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Geplatzter Abfluss: So beeinflusst der Alltag die Spielwahl
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Geplatzter Abfluss: So beeinflusst der Alltag die Spielwahl

Ein geplatzter Abfluss und die Farbe Cherry Caramel sorgen dafür, dass bestimmte Spiele am Wochenende tabu sind.

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Tommes Parzl
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Cherry Caramel und der geplatzte Abfluss

Nach Monaten des Zögerns, unzähligen Testfarben an der Wohnzimmerwand und wachsender Verzweiflung fiel die Wahl schließlich auf Cherry Caramel. Eigentlich sollte heute das Wohnzimmer ausgeräumt und mit dem Streichen begonnen werden. Doch nach dem unerwarteten DIY-Desaster von gestern, als der Abfluss explodierte, drängt sich eine andere Beschäftigung auf: Gaming. Nur bitte nichts, das mit Rohrleitungen, Wasserständen oder Inneneinrichtung zu tun hat.

Keine Rohre, kein Wasser, keine Renovierungssimulationen

  • Pipemania fällt aus, weil es buchstäblich darum geht, Rohre zu legen.
  • BioShock scheidet aus, weil die Unterwasserstadt Rapture mehr Wasser bietet, als einem nach einem geplatzten Abfluss lieb ist.
  • House Flipper ist tabu, weil Renovieren gerade das Letzte ist, was man nach einer Farbsuche und einem Wasserrohrbruch gebrauchen kann.
  • Die Ironie ist offensichtlich: Genau die Spiele, die thematisch passen würden, sind die, die man am wenigsten sehen will.

Pipemania: Rohrlegen seit 1989

Pipemania erschien ursprünglich 1989 und wurde vom britischen Studio The Assembly Line entwickelt. In dem Puzzle-Klassiker müssen Spieler Rohrsegmente so anordnen, dass ein Wasserfluss von Punkt A nach Punkt B gelangt, bevor die Zeit abläuft. Der Titel erschien für Heimcomputer wie den Amiga und erlebte diverse Neuauflagen und Portierungen, darunter Versionen für moderne Plattformen. Wer nach einem Wasserrohrbruch Ruhe sucht, findet sie in diesem Spiel sicher nicht. Die simple Mechanik machte den Titel über Jahrzehnte hinweg zu einem der bekanntesten Denkspiele seiner Art.

BioShock: Wasser als atmosphärisches Element

BioShock von Irrational Games erschien 2007 und spielt in der Unterwasserstadt Rapture. Das Spiel wird von Wasser und Feuchtigkeit geradezu durchtränkt: Leckende Decken, überflutete Korridore und eine bedrückende Tiefsee-Atmosphäre gehören zum Markenzeichen. Die Kombination aus Ego-Shooter und RPG-Elementen machte den Titel zu einem der einflussreichsten Spiele der 2000er. Auch wenn die Geschichte nichts mit Klempnerei zu tun hat, ist der Wasseranteil hoch genug, um es an diesem Wochenende zu meiden.

House Flipper: Renovieren als Spiel

House Flipper stammt vom polnischen Studio Frozen District und erschien 2018. In der Renovierungssimulation kaufen Spieler heruntergekommene Häuser, reparieren Wände, verlegen Böden und gestalten Innenräume. Das Spiel hat eine treue Community, die sich an detailgetreuen Umbauten erfreut und die virtuelle Renovierung als entspannende Beschäftigung schätzt. Nach Monaten der Farbmuster-Suche an der eigenen Wohnzimmerwand ist die Vorstellung, virtuell noch mehr Wände zu streichen, allerdings wenig verlockend. Der Titel erlebte mehrere Erweiterungen und gilt als einer der erfolgreichsten Vertreter des Renovierungs-Genres.

Warum das Wochenende oft anders läuft als geplant

Das Beispiel zeigt ein bekanntes Muster: Die Spielauswahl am Wochenende folgt selten einem festen Plan. Was man spielt, hängt oft von der Stimmung ab, von dem, was in der Woche passiert ist, oder von unerwarteten Ereignissen. Ein geplatzter Abfluss kann dafür sorgen, dass ein eigentlich geliebtes Genre plötzlich unpassend wirkt. Gleichzeitig öffnet sich Raum für Genres, die man sonst vielleicht links liegen lässt.

Die Spieleauswahl als Reaktion auf den Alltag

Wer nach einem anstrengenden Tag oder einer chaotischen Woche zum Controller greift, wählt oft bewusst das Gegenteil der eigenen Realität. Nach einem Umzug spielt man vielleicht Aufbausimulationen, nach einem stressigen Arbeitstag eher entspannte Puzzle-Spiele. Die eigene Beschäftigung mit Farben und Rohren macht bestimmte Spiele uninteressant, während andere Genres plötzlich attraktiver wirken. Das ist kein neues Phänomen, sondern Teil der Art, wie Spieler ihre Freizeit gestalten. Die Auswahl am Wochenende ist damit oft weniger eine Frage des Geschmacks als eine Frage der Umstände.

Was andere am Wochenende spielen

Während die einen also Abstand zu Wasser und Wänden halten, widmen sich andere ganz anderen Titeln. Die Bandbreite reicht von großen Open-World-Spielen bis zu kleinen Indie-Perlen, die man schon lange ausprobieren wollte. Das Wochenende bietet die Gelegenheit, endlich mal wieder ein Spiel zu starten, das im Regal oder in der Bibliothek Staub angesetzt hat. Manchmal braucht es nur einen kleinen Anlass, um die eigene Spielgewohnheit zu überdenken. Die einen greifen zu Klassikern, die anderen probieren Neues aus.

Ein konkreter Blick auf das Wochenende

Ein geplatzter Abfluss, drei Testfarben zu viel und die Entscheidung für Cherry Caramel reichen aus, um die üblichen Spielgewohnheiten über den Haufen zu werfen. Wer sonst vielleicht zu House Flipper gegriffen hätte, sucht nun bewusst nach einem Spiel ohne Wasser und ohne Renovierung. Die Ironie dabei: Genau die Titel, die thematisch am nächsten liegen, sind am weitesten entfernt von dem, was man gerade spielen möchte. Am Ende bleibt die Frage, welches Spiel es dann tatsächlich wird.

Quelle: Rock Paper Shotgun Latest Articles Feed

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