Was hinter dem klingenden Schlagzeilen-Satz steckt
Ein Jäger, der im Dunkeln schreit, sich vor Keimen ekelt und in engen Räumen die Nerven verliert, klingt nach dem lustigsten Setup, das ein Vampirspiel derzeit hergibt. Genau dieser Gedanke macht gerade die Runde, denn Hunter: The Reckoning, Deathwish bietet bei der Charaktererstellung ein System aus Advantages und Flaws, das sich auf einer Waage ausbalancieren lässt. Nur: Die konkrete Kombination aus Angst vor Dunkelheit, Krankheiten und kleinen Räumen ist bislang nur durch Preview- und Trailer-Material belegt. Eine offiziell bestätigte Dauer-Mechanik für die finale Version ist das nicht.
Die harte Faktenlage zum Spiel
- Name: Hunter: The Reckoning, Deathwish, ein Action-RPG im World of Darkness-Universum.
- Entwickler: Teyon, verantwortlich für die Produktion.
- Publisher: Nacon, zuständig für die Veröffentlichung.
- Termin: genannt wird ein Fenster von Sommer 2027 beziehungsweise Q3 2027, kein festes Datum.
- Preis: in Euro ist bislang kein Preis bestätigt.
Charakterbau mit Ballast
Im Zentrum steht das, was die Reihe im Tabletop seit jeher ausmacht: der normale Mensch, der gegen Dinge antritt, die ihm körperlich weit überlegen sind. Deathwish übersetzt das in ein Erstellungssystem, bei dem Vorzüge und Schwächen gegeneinander aufgewogen werden müssen. Erst wenn die Waage stimmt, geht es durch die Tür ins Spiel. Das ist ein bewusst anderes Machtgefühl als in vielen Power-Fantasy-Rollenspielen, und die geforderte Balance dürfte der eigentliche Kniff sein.
Der Entwickler: Teyon und die Lizenzaufträge
Teyon ist ein polnisches Studio, das sich in den letzten Jahren mit Lizenzadaptionen einen Namen gemacht hat, darunter Terminator: Resistance und RoboCop: Rogue City. Beide Titel zeigten ein Faible für düstere, leicht angeranzte Szenarien mit eigenwilligem Humor. Für einen modernen Monsterjäger im World of Darkness ist das keine schlechte Ausgangsbasis, weil die Marke ebenfalls von Schmutz, Regen und schlechten Entscheidungen lebt. Mit Nacon steht zudem der gleiche Publisher dahinter wie bei den vorherigen Teyon-Projekten.
Franchise-Vergangenheit statt leerer Versprechen
Hunter: The Reckoning stammt ursprünglich aus dem Tabletop-RPG von White Wolf und gehört zum größeren World of Darkness-Kosmos, in dem auch Vampire und Werwölfe ihre Heimat haben. In den frühen 2000er-Jahren gab es bereits Konsolen-Ableger der Marke, die das Jäger-Thema als Actionkost interpretierten. Deathwish setzt dagegen auf klassische Rollenspiel-Elemente wie Charakterbau und Entscheidungen. Wer die alten Titel kennt, merkt schnell: Der Ton ist gleich geblieben, die Mechanik ist eine andere.
- PlayStation 5 und Xbox Series X/S sind bestätigt.
- Auf dem PC läuft der Titel unter Windows.
- Xbox nennt zusätzlich Xbox on PC, Xbox Cloud und Xbox Play Anywhere.
- Alte Konsolen wie PS4 oder Xbox One tauchen in den Angaben nicht auf.
Einordnung zwischen Vampir-Sim und Jäger-Frust
Der Vergleich mit anderen Vertretern des Genres drängt sich auf, weil zuletzt vor allem Spiele über zu mächtige Blutsauger diskutiert wurden. Blood of Dawnwalker etwa stand in Kritiken für genau dieses Gefühl von Überlegenheit in der Schusslinie. Deathwish geht die entgegengesetzte Richtung und macht Schwäche zum Gestaltungsmittel, was im Rollenspielbereich eher selten ist. Ob das System der Vor- und Nachteile über die Charaktererstellung hinaus trägt, lässt sich aus den öffentlichen Angaben derzeit nicht ablesen.
Was bis 2027 noch offen bleibt
Bis zum genannten Fenster im Sommer 2027 sind reichlich Fragen unbeantwortet: Preis, Umfang, konkrete Flaws und ob die kuriosen Ängste tatsächlich im fertigen Spiel stecken. Fest steht nur, dass Teyon und Nacon ein Action-RPG mit First-Person-Perspektive im World of Darkness bauen, das auf Charakterentscheidungen setzt. Wer sich schon jetzt einen Jäger mit Platzangst und Keimphobie ausmalt, plant also mit Material, das noch keine bestätigte Spielmechanik ist.