Was McDonald’s da gerade testet
McDonald’s schiebt in ausgewählten firmeneigenen US-Filialen Fremdwerbung auf die digitalen Drive-thru-Boards. Der Clou: Die Anzeigen laufen nach der Bestellung, während Kundinnen und Kunden in der Warteschlange stehen und auf ihr Essen warten. Laut der Bloomberg-Meldung vom 21.09.2026 handelt es sich um einen Pilotversuch, weitere Berichte folgten am 22. und 23. September. Nicht das eigene Menü wird also beworben, sondern Produkte anderer Marken. Die Werbefläche gehört McDonald’s, der Inhalt kommt von Dritten.
Wie der Test konkret abläuft
- Die Anzeigen erscheinen auf digitalen Menüboards und Drive-thru-Screens.
- Eingeblendet wird nach Abschluss der Bestellung, nicht davor.
- Berichtet wird zusätzlich von Self-Service-Kiosken, die ebenfalls betroffen sein könnten.
- Der Test läuft ausschließlich in ausgewählten firmeneigenen US-Filialen.
- Ein bundesweiter Rollout ist nicht bestätigt, es bleibt ein Pilotversuch.
Warum das kein Zufall ist
Retail Media ist für Handelsketten längst ein eigener Geschäftszweig. Wer Kundenfrequenz und Aufmerksamkeit besitzt, verkauft diese Aufmerksamkeit weiter. McDonald’s hat mit dem Drive-thru einen derartigen Kanal, an dem Menschen ohnehin mehrere Minuten warten. Diese Wartezeit war bislang toter Raum, jetzt wird sie zur Werbefläche. Aus Sicht der Werbetreibenden ist das eine sehr kontrollierte Umgebung mit planbarer Verweildauer. Aus Sicht der Kundschaft ist es zusätzliche Werbung in einem Moment, in dem sie eigentlich nur ihr Essen abholen will.
Was das mit Gaming zu tun hat
Die Logik kennt man aus Free-to-Play-Titeln: Wartezeit oder Ladezeit wird zur Werbefläche erklärt. Ladebildschirme mit Fremdanzeigen, Belohnungsvideos zwischen Matches, Bonusinhalte gegen Werbeaufmerksamkeit. Was im Gaming seit Jahren praktiziert wird, schwappt nun in die physische Welt über. Der Unterschied: Im Spiel kann man oft mit Echtgeld die Werbung abschalten. Im Drive-thru gibt es diesen Ausweg nicht. Wer sein Essen will, muss warten, und muss in dieser Zeit hinsehen, ob er will oder nicht.
Die Zahlen- und Faktenlage
- Datum der verbreiteten Meldung: 21.09.2026, Folgemeldungen am 22. und 23.09.2026.
- Plattformen: Digitale Menüboards, Drive-thru-Screens, teils Self-Service-Kiosken.
- Preis in Euro: Nicht bekannt, nicht belegt.
- Entwickler/Publisher: Nicht zutreffend, es ist eine Werbe-Testmeldung, kein Spiel.
- Einordnung: Keine Spielreihe, kein Vorgänger, kein Genre, sondern Retail Media im Fast-Food-Bereich.
Frühere Ansätze und Vergleichbares
McDonald’s hat in den vergangenen Jahren seine digitalen Boards und Bestellterminals weltweit ausgerollt. Diese Infrastruktur war die Voraussetzung dafür, dass Fremdwerbung überhaupt technisch möglich wird. Ohne zentrale Steuerung und digitale Anzeigen gäbe es keinen Kanal, um Drittanbieter-Inhalte dynamisch einzuspielen. Der Schritt ist damit weniger ein Bruch als die logische Folge einer Investition, die schon vor Jahren begann. Wer digitale Screens hat, kann sie auch anderweitig monetarisieren.
Was unklar bleibt
Ob es bei dem Pilotversuch bleibt oder ein flächendeckender Rollout folgt, ist offen. Die Berichte sprechen ausdrücklich von einem Test an ausgewählten Standorten. Auch unklar: welche Marken beteiligt sind, wie lange die Anzeigen laufen und ob es eine Möglichkeit gibt, sie abzulehnen. Konkrete Preisangaben oder Erlösbeteiligungen sind nicht belegt. Ebenso offen ist, ob der Test irgendwann auf weitere Märkte außerhalb der USA ausgeweitet wird.
Einordnung für alle, die schon genug Werbung sehen
Wer heute durch einen Drive-thru fährt, sieht bereits Produktbilder, Aktionshinweise und Menüempfehlungen. Der Unterschied ist der Urheber: Bislang kam alles aus dem eigenen Haus. Fremdwerbung auf dem eigenen Board macht McDonald’s zum Vermittler von Aufmerksamkeit, nicht nur zum Verkäufer von Burgern. Für die Werbebranche ist das ein weiterer Kanal in einem ohnehin vollen Feld. Für alle anderen ist es eine weitere Minute ihres Tages, die jemand anderes zu verkaufen versucht.