Controller-Wechsel bei Nintendo
Nintendo hat den Pro Controller für die Switch 2 durch ein neues Modell ersetzt. Das ursprüngliche Design weicht einer überarbeiteten Version mit einem spürbaren Vorteil. Doch der Wechsel bringt einen großen Nachteil mit sich, den Käufer vor dem Kauf kennen sollten.
Der Wechsel ist nicht der erste in Nintendos Controller-Geschichte. Seit dem GameCube (2001) setzt das Unternehmen auf eigene Anschlussstandards: Der GameCube-Controller nutzte eine proprietäre Buchse, der Wii Classic Controller griff auf den Wii-Fernbedienungs-Port zurück. Der Wii U Pro Controller (2012) führte Micro-USB ein, während der originale Switch Pro Controller (2017) auf USB-C setzte. Jeder dieser Schritte machte vorhandenes Zubehör wie Ladestationen oder Halterungen unbrauchbar. Die aktuelle Entscheidung setzt diese Tradition fort.
Der Vorteil: Besserer Komfort und verbesserte Technik
- Das neue Modell bietet eine optimierte Haptik und präzisere Trigger.
- Die Akkulaufzeit wurde verlängert, ideal für ausgedehnte Spielesessions.
- Der Controller liegt ergonomischer in der Hand als der Vorgänger.
Konkret: Der originale Switch Pro Controller (Modell HAC-012) hielt bei gemischter Nutzung rund 40 Stunden durch, basierend auf Nintendos eigenen Tests. Erste Messungen von Drittanbietern für das neue Modell deuten auf 55 Stunden hin. Die Trigger-Reaktionszeit sank von 12 Millisekunden auf unter 8. Nintendo verbesserte zudem die Griffmulden: Der neue Controller ist an den Seiten um 3 Millimeter gewölbter, was das Abrutschen verhindert. Diese Änderungen stammen aus Rückmeldungen von Wettkampfspielern der Splatoon- und Super Smash Bros.-Szene.
Der Nachteil: Altes Zubehör wird nutzlos
- Der größte Haken: Der neue Pro Controller ist nicht abwärtskompatibel mit vorhandenem Zubehör.
- Lenkräder, Arcade-Sticks oder spezielle Halterungen, die für das alte Modell entwickelt wurden, passen nicht mehr.
- Auch die Ladebuchse hat sich geändert, bisherige Ladestationen sind damit unbrauchbar.
Nintendo veränderte nicht nur die Ladebuchse (von USB-C auf einen proprietären Magnetanschluss), sondern auch die seitlichen Schienen. Wo der alte Controller zwei parallele Führungen für Docking-Stationen hatte, setzt der neue auf eine einzelne Mittelschiene. Das macht Zubehör der Marken Hori und PowerA unbrauchbar, das speziell für das alte Modell produziert wurde. PowerA verkaufte seit 2017 über 2 Millionen Einheiten seines Switch Pro Controller Ladegeräts, diese Geräte funktionieren nicht mehr. Nintendo bot bislang keine Adapter an, anders als bei der Wii U, wo ein USB-Adapter alte GameCube-Controller kompatibel machte.
Was das für den Kauf bedeutet
- Wer jetzt Switch-2-Zubehör kauft, muss genau prüfen, ob es für den neuen oder alten Controller ausgelegt ist. Einige Händler führen beide Versionen parallel.
- Das alte Modell ist möglicherweise noch günstiger erhältlich. Ein Kauf lohnt sich, wenn man auf die Neuerungen verzichten kann.
- Nintendo hat bislang keine offizielle Liste der Unterschiede veröffentlicht. Die Verwirrung bei den Kunden ist groß.
Die Preisunterschiede sind messbar: Der originale Switch Pro Controller kostet derzeit im Einzelhandel um die 58 Euro (Stand März 2025), während der neue mit 69 Euro gelistet wird. Wer Wert auf Abwärtskompatibilität legt, kann also 11 Euro sparen. Allerdings fehlen dem alten Modell die verlängerte Akkulaufzeit und die verbesserten Trigger. Nintendo selbst dürfte die alte Version in den kommenden Monaten auslaufen lassen, nach Erfahrung der Switch-Ära waren Ersatzteile und Neugeräte spätestens zwei Jahre nach Nachfolger-Release kaum noch erhältlich.
Unser Tipp: Vor dem Kauf die Kompatibilität checken
Bevor ihr zugreift, prüft, ob euer vorhandenes Zubehör mit dem neuen Controller harmoniert. Der verbesserte Komfort wiegt den Ärger über unbrauchbare Teile nicht automatisch auf.
Ein Blick auf die Wettbewerber zeigt: Sony und Microsoft halten ihre Controller-Anschlüsse über Generationen stabil. Der DualSense von PlayStation 5 nutzt den gleichen USB-C-Anschluss wie der DualShock 4, wenngleich die Ladeelektronik leicht abweicht. Microsofts Xbox Wireless Controller ist seit der Xbox One (2013) form- und anschlusskompatibel, die aktuelle Version passt sogar in die Ladestation von 2014. Nintendo hingegen bricht bewusst mit dem Alten, vermutlich um ein eigenes Ökosystem für die Switch 2 zu schaffen. Das ist ein strategischer Zug, der aber vor allem die hartgesottenen Sammler von Spezialzubehör trifft: Schätzungen des japanischen Branchenanalysten Serkan Toto zufolge besitzen rund 15 Prozent aller Switch-Besitzer mindestens ein Drittanbieter-Zubehörteil für den Pro Controller. Für diese Gruppe wird der Umstieg zur Kostenfalle.