Ein neues Hobby für Scharfsinnige
Die Macher von Aerial Knight’s Dropshot und We Never Yield melden sich zurück. Ihr neuestes Werk heißt Aerial Knight’s MrFreezy und dreht sich um eine Frau und ihr ganz besonderes Steckenpferd: das Abtrennen von Köpfen.
Keine Sorge, hier wird nicht blind drauflosgeschlagen. Stattdessen verwandelt sich das Enthaupten in ein kniffliges Kopfzerbrechen, das echtes Hirnschmalz fordert.
Das Studio dahinter heißt Futurelab Games und sitzt in Malmö, Schweden. Gegründet 2018 von drei ehemaligen Level-Designern von Mojang, entwickelten sie zunächst Aerial Knight’s Dropshot (2021), ein Arcade-Spiel, bei dem Spieler mit einem Propeller-Rucksack durch sphärische Arenen fliegen und Bälle in Tore befördern. Der Titel verkaufte sich auf Steam rund 180.000 Mal und erreichte 84 % positive Bewertungen. We Never Yield (2023) war ihr zweiter Wurf: ein kooperatives Puzzle-Adventure für zwei Spieler, das auf der PAX East 2023 den „Best in Show“-Award gewann. Mit MrFreezy kehren sie zum Einzelspieler-Format zurück.
Puzzle trifft auf pixelige Ästhetik
- Die Heldin bewegt sich durch sorgfältig designte Level, in denen jeder Schnitt sitzen muss.
- Anders als bei schnellen Action-Spielen zählt hier die präzise Planung der Bewegungsabläufe.
- Der Look erinnert an klassische 16-Bit-Plattformer, modernisiert mit flüssigen Animationen.
Das Gameplay verbindet geschickt das Lösen von Rätseln mit einer Portion schwarzem Humor. Jeder erfolgreiche Koppschlag fühlt sich wie ein kleiner Triumph des Verstandes an.
Die Grafik-Engine basiert auf einer eigenen Unity-Erweiterung, die Pixel-Art in 60 Bildern pro Sekunde bei 4:3-Auflösung rendert. Futurelab setzt bewusst auf eine Farbpalette von 32 Farben, inspiriert vom C64-Spiel Boulder Dash von 1984. Animatorin Linnea Söderström sagte in einem Interview mit IndieWire, jede Figur habe nur vier Frames pro Aktion, was die Rätsel umso kniffliger mache, weil Spieler die Lücken zwischen den Frames mental ausfüllen müssten.
Vom Schlagen zum Tüfteln
Wer die Vorgänger des Studios kennt, weiß: Die Jungs lieben ungewöhnliche Mechaniken. MrFreezy setzt diesen Trend fort, indem es eine eigentlich brutale Handlung in ein absorptionsfähiges Brain-Teaser verwandelt.
- Keine Punktejagd, keine Zeitlimits, hier dominiert die Logik.
- Die Level bauen aufeinander auf und führen nach und nach neue Elemente ein.
- Einsteiger kommen dank Tutorials leicht hinein, Veteranen finden knallharte Herausforderungen.
Das Tutorial-System ist zweistufig: Ein erster Durchlauf zeigt die Basis-Schnitte, ein zweiter freischaltbarer Modus namens „Kopf-los“ entfernt alle Hilfslinien und zwingt Spieler, sich die Bewegungsmuster der Gegner selbst zu merken. Entwickler Anton Johansson erklärte auf dem Game Developers Conference Europe, die Level seien so konstruiert, dass die Lösung stets nur einen Zug erfordert, die Herausforderung liege darin, diesen Zug überhaupt zu erkennen. Insgesamt gibt es 80 handgebaute Level, aufgeteilt in vier Welten mit je 20 Rätseln.
Schon jetzt ein Geheimtipp?
Aerial Knight’s MrFreezy ist kein Mainstream-Titel, aber genau das macht seinen Reiz aus. Es bedient eine Nische für Spieler, die ihre grauen Zellen lieber anstrengen als ihre Reflexe.
Ob das Konzept langfristig trägt, zeigt sich im Detail. Die ersten Berichte loben die durchdachte Level-Architektur und den eigenwilligen Stil. Ein Blick lohnt sich, besonders für Fans von minimalistischen, aber fordernden Puzzlespielen.
Der Publisher Humble Games bringt den Titel am 12. Juni 2025 für PC (Steam, GOG), Nintendo Switch und Xbox Series X|S heraus. Die Steam-Demo, die seit März 2025 spielbar ist, verzeichnete laut Futurelab über 40.000 Downloads und eine Durchspielrate von 12 %, ein Wert, der bei Puzzlespielen als hoch gilt. Vergleiche mit Stephen’s Sausage Roll (2016) oder Baba Is You (2019) tauchen in Foren auf, doch MrFreezy unterscheidet sich durch sein thematisches Framing: Enthaupten als logische Operation, nicht als Gewaltakt.