Vier Einheiten, ein Finalticket
Seit dem 16. Oktober 2026 läuft die Abstimmung zur besten RTS-Einheit aller Zeiten, und das Feld ist auf vier Kandidaten geschrumpft. Gestartet war das Turnier mit 16 Einheiten, die Viertelfinals sind abgeschlossen. Übrig bleiben Namen, die in der Strategiegeschichte Gewicht haben: der Mammoth Tank, die Pride of Hiigara, der Executor Super Star Destroyer und der Priester. Abgestimmt werden kann bis zum Ende des folgenden Dienstags nach britischer Zeit.
Die beiden Halbfinalpaarungen
- Mammoth Tank aus Command & Conquer: Red Alert gegen die Pride of Hiigara aus Homeworld 2.
- Executor Super Star Destroyer aus Star Wars: Empire at War gegen den Priester aus Age of Empires.
- Zwei Duelle, vier Fraktionen, ein Finalticket pro Paarung.
- Über den Ausgang bestimmen ausschließlich die Stimmen des Publikums, nicht eine Jury.
Ein Turnier der Gegensätze
Die vier verbliebenen Kandidaten könnten unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite stehen Bodenfahrzeuge und Infanterie, die in Echtzeit über Karten rollen oder marschieren. Auf der anderen Seite stehen Raumfahrzeuge, die in drei Dimensionen manövrieren. Genau diese Bandbreite macht das Voting interessant, denn es geht nicht um Balancing-Werte oder Schadenszahlen, sondern um Erinnerungen. Wer den Mammoth Tank nennt, denkt an Panzerkolonnen, die sich durch feindliche Basen fressen. Wer den Priester nennt, denkt an einen einzelnen Mann, der Heilung spendet und damit ganze Armeen trägt.
Der Mammoth Tank und das Erbe von Westwood
Der Mammoth Tank stammt aus dem Umfeld der Command & Conquer-Reihe, die bei Westwood Studios entstand und das Echtzeitstrategiespiel in den Neunzigern populär machte. Red Alert setzte dabei auf einen eigenen, bewusst überdrehten Ton, in dem der schwerste Panzer der Fraktion immer auch ein Statement war. Langsam, teuer und mit doppelläufigem Geschütz bewaffnet, war er nie die effizienteste Wahl, aber die auffälligste. Dieses Spannungsverhältnis aus Unvernunft und Durchschlagskraft erklärt, warum der Tank Jahrzehnte später noch in solchen Abstimmungen auftaucht.
Priester, Hiigara und der Sternenzerstörer
- Der Priester ist eine Unterstützungseinheit aus Age of Empires, die Einheiten heilt statt Schaden zu verursachen.
- Die Pride of Hiigara ist das Mutterschiff aus Homeworld 2 und damit weniger Waffe als mobile Basis.
- Der Executor Super Star Destroyer bringt die Star Wars-Note aus Empire at War ins Feld, ein Schiff von imperialen Ausmaßen.
- Drei der vier Halbfinalisten sind technisch gesehen keine klassischen Kampfeinheiten, sondern Träger, Basis oder Support.
Die Verluste auf dem Weg ins Halbfinale
Von den ursprünglich 16 gestarteten Einheiten sind zwölf ausgeschieden, darunter einige, die viele Beobachter weiter vorn gesehen hätten. Ein Turnier mit dieser Besetzung lebt davon, dass Namen mit großer Fangemeinde früh aufeinandertreffen und einer davon gehen muss. Für die vier Verbliebenen bedeutet das, dass jede Paarung inzwischen ein kleines Duell der Fanlager ist. Ein Ausscheiden im Halbfinale ist in solchen Votings oft knapper als das Ergebnis vermuten lässt.
Wie abgestimmt wird
- Die Abstimmung läuft online und steht grundsätzlich allen offen.
- Einsendeschluss ist das Ende des folgenden Dienstags nach britischer Zeit, gerechnet ab dem Veröffentlichungsdatum des Artikels.
- Es gibt keine Jury, keine Gewichtung und keine Setzliste.
- Die beiden Sieger der Paarungen treffen anschließend im Finale aufeinander.
Warum solche Votings das Genre am Leben halten
Echtzeitstrategie gilt seit Jahren als Nische, und doch zeigen Abstimmungen wie diese, wie breit die Fangemeinde über Serien hinweg aufgestellt ist. Zwischen einem Panzer aus einem Alternativwelt-Szenario und einem Raumschiff aus einer Science-Fiction-Saga liegt kaum eine gemeinsame Mechanik, aber ein gemeinsamer Erfahrungskern: der Moment, in dem eine Armee endlich steht. Turniere dieser Art sind deshalb weniger eine Abstimmung über Spielmechanik als über Erinnerungen an einzelne Partien.
Vier Namen und ein Dienstag
Wer gewinnen will, hat bis Dienstag Zeit, Stimmen zu sammeln. Bemerkenswert ist die Zusammensetzung des Feldes: Ein schwerer Panzer aus den Neunzigern, ein Mutterschiff, ein imperiales Flaggschiff und ein heilender Geistlicher. Dass ausgerechnet der Priester, die einzige Einheit ohne nennenswerte Bewaffnung, es so weit gebracht hat, ist die eigentliche Geschichte dieses Halbfinales.