Ein ungewöhnlicher Schurke kehrt zurück
Green Room ist ab sofort kostenlos auf Tubi verfügbar. Der Film von Regisseur Jeremy Saulnier aus dem Jahr 2015 zeigt Patrick Stewart in einer Rolle, die man von ihm kaum kennt: als skrupellosen Anführer einer Neonazi-Gruppe. Die Meldung kursiert seit dem 5. November 2026, denn der Streifen ist dort laut offizieller Plattformangabe aktuell im Programm. Wer den Film bisher verpasst hat, bekommt nun eine kostenlose Gelegenheit, einen der unangenehmsten Thriller der vergangenen Dekade nachzuholen.
Worum es in Green Room geht
- Eine Punkband spielt versehentlich in einem Club, der von einer rechtsradikalen Gruppierung betrieben wird.
- Nach einem Mordfall im Backstage-Bereich werden die Musiker Zeugen und müssen sich in einem Raum verschanzen.
- Patrick Stewart spielt den Anführer der Gruppe, der die Zeugen mit kalter Effizienz beseitigen will.
- Der Film gilt als Siege-Thriller: Die Handlung bleibt fast vollständig auf einen einzigen Schauplatz beschränkt.
- Jeremy Saulnier inszeniert die Gewalt roh und ungeschönt, ohne die üblichen Genre-Konventionen zu bedienen.
Patrick Stewart jenseits von Picard und Xavier
Patrick Stewart ist dem Publikum vor allem als Captain Jean-Luc Picard aus dem Star-Trek-Universum und als Professor Charles Xavier aus den X-Men-Filmen vertraut. In Green Room spielt er jedoch keinen Helden, sondern einen Mann, der mit ruhiger Stimme die brutalsten Entscheidungen trifft. Die Rolle des Nazi-Anführers ist eine der wenigen klassischen Schurkenrollen in seiner Karriere. Stewart selbst hat in Interviews erklärt, dass ihn gerade die Abweichung vom erwartbaren Rollenbild gereizt habe.
Jeremy Saulnier und sein Hang zum Dreckigen
Regisseur Jeremy Saulnier ist für Filme bekannt, die sich durch eine rohe, fast dokumentarische Bildsprache auszeichnen. Vor Green Room drehte er Blue Ruin (2013), einen Rachethriller, der ebenfalls ohne große Studiobudgets auskam. Nach Green Room folgte Hold the Dark (2018) für Netflix. Saulnier arbeitet häufig mit dem Kameramann Sean Porter zusammen, der auch bei Green Room für die körnige, unmittelbare Optik verantwortlich war.
Wo der Film sonst noch läuft
- Tubi bietet Green Room aktuell kostenlos mit Werbeunterbrechungen an.
- Auch The Roku Channel, Fandango at Home Free, Plex, Xumo Play und JustWatch TV führen den Film im kostenlosen Angebot.
- Bei Netflix und Kanopy ist der Streifen ebenfalls gelistet, dort gelten jedoch die üblichen Abo- beziehungsweise Bibliothekszugänge.
- Einen festen Euro-Preis gibt es nicht, da alle genannten Plattformen den Film entweder kostenlos oder im Rahmen eines bestehenden Abonnements anbieten.
Ein Stand-alone-Film ohne Franchise-Anspruch
Green Room ist kein Teil einer Reihe und hat keine Fortsetzung erhalten. Der Film steht für sich allein und wurde 2015 auf dem Festival de Cannes in der Nebenreihe Quinzaine des Réalisateurs gezeigt. Saulnier hat mehrfach betont, dass er kein Interesse an Sequels oder einem erweiterten Universum habe. Die Geschichte sei mit dem Abspann auserzählt. Das unterscheidet den Film von vielen heutigen Produktionen, die von vornherein auf mehrere Teile ausgelegt sind.
Warum der Film für Gaming-Fans interessant ist
Green Room hat eine Struktur, die vielen Siege- oder Survival-Horror-Spielen ähnelt: Eine Gruppe steckt in einem begrenzten Raum fest, die Ressourcen sind knapp, und die Gegner agieren mit einer bedrohlichen Selbstverständlichkeit. Die Enge des Schauplatzes erzeugt einen Druck, den man sonst eher aus Echtzeit-Taktikspielen oder asymmetrischen Multiplayer-Titeln kennt. Wer Rainbow Six Siege oder Dead by Daylight spielt, dürfte die Dynamik des Films wiedererkennen. Saulnier selbst hat in Interviews allerdings keinen direkten Bezug zu Spielen hergestellt.
Ein Titel, der sich seinen Ruf verdient hat
Green Room hat bei Kritikern und Publikum gleichermaßen Spuren hinterlassen. Der Film lief 2015 in den US-Kinos und spielte bei einem geschätzten Budget von rund drei Millionen Dollar etwa doppelt so viel wieder ein, was für einen Independent-Thriller als Erfolg gilt. Besonders hervorgehoben wurde immer wieder Patrick Stewarts ungewohnte Besetzung. Wer den Film jetzt auf Tubi nachholt, bekommt einen der kompromisslosesten Thriller der 2010er-Jahre, ohne einen Cent zu bezahlen.