Was hinter dem “To Play”-Regal steckt
- Steam-Sammlungen lassen sich seit dem großen Library-Redesign als eigene Regale anlegen.
- Wer viele Titel besitzt, verliert in der Standardansicht schnell den Überblick über ungespielte Spiele.
- Ein “To Play”-Regal sortiert genau jene Titel aus, die als Nächstes dran sein sollen.
- Die Idee stammt aus der Spielerschaft selbst, nicht aus einer offiziellen Valve-Kampagne.
So funktioniert das Regal in der Praxis
- Sammlungen können manuell per Rechtsklick auf ein Spiel oder im Bibliotheksmenü erstellt werden.
- Alternativ lassen sich dynamische Sammlungen anlegen, die Spiele automatisch nach Tags, Genre oder installiertem Status einsortieren.
- Die Reihenfolge innerhalb eines Regals lässt sich frei per Drag-and-Drop verschieben.
- Auf der Startseite der Bibliothek erscheinen ausgewählte Sammlungen als eigene Regale über der Spieleliste.
- Ein Klick auf das Regal öffnet direkt die gefilterte Ansicht der ausgewählten Titel.
Warum Steam das überhaupt möglich macht
Valve hat die Steam-Bibliothek im September 2019 komplett überarbeitet und dabei Sammlungen zum zentralen Ordnungsmittel erklärt. Vorher existierten nur einfache Kategorien ohne dynamische Filter. Die neue Oberfläche erlaubt es, auf Basis der Steam-Tags automatisch Sammlungen zu erzeugen, etwa für Genres, Stimmungen oder eben ungespielte Titel. Seitdem ist die Bibliothek für viele Nutzer zur eigentlichen Startseite von Steam geworden, nicht mehr der Shop. Genau dieser Wandel macht persönliche Regale wie ein “To Play”-Bord erst sinnvoll.
Valve als Hausherr über tausende Spielesammlungen
Valve sitzt in Bellevue im US-Bundesstaat Washington und betreibt Steam seit 2003. Das Unternehmen ist gleichzeitig Entwickler von Reihen wie Half-Life, Portal, Left 4 Dead und Dota 2. Mit dem Steam Deck hat Valve seit 2022 zusätzlich eigene Hardware im Markt, die die Bibliotheksverwaltung noch stärker in den Fokus rückt. Für viele Nutzer ist Steam längst kein reiner Shop mehr, sondern das zentrale Archiv ihrer gesamten Spielesammlung. Die Sammlungsfunktion ist damit ein Werkzeug, das Valve nicht für Verkäufe, sondern für den täglichen Umgang mit der eigenen Bibliothek gebaut hat.
Vergleichbare Werkzeuge bei anderen Anbietern
- GOG Galaxy erlaubt ebenfalls eigene Regale und importiert sogar Titel aus anderen Clients.
- Epic Games Launcher bietet bis heute nur eine einfache Filterung nach installierten Spielen.
- Playnite ist ein Open-Source-Launcher, der Bibliotheken mehrerer Dienste zusammenführt und sehr freie Kategorien erlaubt.
- Backloggd und ähnliche Webseiten erlauben das Verwalten des Backlogs außerhalb der Launcher.
Der Backlog als eigenes Spielephänomen
Der sogenannte Pile of Shame ist längst ein fester Begriff in der Spielerschaft. Wer bei Steam Sales günstig zuschlägt, sammelt oft mehr Titel an, als in einem Jahr gespielt werden können. Ein “To Play”-Regal ist der Versuch, aus dieser Ansammlung eine Reihenfolge zu machen. Die Spielerschaft diskutiert seit Jahren über Methoden wie Lostöpfe, Jahreslisten oder eben Steam-Sammlungen, um den Backlog abzuarbeiten. Die Bibliotheksfunktionen von Steam liefern dafür die technische Grundlage.
Was das für die tägliche Nutzung bedeutet
Ein selbst angelegtes Regal verändert, wie Spieler ihre Bibliothek öffnen. Statt die alphabetische Liste zu durchscrollen, landet man direkt bei den nächsten Kandidaten. Die Sortierung bleibt lokal im Steam-Profil gespeichert und synchronisiert sich über die Steam Cloud. Wer mehrere Rechner nutzt, findet sein Regal also auch auf dem Zweitrechner oder dem Steam Deck wieder. Das macht die Funktion praktischer als eine Notizliste außerhalb des Clients.
Ein Regal als Statement gegen die Kaufwut
Wer sich hinsetzt und aus hunderten Titeln ein Dutzend für das “To Play”-Regal auswählt, trifft eine Entscheidung, die kein Algorithmus abnehmen kann. Steam hat die Werkzeuge dafür geliefert, die Kuratierung übernimmt der Nutzer selbst. Viele Spieler berichten in Foren, dass schon das Sortieren die Lust am Spielen zurückbringt. Am Ende steht ein Regal mit Titeln, die tatsächlich gespielt werden sollen, nicht mit denen, die im Sale am günstigsten waren.