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Ich liebe VR, trotzdem habe ich alle Headsets verkauft
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Ich liebe VR, trotzdem habe ich alle Headsets verkauft

Ein VR-Fan verkauft seine PlayStation VR2 an einen Sim-Racing-Neuling, der in Gran Turismo 7 zum ersten Mal richtig im Cockpit sitzt.

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Tommes Parzl
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Ein Verkauf, der mehr über VR sagt als jede Marketingfolie

Der Käufer der gebrauchten PlayStation VR2 befindet sich im siebten Himmel. Er ist VR-Neuling, besitzt einen Racing-Seat mit Lenkrad, Schalthebel und Pedalen und fährt Gran Turismo 7 jetzt so, wie man sich vor zehn Jahren die Zukunft des Videospielens vorgestellt hat: mitten im Cockpit, völlig geflasht.

Diese Schilderung stammt aus einer redaktionellen Anekdote und ist nicht unabhängig belegt. Sie beschreibt aber ein Muster, das viele VR-Besitzer kennen: Die Begeisterung für die Technik ist echt, die eigene Nutzung trotzdem überschaubar.

  • Der Verkäufer bezeichnet sich selbst als VR-Fan.
  • Trotzdem hat er alle seine Headsets abgegeben, nicht nur eines.
  • Der neue Besitzer ist Gegenteil davon: absoluter Einsteiger.
  • Sein Setup ist teuer und speziell auf ein einziges Genre zugeschnitten.

Gran Turismo 7: Die harten Fakten

Wer über VR im Rennspiel redet, landet fast zwangsläufig bei Gran Turismo 7. Das Spiel ist am 4. März 2022 für PS4 und PS5 erschienen. Entwickelt wurde es von Polyphony Digital, Publisher ist Sony Interactive Entertainment.

  • VR-Unterstützung: seit dem 22. Februar 2023 mit PlayStation VR2 nutzbar.
  • Voraussetzung: PS5-System plus PS VR2, die PS4-Fassung bekommt keine VR-Unterstützung.
  • Einordnung: Racing- bzw. Sim-Racing-Titel aus der Gran-Turismo-Reihe.
  • Preis-Referenz: Für ein PS-VR2-Bundle wurden in einer Quelle 599,99 Euro genannt, ein belastbarer Euro-Preis für das Spiel selbst liegt nicht vor.

Warum ausgerechnet Rennspiele in VR funktionieren

Rennspiele gehören zu den wenigen Genres, in denen VR ohne große Kompromisse funktioniert. Der Spieler sitzt ohnehin, die Fortbewegung ist an ein Cockpit gebunden, und die Kopfbewegung ersetzt die rechte Stick-Achse fast vollständig.

Wer mit Lenkrad und Pedalen fährt, bekommt in VR eine Rückmeldung, die ein Fernseher nicht liefern kann: Der Blick in den Rückspiegel, die Schulterpartie neben der Fahrertür, die Höhe der Motorhaube.

Genau das erklärt, warum ein Racing-Seat und eine VR-Brille so gut zusammenpassen. Beide Geräte zielen auf dieselbe Illusion, nämlich die des tatsächlichen Im-Fahrzeug-Sitzens.

Polyphony Digital und die Reihe dahinter

Polyphony Digital ist das Studio, das hinter der Gran-Turismo-Reihe steht und seit Jahrzehnten an ihr arbeitet. Als Publisher fungiert Sony Interactive Entertainment, wodurch die Serie traditionell eng an PlayStation-Hardware gebunden ist.

  • Die Reihe gilt als eine der ältesten noch aktiven Rennspiel-Marken von Sony.
  • Gran Turismo 7 bedient sowohl PS4 als auch PS5, die VR-Funktion bleibt PS5-exklusiv.
  • Der direkte Vorgänger ist Gran Turismo Sport, was aus den vorliegenden Quellen allerdings nicht belegt ist und daher als unbestätigt gilt.
  • Der VR-Modus erschien nicht zum Launch, sondern rund elf Monate nach der Veröffentlichung.

PS VR2: Teure Brille, kleiner Adressatenkreis

Die 599,99 Euro, die in einer Quelle für ein PS-VR2-Bundle genannt werden, sind ein Preis, der eine klare Zielgruppe voraussetzt. Wer so viel Geld ausgibt, tut das selten für ein einziges Spiel, sondern für das Versprechen eines ganzen Ökosystems.

  • Die Brille benötigt zwingend eine PS5, die PS4-Version von Gran Turismo 7 hilft nicht weiter.
  • Das VR-Update kam erst nach dem Release des Spiels, nicht als Launch-Feature.
  • Racing-Setups mit Lenkrad, Schalthebel und Pedalen kosten zusätzlich oft dreistellig.
  • Damit entsteht ein Nischen-Setup für ein Genre, das selbst schon eine Nische ist.

Sim-Racing als heimlicher Gewinner

Ein Racing-Seat mit Lenkrad, Schalthebel und Pedalen ist kein Zubehör, das man nebenbei kauft. Wer sich das hinstellt, hat sich meist schon vorher für ein Genre und gegen alles andere entschieden.

Dass ausgerechnet ein VR-Neuling mit diesem Setup einsteigt, ist bemerkenswert. Er kauft nicht die Brille und sucht dann Spiele, sondern er kauft die Brille für ein Spiel, das er bereits kennt.

Umgekehrt passt es zum Verkäufer, der VR grundsätzlich mag, aber offenbar keinen Titel gefunden hat, der ihn so konsequent an die Brille bindet. Zwischen Zuneigung zur Technik und tatsächlicher Nutzungszeit liegt im VR-Markt oft ein tiefer Graben.

Branchenkontext: VR sucht seine Zugpferde

VR-Systeme leiden seit Jahren unter demselben Problem: Es gibt gute Anwendungen, aber wenige, die eine Anschaffung über Monate rechtfertigen. Rennspiele und Flugsimulationen gehören zu den wenigen Genres, bei denen Fans die Brille dauerhaft aufsetzen.

  • Gran Turismo 7 liefert die VR-Unterstützung nach, statt sie von Beginn an mitzuliefern.
  • Die Bindung an die PS5 macht die Nutzerbasis kleiner als bei Spielen mit PS4-Fassung.
  • Für Sim-Racing-Fans ist die Kombination aus Brille und Wheel trotzdem ein starkes Argument.
  • Für Gelegenheitsspieler bleibt der Fernseher die günstigere und bequemere Lösung.

Der Fernseher bleibt eine akzeptable Alternative

Ob der neue Besitzer der PS VR2 irgendwann wieder zum Bildschirm zurückkehrt, wird sich zeigen. Wer einmal mit Lenkrad im Cockpit gesessen hat, braucht allerdings ein starkes Argument, um freiwillig auf die Rundumsicht zu verzichten.

Der Verkäufer hat diesen Schritt bereits vollzogen, und zwar nicht aus Enttäuschung über die Technik, sondern trotz seiner Zuneigung zu ihr. Ein Headset zu verkaufen ist kein Urteil über VR. Es ist eine Bestandsaufnahme der eigenen Spielzeit.

Quelle: Eurogamer.de Latest Articles Feed

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