Was EA mit Project Gridiron plant
Electronic Arts hat ein neues American-Football-Projekt angekündigt: Project Gridiron. In einem öffentlich gemachten Memo beschreiben Chief Studios Officer Cam Weber und COO David Tinson das Projekt als “brand-new, social-first open-world experience” für das American-Football-Team von EA. Ein Release-Datum, Plattformen oder ein Preis wurden nicht genannt. EA kündigte lediglich an, in den kommenden Monaten mehr Details zu veröffentlichen. Die Ankündigung erfolgte im Zuge der BioWare-Schließung und des Abbaus von 400 Stellen.
Die offiziellen Angaben im Überblick
- Name: Project Gridiron
- Beschreibung: “social-first open-world experience” für American Football
- Publisher: Electronic Arts (EA)
- Verantwortliches Team: EA American Football team / EA Sports
- Release: Kein Datum, keine Plattformen, kein Preis genannt
Der Kontext: BioWare-Schließung und Stellenabbau
Das Memo, in dem Project Gridiron vorgestellt wurde, erschien nach der Schließung von BioWare und dem Abbau von 400 Stellen. Weber und Tinson nutzten das Schreiben, um mehrere kommende Spiele des Publishers vorzustellen und positive Zukunftsaussichten zu zeichnen. Project Gridiron ist Teil dieser Strategie. Die Autoren versuchten, die negativen Nachrichten mit einem Ausblick auf kommende Projekte abzufedern.
Das Vorbild: NBA 2K’s The City
Die Beschreibung von Project Gridiron erinnert an The City aus der NBA 2K-Reihe. Dort handelt es sich um einen sozialen Hub, in dem Spieler mit Freunden und Fremden interagieren, Streetball spielen, Turniere bestreiten oder durch die offene Welt laufen können. The City ist seit Jahren zentraler Bestandteil von NBA 2K und hat dazu beigetragen, dass die Serie sich besser verkauft als EA’s Football-Titel. Visual Concepts hat den Modus über ein Jahrzehnt aufgebaut, beginnend mit MyPark in NBA 2K14.
EA’s bisherige Versuche mit sozialen Modi
- The Yard debütierte in Madden 21 als sozialer Street-Football-Modus ohne gemeinsamen sozialen Raum.
- Der Modus wurde später in Superstar Showdown umgewandelt, mit hauptsächlich kosmetischen Änderungen.
- The Grounds debütierte im letzten Monat in EA Sports FC als vergleichbarer Modus für das Fußball-Franchise.
- Die Community-Reaktionen auf beide Modi fielen verhalten aus.
Die Kritik: Mikrotransaktionen und fehlende Geduld
Ein zentraler Kritikpunkt an EA’s Social-Modi ist die Integration von Mikrotransaktionen. In NBA 2K können Spieler Virtual Currency kaufen, um ihren Avatar zu verbessern. EA hat ähnliche Mechaniken in The Grounds und Superstar Showdown implementiert. Die Kritik richtet sich gegen die Qualität und den Preis der angebotenen Inhalte. Zudem fehlt es EA traditionell an der Geduld, Modi über Jahre hinweg zu entwickeln, wie die Historie von Madden zeigt.
Was das für Spieler bedeutet
Für American-Football-Fans könnte Project Gridiron eine Erweiterung des Madden-Ökosystems darstellen, vorausgesetzt EA investiert die nötige Zeit. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem EA unter Druck steht. Ob Project Gridiron ein eigenständiges Spiel oder ein Modus innerhalb bestehender Titel wird, ist unklar. EA hat nicht bestätigt, dass das Projekt direkt zu Madden gehört oder es ersetzen soll.
Die Skepsis bleibt
Die Ankündigung von Project Gridiron ist Teil einer Strategie, mit der EA nach den jüngsten Rückschlägen positive Schlagzeilen generieren möchte. Das Memo spricht von einer “brand-new” Erfahrung, doch die Ähnlichkeiten zu NBA 2K’s The City sind offensichtlich. Ob EA die nötige Geduld aufbringt, einen sozialen Modus über Jahre zu entwickeln, bleibt abzuwarten. Die bisherigen Versuche mit The Yard und The Grounds deuten eher auf kurzfristige Monetarisierung hin als auf langfristiges Engagement.