Proteste und Pixel-Unterstützung
Die Entlassungswelle bei Microsoft hat Bethesda nicht verschont. Während die Belegschaft Protestkundgebungen plant, greift ein Modder zu einem ungewöhnlichen Mittel: Er drapiert Union-Logos über die Landschaft von Skyrim.
Was genau passiert ist
Microsoft kürzte kürzlich massiv Stellen, auch bei den Teams hinter The Elder Scrolls 6. Die betroffenen, gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter organisieren Gegendemos. Der Modder bietet Spielern eine digitale Möglichkeit, Solidarität zu zeigen.
- Die Logos erscheinen in der Spielwelt als Banner oder Texturen.
- Die Botschaft lautet: „We are the best allies to game devs.“
- Die Mod ist frei verfügbar und schnell installiert.
Mehr als ein Gimmick
Es ist ein Statement aus der Community, das auf die prekäre Lage der Entwickler aufmerksam macht. Statt nur zu reden, nutzt der Modder sein Talent, um ein Zeichen zu setzen, direkt in einem der bekanntesten Spiele überhaupt.
Die Aktion zeigt: Die Modding-Szene steht hinter den Leuten, die diese Welten erschaffen. Keine leeren Versprechungen, sondern sichtbare Flagge in Tamriel.
Bethesda: Von Morrowind zu Microsoft
Bethesda Game Studios wurde 2001 in Rockville, Maryland gegründet. Zuvor arbeiteten die Gründer an The Elder Scrolls II: Daggerfall (1996), einer prozedural generierten Open World. Der Durchbruch gelang mit Morrowind (2002), das die Serie als offenes Rollenspiel etablierte. Oblivion (2006) und Skyrim (2011) folgten, letzteres verkaufte sich über 60 Millionen Mal und erschien auf mehr als zehn Plattformen. Microsoft übernahm die Muttergesellschaft ZeniMax Media im März 2021 für 7,5 Milliarden Dollar.
- Die erste Elder Scrolls-Episode Arena startete 1994 unter DOS.
- Starfield, das erste neue IP seit 25 Jahren, veröffentlichte Bethesda 2023 mit gemischter Kritik.
- The Elder Scrolls 6 wurde 2018 angekündigt, befindet sich noch in der Vorproduktion.
Entlassungen als Branchennorm
Die Kürzungen bei Microsoft sind kein Einzelfall. Laut Layoffs.fyi verloren 2023 über 10.500 Beschäftigte in der Games-Branche ihren Job. 2024 setzte sich der Trend fort: Sony entließ 900 Mitarbeiter, Epic Games 830, Riot Games 530. Die Ursachen reichen von gestiegenen Entwicklungskosten bis zur Konsolidierung nach Übernahmen. Bei Bethesda traf es insbesondere die QA-Abteilungen und das Team von The Elder Scrolls 6. Die Gewerkschaft ZeniMax Workers United (CWA) wurde 2021 gegründet und zählt zu den ersten gewerkschaftlich organisierten Studios. Im Dezember 2023 reichten Arbeiter Klage gegen Microsoft ein, weil das Unternehmen angeblich Gewerkschaftsaktivitäten behinderte.
- Microsoft strich im Januar 2024 rund 1900 Stellen in der Gaming-Sparte.
- Die Übernahme von Activision Blizzard für 68,7 Milliarden Dollar wurde im November 2023 abgeschlossen.
Die Mod als digitaler Protest
Die Solidaritäts-Mod trägt den Namen „Solidarity in Tamriel“ und ist auf Nexus Mods verfügbar. Der Modder, der unter dem Pseudonym „TamrielUnion“ auftritt, erklärte: „Ich bin kein Bethesda-Mitarbeiter, aber ich will zeigen, dass Spieler die Menschen hinter den Spielen unterstützen.“ Seit Release Mitte Januar 2024 erreichte die Mod über 15.000 Downloads. Sie funktioniert mit der Skyrim Special Edition und der Anniversary Edition.
- Ähnliche Aktionen gab es zuvor in Fallout 4 (LGBTQ+-Flaggen) oder The Witcher 3 (Gewerkschaftsfahnen).
- Die Botschaft „We are the best allies to game devs“ richtet sich gegen das Management.
- Modder haben auch Gedenkstätten für reale Ereignisse in der Spielwelt errichtet.
Die Aktion zeigt, wie die Verbindung zwischen Spielern und Entwicklern in wirtschaftlich unsicheren Zeiten funktioniert. Keine PR-Kampagne, sondern ein handgemachtes Pixel-Denkmal.