All Will Fall, Wenn Ambition auf technische Trümmer trifft
Eine ambitionierte Strategie-Simulation, die durch konzeptionelle Tiefe besticht, aber an ihrer eigenen technischen Instabilität fast zerbricht.
Einleitung in das Tal der Tränen
All Will Fall verspricht eine komplexe Mischung aus Aufbau-Simulation und taktischer Verteidigung. Auf den ersten Blick wirkt die Spielwelt durchdacht und die mechanische Tiefe ist für ein Indie-Projekt durchaus beachtlich.
Leider entpuppt sich der Einstieg als Geduldsprobe. Wer hier ein poliertes Erlebnis erwartet, sollte seine Erwartungen schleunigst herunterschrauben.
Die Mechaniken im Detail
Das Herzstück von All Will Fall bildet die Verwaltung der Ressourcen. Man muss ständig zwischen der Energieerzeugung und dem Ausbau der Verteidigungslinien abwägen.
Dieses Balancing-System ist das Highlight des Spiels. Es fühlt sich befriedigend an, wenn eine optimierte Lieferkette endlich den gewünschten Output liefert.
Die technische Katastrophe
Der große Schwachpunkt ist die mangelhafte Programmierung. Die KI-Gegner agieren oft völlig irrational und bleiben in der Geometrie der Karte hängen.
Besonders gravierend sind die Speicherfehler. Es gibt nichts Ernüchterndes, als nach einer Stunde Aufbauphase durch einen Crash auf den Desktop zurückgeworfen zu werden.
Grafik und Spielgefühl
Optisch bietet das Spiel einen soliden, wenn auch nicht bahnbrechenden Look. Die Texturen wirken in den Details jedoch matschig, sobald man zu nah an die Gebäude heranzoomt.
Was das Spielerlebnis jedoch am meisten trübt, ist die fehlende 4K-Unterstützung. Menüs wirken wie aus einem Jahrzehnt, das die Auflösungs-Skalierung noch nicht kannte.
Fazit für Strategen
All Will Fall hat zweifellos gute Ansätze. Spielmechanisch könnte es ein Geheimtipp für Fans des Genres sein, wenn es denn funktionieren würde.
Aktuell ist das Spiel eher ein ungeschliffener Rohdiamant in einer Müllhalde aus Bugs. Wer nicht bereit ist, auf kommende Patches zu warten, sollte den Kauf aktuell meiden.
+ PRO
- +Ressourcen-Management-System erfordert komplexe logistische Planung über drei Klimazonen hinweg
- +Tech-Tree bietet über 50 einzigartige Upgrades mit spürbaren Auswirkungen auf die Produktion
- +Dynamischer Tag-Nacht-Zyklus beeinflusst die Sichtweite der Verteidigungseinheiten direkt
- +Gebäude-Editor erlaubt eine individuelle Platzierung von Verteidigungstürmen auf frei wählbarem Terrain
- +Soundtrack mit orchestralen Synthesizer-Klängen sorgt für eine dichte, melancholische Atmosphäre
- CONTRA
- -KI-Gegner bleiben regelmäßig an den Ecken von Mauern hängen und greifen nicht an
- -Häufige Abstürze beim Speichervorgang führen zum Verlust ganzer Spielstunden
- -Benutzeroberfläche skaliert bei 4K-Auflösungen nicht und macht Texte nahezu unlesbar
- -Tutorial-Missionen erklären grundlegende Produktionsketten nur oberflächlich oder gar nicht
FAZIT
Ein frustrierendes Erlebnis, das hinter seiner interessanten Fassade noch zu viele unfertige Baustellen verbirgt, um wirklich zu überzeugen.
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