Schlanker, leichter, günstiger
Der Secretlab Atlas ist da und kostet ab 499 Euro, das sind rund 100 Euro weniger als das bekannte Titan Evo. Der Stuhl fällt schmaler aus, was ihn für Spieler mit wenig Platz oder schmalerer Statur interessant macht.
Secretlab: Vom Startup zum Premiumhersteller
Secretlab wurde 2014 von Ian Alexander Ang und Alaric Choo in Singapur gegründet. Das Unternehmen gewann durch Partnerschaften mit E-Sport-Teams wie Team Secret und Cloud9 an Bekanntheit. 2017 erschien der erste Titan, der mit kaltgeschäumtem Schaum und einem stabilen Stahlrahmen Maßstäbe setzte. 2020 folgte der Titan Evo mit verstellbarer Lordosenstütze und 4D-Armlehnen. Der Atlas ist das vierte Hauptmodell und die erste bewusste Abkehr von der massiven Bauweise. Secretlab zielt damit auf eine schmalere Zielgruppe und ein niedrigeres Preissegment.
Erste Sitzeindrücke
Nach einigen Tagen im Test sitze ich immer noch bequem. Die Polsterung ist fest, aber nicht hart, und die Lordosenstütze lässt sich gut anpassen.
- Die Sitzfläche ist spürbar schmaler als beim Titan Evo.
- Die Armlehnen wirken kompakter, bieten aber ausreichend Bewegungsfreiheit.
- Der Bezug aus Kunstleder fühlt sich hochwertig an und atmet besser als ältere Modelle.
Technische Details: Atlas vs. Titan Evo
Der Atlas wiegt 25 Kilogramm, der Titan Evo 29 kg. Die Sitzbreite beträgt 50 cm (Titan Evo: 56 cm). Die Rückenlehne ist 80 cm hoch (Titan Evo: 84 cm). Die Lordosenstütze bietet vier Stufen, aber keine federunterstützte Tiefenverstellung wie im Titan Evo. Die Armlehnen sind 3D-verstellbar, das teurere Modell hat eine vierte Achse. Der Bezug ist ein neues SoftWeave Plus Kunstleder. Secretlab gibt eine 30 % höhere Atmungsaktivität an. Der Preisunterschied von 100 Euro resultiert aus diesen Einsparungen.
Für wen lohnt sich der Atlas?
Secretlab zielt mit dem Atlas auf eine breitere Zielgruppe: schmalere Personen und alle, die nicht tief in die Tasche greifen wollen. Der Preis von 499 Euro ist ein klarer Vorteil gegenüber dem Titan Evo mit 599 Euro aufwärts.
Konkurrenz im Budget-Segment
Gaming-Stühle unter 500 Euro sind ein hart umkämpftes Segment. DXRacer bietet das Formula Series ab 429 Euro, Noblechairs den Hero für 449 Euro. Beide nutzen häufig Holzkonstruktionen. Secretlab setzt beim Atlas auf einen vollständig geschweißten Stahlrahmen, der sonst nur in teureren Modellen vorkommt. Das unterscheidet ihn von Einsteigerstühlen von AKRacing (ab 350 Euro). Der Atlas schließt eine Lücke zwischen Budget-Stühlen und dem Premiumsegment von Herman Miller (ab 1.500 Euro). Secretlab reagiert damit auf die Nachfrage nach schlankeren, günstigeren Stühlen für kleinere Räume.
Kein voller Ersatz, aber eine echte Alternative
Der Titan Evo bleibt das Flaggschiff mit mehr Einstellmöglichkeiten und breiterer Sitzfläche. Der Atlas setzt dagegen auf eine schlankere Bauweise, die sich fast wie ein Bürostuhl anfühlt, nur mit dem typischen Racing-Design und dem stabilen Stahlrahmen.
Kleine Abstriche, großer Gewinn
Das Verstellen der Rückenlehne geht leicht von der Hand, die Wippmechanik arbeitet ruhig. Einziger Wermutstropfen: Die Kopfstütze ist nicht so weich gepolstert wie beim teureren Modell. Insgesamt bietet der Atlas für den reduzierten Preis aber ein ordentliches Paket.
Wertung kurz gefasst
Wer einen günstigen, schlanken Gaming-Stuhl sucht, der auf Herz und Prostata sitzt, bekommt mit dem Secretlab Atlas ein solides Produkt. Nach ein paar Tagen Test bin ich überzeugt: Der Stuhl ist mehr als nur eine Sparversion.