.
Das Resultat war ein vereinfachtes Weltraum-Duell, bei dem ein raketenartiges Raumschiff gegen fliegende Untertassen kämpft.
- Die ursprüngliche Auflage umfasste etwa 1.500 Einheiten, vertrieben über den Automatenhersteller Nutting Associates.
- Kommerziell war das Spiel ein moderater Erfolg, allerdings empfanden viele Kneipengänger die Steuerung als zu kompliziert.
- Erst der Nachfolger Pong aus dem Jahr 1972 schaffte den Massendurchbruch für Atari und die gesamte Branche.
Der Verkäufer David Perry und Shiny Entertainment
David Perry startete seine Karriere in den späten achtziger Jahren als Programmierer von Amiga-Spielen wie Beyond Ice Palace.
1993 gründete er das Studio Shiny Entertainment in Kalifornien, das mit Titeln wie Aladdin für das Sega Mega Drive große Bekanntheit erlangte.
Sein bekanntestes eigenes Projekt wurde Earthworm Jim, ein Plattformer mit hochgradig detaillierten Animationen und exzentrischem Humor.
Später verkaufte Perry Shiny Entertainment an Interplay, während er selbst an Projekten wie Enter the Matrix arbeitete.
In den späten Zweitausendern gründete er den Cloud-Gaming-Dienst Gaikai, den Sony im Jahr 2012 für rund 380 Millionen US-Dollar übernahm.
Seine Sammlung umfasst historische Computerhardware, Prototypen und seltene Videospiel-Automaten aus den Anfangsjahren der Elektronikunterhaltung.
Details zur Auktion
- Interessierte Sammler und Museen können das Gerät aktuell erwerben, wobei der Schätzwert im fünfstelligen Bereich liegt.
- Es handelt sich um eine spezielle Variante für gleich zwei Spieler, bei der zwei Fiberglas-Einheiten mechanisch miteinander verbunden sind.
- Der Automat markiert den direkten Ursprung der kommerziellen Münzspiel-Ära vor über fünfzig Jahren.
Das zu versteigernde Exemplar befindet sich in einem restaurierten Zustand und behält dennoch seine originale Lackierung.
Auktionen für derartige Artefakte ziehen regelmäßig technikaffine Investoren sowie private Museen an, die nachweisbare Meilensteine der Mediengeschichte sichern wollen.