Zwischen PS4-Blockbustern wie Uncharted 4 und God of War erschienen zehn gute Spiele, die kaum jemand startete, darunter Gravity Rush 2, Prey und Nex Machina. Viele bekamen gute Kritiken, gingen aber wegen großer Releases und kleiner Marketingbudgets unter; einige sind im PlayStation Store und auf PS5 weiter spielbar, teils stark reduziert.
Übersehene Perlen auf der PlayStation 4
Die PlayStation 4 ist eine Konsole mit einer ungewöhnlich breiten Bibliothek. Zwischen Uncharted 4, God of War und The Last of Us Part II erschienen Dutzende kleinere Titel, die bei Kritikern gut ankamen und trotzdem kaum jemand kaufte. Diese Liste versammelt zehn davon. Einige stammen von bekannten Studios, andere von kleinen Teams mit wenig Marketingbudget.
Gravity Rush 2 und die Schwerkraft als Spielfigur
- Gravity Rush 2 entstand bei Sony Japan Studio und setzt den PS-Vita-Titel fort.
- Hauptfigur Kat kontrolliert die Schwerkraft und kämpft in einer schwebenden Stadt.
- Der Stil erinnert an frankobelgische Comics, die Musik stammt von Kohei Tanaka.
- Trotz guter Kritiken blieb der Titel kommerziell weit hinter den Erwartungen.
Weitere übersehene PS4-Titel
- Prey (Arkane Austin) verknüpft Immersive Sim mit Science-Fiction-Horror auf einer Raumstation.
- Furi (The Game Bakers) reduziert Bosskämpfe auf reines Timing und Ausweichen.
- Rain World (Videocult) wirft Spieler als Slugcat in ein feindseliges Ökosystem ohne Erklärung.
- Pyre (Supergiant Games) verbindet Rollenspiel, visuellen Roman und ein Sportspiel.
- The Sexy Brutale (Cavalier Game Studios, Tequila Works) ist eine Zeitschleifen-Mordgeschichte in einem Herrenhaus.
Nex Machina, Ruiner und die Nische
Nex Machina von Housemarque ist ein Twin-Stick-Shooter in der Tradition von Robotron. Das Studio hatte sich mit Resogun und Super Stardust bereits einen Namen gemacht, bevor es später mit Returnal den Sprung in die große Produktion schaffte. RUINER von Reikon Games kombiniert Cyberpunk-Ästhetik mit brutalen Top-Down-Kämpfen. Iconoclasts von Joakim Sandberg entstand über Jahre in Einzelarbeit und ist ein Metroidvania mit ungewöhnlich ernster Geschichte. Yoku’s Island Express von Villa Gorilla verknüpft Flipperphysik mit einem Erkundungsspiel. Alle vier Titel teilen dasselbe Schicksal: gute Kritiken, wenig Sichtbarkeit.
Warum so viele gute Spiele untergingen
- Der PlayStation Store füllte sich jedes Jahr mit hunderten Neuerscheinungen.
- Große Releases verdrängten kleinere Titel oft schon in der Woche nach dem Start.
- Marketingbudgets legen fest, welches Spiel überhaupt gesehen wird.
- Viele der genannten Titel erschienen zeitgleich mit deutlich bekannteren Konkurrenten.
Studios mit eigener Vorgeschichte
Supergiant Games hatte mit Bastion und Transistor bereits eine treue Fangemeinde, doch Pyre war schwerer zu erklären als seine Vorgänger. Arkane Austin war für Dishonored bekannt, arbeitete bei Prey aber mit einem neu zusammengestellten Team an einer eigenen Marke. Ryu Ga Gotoku Studio lieferte mit Fist of the North Star: Lost Paradise eine Adaption der Mangavorlage im Stil von Yakuza, die außerhalb Japans kaum beachtet wurde. Videocult bestand bei Rain World im Kern aus einem sehr kleinen Team.
Was heute noch nachholbar ist
Viele dieser Spiele sind weiterhin im PlayStation Store erhältlich und laufen auf der PS5 über die Abwärtskompatibilität. Einige tauchen regelmäßig in Rabattaktionen auf, teils für wenige Euro. Wer kompakte Spielerfahrungen ohne Live-Service-Anhang sucht, findet hier abgeschlossene Werke mit klarem Ende. Auch physische Versionen sind teilweise noch zu bekommen, allerdings nicht mehr für jedes der zehn Spiele.
Ein letzter Blick auf die Liste
Die Auswahl zeigt, dass Sichtbarkeit und Qualität auf dem Konsolenmarkt nicht zwangsläufig zusammenhängen. Nex Machina war der letzte große Arcade-Titel von Housemarque vor dem Wechsel zu größeren Projekten. Gravity Rush 2 blieb der letzte Teil der Reihe, weil Sony Japan Studio später umstrukturiert wurde. Diese Spiele sind noch da, sie warten nur auf Spieler.