GameMaker macht ernst: Kommerzielle PC-Spiele bald ohne Lizenzgebühr
Wer mit GameMaker ein Spiel auf den Markt bringen will, brauchte bisher eine kostenpflichtige Professional-Lizenz. Damit ist ab dem 1. Januar 2027 Schluss, zumindest für die neue Runtime namens GMRT. Laut offizieller Ankündigung dürfen kommerzielle Releases dann ohne Professional-Lizenz auf Desktop/PC, Mobile, Web und GX Games veröffentlicht werden. Das gilt ausdrücklich für die aktuelle beziehungsweise neue Runtime, nicht für die ältere GMS2-Runtime in allen Punkten. Für 2D-Indie-Entwickler ist das eine der größten Änderungen am Lizenzmodell der Engine überhaupt.
Was sich konkret ändert
- Kommerzielle Nutzung auf PC/Desktop, Mobile, Web und GX Games wird ohne Professional-Lizenz möglich.
- Der Stichtag ist der 1. Januar 2027, nicht sofort.
- Die Regelung betrifft die neue Runtime GMRT, nicht die komplette bisherige Engine-Landschaft.
- Konsolen bleiben außen vor: Wer für PlayStation, Xbox oder Switch veröffentlichen will, braucht weiterhin eine Enterprise-Lizenz plus Freigabe als Entwickler.
- Ein Euro-Preis für die neue kommerzielle Free-Nutzung wird in den offiziellen Angaben nicht genannt.
Die alte GMS2-Runtime bleibt teilweise kostenpflichtig
Wer bereits eine Professional-Lizenz besitzt, darf damit weiterhin kommerziell veröffentlichen. Zusätzlich erhalten diese Nutzer Zugriff auf den Quellcode der GMS2-Runtime, wie die Ankündigung mitteilt. Das ist für Studios interessant, die ihre bestehenden Projekte nicht sofort auf die neue Runtime heben wollen oder müssen. Für Neueinsteiger ohne Lizenz ändert sich dagegen vor allem der Weg über die neue Runtime. Die alteingesessene GMS2-Lage bleibt also in Teilen bestehen, was die Umstellung für Bestandskunden entschärft.
Die Engine hinter den Indie-Klassikern
GameMaker ist vor allem durch eine Handvoll Spiele bekannt geworden, die die 2D-Indie-Szene geprägt haben wie kaum eine andere Reihe an Titeln. Dazu zählen Undertale von Toby Fox, Hotline Miami von Dennaton Games und Spelunky von Derek Yu. Alle drei sind 2D-Titel, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und alle drei liefen auf GameMaker. Diese Referenzen sind der Grund, warum die Plattform bis heute als Einstiegsengine für Solo-Entwickler und kleine Teams gilt. Die neue Lizenzregel dürfte diesen Ruf weiter festigen.
YoYo Games als offizieller Absender
Hinter der Änderung steht YoYo Games beziehungsweise die Plattform GameMaker selbst. Die Ankündigung stammt aus dem offiziellen Umfeld der Engine, nicht aus einer dritten Quelle. Damit ist klar, dass es sich um eine angekündigte Lizenzänderung handelt und nicht um ein Gerücht. YoYo Games positioniert GameMaker seit Jahren als zugängliches Werkzeug für 2D-Spiele. Die aktuelle Entscheidung setzt diese Linie fort, weil sie die finanzielle Hürde für den kommerziellen Einstieg auf mehreren Plattformen absenkt.
Konsolen bleiben das große Aber
- Enterprise-Lizenz und Entwicklerfreigabe bleiben für Konsolen Pflicht.
- Das gilt für PlayStation, Xbox und Nintendo Switch gleichermaßen.
- Wer also von PC auf Konsole portieren will, kommt um die höhere Lizenzstufe nicht herum.
- Für reine PC-, Mobile- oder Web-Releases fällt die Hürde dagegen weg.
- Die Ankündigung nennt Konsolen ausdrücklich als Ausnahme.
Der Preis bleibt bestehen
Die bisherige Commercial-/Professional-Lizenz kostet laut offiziellen GameMaker-Seiten weiterhin 99,99 US-Dollar. Eine Umrechnung in Euro nehmen die Quellen nicht vor. Für Studios, die bereits lizenziert sind, ändert sich am gezahlten Preis nichts. Spannend ist die Rechnung für Neueinsteiger: Wer nur auf PC, Mobile oder Web veröffentlichen will, spart sich künftig diese 99,99 US-Dollar komplett. Wer Konsolen anpeilt, zahlt weiterhin für die Enterprise-Stufe.
Was das für die Indie-Szene bedeutet
Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem immer mehr kleine Teams über die Kosten ihrer Tools nachdenken. Eine Engine, die kommerzielle Releases auf PC und Web ohne Lizenzgebühr erlaubt, senkt die Einstiegshürde für Solo-Entwickler spürbar. Gleichzeitig bleibt GameMaker ein Nischenwerkzeug für 2D: Wer 3D-Projekte plant, schaut ohnehin woanders hin. Für die klassische 2D-Indie-Nische ist die Änderung dennoch ein handfestes Argument. Und sie kommt mit einem klaren Datum: 1. Januar 2027.