Triple-I Initiative: 45 Minuten wie ein Puzzle legen
Evil Empire erklärt, wie aus Trailern, Rhythmus und Kuratierung ein 45-minütiges Showcase ohne Host und Werbung wird.
Am 8. Oktober 2026 zeigt die Triple-I Initiative 45 Minuten lang nur Trailer, ohne Host und Werbung. Evil Empire kuratiert acht Weltpremieren, darunter Team17 und Amanita Design, und nennt 14.000 Euro Teilnahmegebühr für Studios. Der kostenlose Livestream läuft auf YouTube, Twitch, Steam, Bilibili und Niconico.
Ein Showcase als Puzzle, nicht als Werbeblock
Das nächste Triple-I Initiative-Showcase läuft am 8. Oktober 2026 und dauert exakt 45 Minuten. Es gibt keinen Host, keine Werbeunterbrechungen, keine Zwischenmoderation, nur Trailer. Veranstalter ist Evil Empire, selbst ein Indie-Studio. Co-Founder und Head of Business Benjamin Laulan beschreibt den Aufbau der Sendung als Puzzle, bei dem jedes Teil an der richtigen Stelle sitzen muss, damit der Fluss über die volle Länge hält.
Wer hinter dem Format steckt
- Evil Empire ist als Indie-Entwickler selbst Teil der Szene, die das Showcase bewirbt.
- Benjamin Laulan verantwortet als Co-Founder das Business und tritt als Kopf hinter der Programmplanung auf.
- Laulan beschreibt sich selbst als langjährigen Showcase-Fan, der die Emotionen klassischer Live-Konferenzen nachbilden wollte.
- Das Format versteht sich als Angebot an ein Publikum, das sich bewusst für diese 45 Minuten entscheidet.
Der Sendeplan für den 8. Oktober
Der Termin steht: 8. Oktober 2026 um 9:00 PT beziehungsweise 12:00 ET. Übertragen wird auf YouTube, Twitch, Steam, Bilibili und Niconico. Gezeigt werden acht exklusive Weltpremieren, unter anderem von Team17, Amanita Design, Strange Scaffold und Norsfell. Damit ist es die zweite Ausgabe im Jahr 2026 und die dritte Veranstaltung insgesamt, nach dem Start 2024.
Rhythmus statt Stapelware
Laulan zufolge entsteht die Reihenfolge nicht am Reißbrett, sondern in mehreren Durchläufen. Das Team achtet auf Artstyle, Genre, Markenname und Umfang der gezeigten Spiele. Zwei ähnliche Titel hintereinander soll es nicht geben, ebenso wenig zwei hektische Trailer in Folge. Am Ende landen meist rund fünf verschiedene Versionen der Running Order auf dem Tisch, die das Team mehrfach gemeinsam sichtet. Feedback zur Gesamtdramaturgie fließt dann in die nächste Fassung.
Was Evil Empire von den Trailern verlangt
Weil Triple-I kein klassisches Geschäftsmodell für Evil Empire ist, steht die Qualität der Trailer im Vordergrund. Das Team arbeitet eng mit den Studios zusammen, damit deren Ankündigung im kurzen Fenster der Sendung wirkt. Bei bekannten Marken bremst Laulan sogar bewusst: Wenn eine IP-Enthüllung in den ersten zehn Sekunden durchgepresst wird, rät er zu mehr Geduld. Brotkrumen, Musik, ein geliebter Charakter im Hintergrund, all das soll die Live-Situation nutzen. Streamer-Reaktionen auf große Comebacks sind Teil der Kalkulation.
Große Namen als Anker, Außenseiter als Kontrast
- Etablierte Marken und stark erwartete Fortsetzungen bringen bestehende Communities mit, die zu einem großen Publikum verschmelzen.
- Aus dieser Mischung entsteht laut Laulan eine natürliche Conversion: Wer zwei Spiele der Liste mag, bleibt für den Rest dran.
- Bei unbekannten Debüt-Titeln verschiebt sich das Auswahlkriterium, gefragt sind Neuheit, eigenwillige Mechaniken und handwerkliche Qualität.
- Die Frage lautet dann nicht, wie viele Fans ein Studio mitbringt, sondern ob das Spiel die Sendung besser macht.
- Ziel ist es, dass die gezeigten Spiele der Hauptgrund zum Einschalten sind und nicht bloß Vorspeise für andere Events.
Was die Teilnahme kostet
Für Zuschauer fallen keine Ticketkosten an, das Showcase ist ein kostenloser Livestream. Anders sieht es auf der Studios-Seite aus: In einem Bericht über das Format wird eine Teilnahmegebühr von 14.000 Euro genannt. Laulan betont, dass die Preise bewusst niedrig gehalten werden, damit die Teilnahme für Studios keine schwere finanzielle Belastung darstellt. Das Geld soll über gute Partnerschaften und saubere Umsetzung wieder hereinkommen, nicht über aufgeblähte Produktionswerte. Eine physische Veranstaltung ist nicht geplant.
Was die dritte Ausgabe anders macht
2026 zwei Events in einem Jahr unterzubringen, bezeichnet Laulan als die größte Aufgabe dieser Runde. Für die Zukunft geht es nicht um ein neues Rezept, sondern um Reichweite und Kooperationen, unter anderem mit First-Party-Partnern, mit denen es bereits Gespräche gab. Kuratierung und Lineup bleiben für ihn das Wichtigste, weil Leute wegen der Spiele einschalten. Ein Erfolg wäre aus seiner Sicht erreicht, wenn ein großes Studio seine komplette Marketingkampagne um eine Enthüllung bei Triple-I herum aufbaut. Genau dahin scheint die Entwicklung bereits zu laufen.
Quelle: GameSpot - All Content