Ein Abgang mit Ansage
Dan Greenawalt verlässt Turn 10 Studios nach 27 Jahren. Der Gründer, Director und Vice President des Studios geht laut übereinstimmenden Berichten vom 29. und 30. Oktober 2026 in den Ruhestand. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Sein Abschied fällt mit der Integration von Turn 10 in Playground Games zusammen. Für die Forza-Reihe ist das der größte Personal- und Strukturschnitt seit dem Serienstart.
Die Fakten im Überblick
- Wer: Dan Greenawalt, Gründer, Director und Vice President von Turn 10 Studios.
- Was: Er verlässt Microsoft nach 27 Jahren im Unternehmen.
- Wann: Die Berichte datieren auf den 29. bis 30. Oktober 2026.
- Kontext: Die Fusion von Turn 10 und Playground Games zu einem gemeinsamen Studio für Forza und Fable.
- Publisher: Microsoft beziehungsweise Xbox Game Studios.
Zwei Studios, ein Dach
Turn 10 und Playground Games werden zu einer Einheit zusammengeführt, die künftig sowohl Forza als auch Fable verantwortet. Für Außenstehende klingt das nach einer Formalie, tatsächlich verschiebt es die Zuständigkeiten in der gesamten Microsoft-Rennspielsparte. Turn 10 stand jahrzehntelang für die simulationslastige Motorsport-Schiene, Playground für den offeneren Horizon-Zweig. Diese Trennung war über viele Jahre das organisatorische Rückgrat der Marke. Ob die Eigenständigkeit von Turn 10 als Studio vollständig erhalten bleibt, ist bislang nicht bestätigt.
Turn 10 und die Motorsport-Wurzel
Turn 10 wurde 2001 als Microsoft-internes Studio gegründet und debütierte 2005 mit Forza Motorsport auf der ersten Xbox. Die Reihe trat von Beginn an gegen etablierte Rennsimulationen an und etablierte sich als feste Größe im Microsoft-Lineup. Über die Jahre folgten zahlreiche Ableger, zuletzt eine Neuauflage von Forza Motorsport. Greenawalt war dabei von Anfang an die öffentliche und inhaltliche Stimme des Studios. Ein Abgang nach 27 Jahren bedeutet für ein Team dieser Größe einen Bruch in der Kontinuität.
Playground Games und der Horizon-Zweig
- Playground Games wurde 2010 gegründet und startete 2012 mit Forza Horizon als eigenständiger Ableger der Marke.
- Seit 2018 gehört das Studio komplett zu Microsoft und arbeitet neben Horizon auch an anderen Marken.
- Der Horizon-Zweig verfolgte von Beginn an einen offeneren, arcadigeren Ansatz als die Motorsport-Serie.
- Mit der Fusion bekommt Playground nun auch Verantwortung für den simulationsorientierten Teil der Marke.
Xbox im Umbruch
Die Fusion ist Teil einer größeren Umstrukturierung bei Xbox, die Anfang des Jahres für Schlagzeilen sorgte: Damals kam es zu 3.200 Entlassungen und vier Studioschließungen. Vor diesem Hintergrund liest sich der Zusammenschluss zweier traditionsreicher Forza-Studios weniger wie eine Wachstumsstory als wie eine Konsolidierung. Microsoft bündelt Zuständigkeiten, reduziert parallele Strukturen und legt Marken in weniger Hände. Für Spieler heißt das zunächst wenig Konkretes: Ein Release- oder Update-Datum für ein Forza-Produkt ist mit der Meldung nicht verbunden, und Plattformangaben wurden in den Berichten nicht genannt.
Was bestätigt ist und was nicht
Greenawalts Weggang selbst gilt als belegt, ebenso die Fusion der beiden Studios. Nicht bestätigt ist dagegen die Darstellung, Turn 10 sei als eigenständiges Studio vollständig aufgelöst worden. Auch die Behauptung, Greenawalt sei bereits endgültig und ohne jede weitere Rolle bei Microsoft weg, ist nicht gesichert; belastbar ist nur der Bericht, dass er das Unternehmen verlässt beziehungsweise in den Ruhestand geht. Wer seine Nachfolge antritt und wie die Führung des gemeinsamen Studios aufgestellt ist, dazu gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Die Meldung betrifft ausdrücklich die Personal- und Studioebene, nicht ein Spiele-Release.
Ein Name, der die Marke mitgeprägt hat
Wer die Forza-Historie verfolgt hat, verbindet mit Greenawalt mehr als eine Jobbezeichnung: Er war über zwei Jahrzehnte das Gesicht der Motorsport-Sparte, von den frühen Xbox-360-Jahren bis zur jüngsten Neuauflage. Dass sein Abschied exakt mit der Fusion terminiert ist, macht den Vorgang strukturell und nicht nur persönlich. Turn 10 und Playground bedienen künftig unter einem Dach zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen an dasselbe Genre, und das ohne den Mann, der eine der beiden Seiten von Beginn an aufgebaut hat. Die nächste Weichenstellung wird die Besetzung der Studioleitung sein.