Fünfzig Jahre The Eternals: Jack Kirbys kosmischer Stolperstein
Vor genau fünf Jahrzehnten erschuf Comic-Legende Jack Kirby mit The Eternals ein bizarres Universum, das Marvel bis heute in zwei Lager spaltet.
Ein Geburtstag für die Ewigkeit
Im Juli 1974 erschien The Eternals #1 in den US-Comicläden. Jack Kirby kehrte nach seiner Zeit bei DC zu Marvel zurück und präsentierte eine Geschichte über unsterbliche Wesen, die vor Millionen von Jahren von den Celestials erschaffen wurden.
Die Handlung stützte sich stark auf Erich von Dänikens Theorie der „Prä-Astronautik“. Kirby mischte archaische Mythen mit Science-Fiction-Elementen, was viele Leser der damaligen Zeit völlig überforderte.
Warum die Serie bis heute spaltet
Die Fans der siebziger Jahre wussten nicht, wie sie mit der abstrakten Erzählweise umgehen sollten. Die Serie wirkte neben den bodenständigen Geschichten von Spider-Man oder den Avengers wie ein Fremdkörper.
Kritiker bemängelten damals vor allem diese Punkte:
- Das extrem hohe Tempo der Erzählung ließ kaum Raum für Charakterentwicklung.
- Die visuelle Gestaltung der Celestials wirkte für viele Leser damals zu fremdartig und wenig menschlich.
- Die enge Verknüpfung mit der Entstehungsgeschichte der gesamten Menschheit fühlte sich für das damalige Marvel-Universum deplatziert an.
Erbe in Games und Medien
Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten fanden die Charaktere ihren Platz im Marvel-Kanon. Die ständigen Konflikte zwischen den Eternals und ihren bösartigen Gegenstücken, den Deviants, wurden später zum festen Bestandteil der Lore.
Diese Auftritte prägten die Popkultur:
- Videospiele wie Marvel Future Fight oder Marvel Strike Force integrierten Ikaris und Sersi als spielbare Charaktere.
- Das 2021 erschienene Film-Projekt holte die Vorlage zurück ins Bewusstsein einer breiten Masse.
- Die ikonische Ästhetik von Jack Kirby findet sich heute in jedem Art-Design wieder, das auf monumentale, göttliche Architektur setzt.
Ein Blick zurück
Jack Kirby zeichnete die ersten 19 Ausgaben der Serie sowie das jährliche Sonderheft komplett selbst. Er legte damit den Grundstein für eine Mythologie, die weit über das übliche Superhelden-Schema hinausgeht.
Die erste Ausgabe kostete damals lediglich 25 Cent. Heute zahlen Sammler für ein gut erhaltenes Exemplar in der Erstausgabe hohe Beträge auf Auktionen.
Quelle: www.polygon.com
TAGS
VERWANDTE ARTIKEL
Chris Claremonts vergessener Fiebertraum: 25 Jahre X-Men: The Search for Cyclops
Wir werfen einen Blick zurück auf einen bizarren Comic-Ausflug von Marvel-Legende Chris Claremont aus dem Jahr 2001.
Die 10 lustigsten The Far Side Comics mit Kühen im Fokus
Eine Übersicht widmet sich den humoristischen Rinder-Cartoons von Gary Larson aus der legendären Reihe The Far Side.
65 Jahre Peanuts: Das zeitlose Comic-Erbe von Linus
Ein Blick auf das legendäre Peanuts-Zitat von Linus und dessen kulturelle Bedeutung nach viereinhalb Jahrzehnten.
Falsche Erwartungen bei X-Men Videospielen
Ein Blick auf die grundlegende Fehleinschätzung bei Videospielen mit den X-Men im Zentrum.