Castlevania: Belmont's Curse: Peitschen-Action in Flammen
Rose Belmont jagt 1499 im brennenden Paris Draculas Bestien und versiegelt besiegte Bosse in Tarotkarten.
Rose Belmont betritt das brennende Paris
Castlevania: Belmont’s Curse verlagert die Reihe ins Jahr 1499. Paris steht in Flammen, aus den Schatten strömen Bestien, und Trevor Belmont betritt mit seiner Tochter Rose die Straßen.
Die junge Jägerin übernimmt die Hauptrolle. Bewaffnet mit dem Vampirkiller, der heiligen Peitsche, jagt sie die Kreaturen, die aus dem Schloss entkommen sind.
Schnell gerät Rose in eine düstere Verschwörung. Ob sie Paris retten kann, hängt an ihrer Peitsche und an dem, was sie unterwegs versiegelt.
Peitschen-Action als Trapezartist
Das Kampfsystem setzt auf die legendäre Peitsche, nun aber deutlich beweglicher. Die Beschreibung verspricht eine Mechanik, mit der sich Rose wie ein Trapezartist durch die Arenen schwingt.
- Vertikale Bewegung wird Teil des Kampfes, nicht nur des Platformings
- Die Peitsche dient als Waffe, Seil und Distanzwerkzeug zugleich
- Kreative Kombinationen sollen die Jagd schnell und wölfisch machen
Wer die Peitschen-Mechanik beherrscht, dürfte Belohnung spüren. Wer sie nicht beherrscht, wird häufiger sterben, als ihm lieb ist.
Das Arkana-System und seine Bosse
Besiegte Bosse wandern in Roses Tarotkarten. Dort werden sie zu Arkana, nutzbaren Fähigkeiten und Spezialaktionen.
- Tod, Medusa und Carmilla kehren als bekannte Gegner zurück
- Joan of Arc tritt als geheimnisvoller neuer Boss hinzu
- Jede Karte erweitert das Arsenal um eigene Zauber
Das System erinnert an klassische Seelen-Fähigkeiten, verpackt in ein Tarot-Motiv. Es motiviert zum Jagen, weil jeder Boss ein Werkzeug hinterlässt.
Was das Spiel richtig macht
- Der Schauplatz Paris 1499 hat Profil und unterscheidet sich vom üblichen Schloss-Setting
- Die Boss-Auswahl mischt Serien-Kanon mit neuen Figuren
- Die Peitsche als zentrales Werkzeug bleibt der Reihe treu
- Das Arkana-System gibt dem Fortschritt eine klare Sammelstruktur
- Drei Studios (Konami, Evil Empire, Motion Twin) bringen unterschiedliche Handschriften ein
Die Mischung aus 2D-Erkundung und Rollenspiel-Elementen wirkt stimmig. Wer Metroidvania mag, findet hier vertraute Kost.
Wo Belmont’s Curse schwächelt
- Die Trapezartist-Mechanik verlangt präzise Eingaben und dürfte Einsteiger überfordern
- Bosse werden durch das Arkana-System zu Werkzeugen degradiert, was ihren Auftritten Nachdruck nimmt
- Der Zeitsprung von 23 Jahren nach Dracula’s Curse setzt Serienwissen voraus
- Die Midnight Edition mit Kostümen und Digital Sound Art Gallery rechtfertigt den Aufpreis nur für Sammler
Diese Kritikpunkte sind Design- und Umfangsentscheidungen, keine technischen Defekte. Sie ändern nichts daran, dass der Kern trägt.
Für wen Belmont’s Curse gedacht ist
Fans der klassischen Serie bekommen vertraute Kost. Neueinsteiger müssen sich mit Serienwissen und der Peitschen-Steuerung auseinandersetzen.
Die Midnight Edition enthält die Vollversion, eine Digital Sound Art Gallery und drei Bonus-Objekte. Dazu zählen Kostüme im Trevor-Stil und Sypha-Stil sowie ein Familiensegen-Relikt.
Wer nur die Geschichte spielen will, kann zur Standardversion greifen. Sammler dürften an der Galerie Gefallen finden.
Einordnung und Score
Castlevania: Belmont’s Curse trifft den Ton der Reihe und erweitert ihn um Rose als neue Figur. Die Peitschen-Action bleibt das Herz, das Arkana-System gibt dem Bosskampf einen zweiten Zweck.
Konami liefert hier ab, was die Reihe verspricht, und muss sich an Vorbildern wie Symphony of the Night messen lassen.
Mit 8.2 von 10 liegt das Spiel knapp unter dem Referenzwert von 8.4. Die Abweichung begründet sich in der Einstiegshürde und der Boss-Inszenierung, die durch das Kartensystem an Eigengewicht verliert.
+ PRO
- +Peitschen-Action mit Trapezartist-Bewegung erweitert das Kampfsystem um vertikale Optionen
- +Arkana-System verwandelt besiegte Bosse in spielbare Tarotkarten-Fähigkeiten
- +Boss-Riege von Tod über Medusa bis Joan of Arc sorgt für Abwechslung
- +Mittelalterliches Paris 1499 als Schauplatz verleiht der Jagd eine eigene Note
- +Zusammenarbeit von Konami, Evil Empire und Motion Twin bündelt Genre-Erfahrung
- CONTRA
- -Die Trapezartist-Peitsche verlangt präzise Eingaben und dürfte Einsteiger überfordern
- -Das Arkana-System degradiert besiegte Bosse zu bloßen Werkzeugen und nimmt ihren Auftritten Nachdruck
- -Der Zeitsprung von 23 Jahren nach Dracula's Curse setzt Serienwissen voraus
- -Die Midnight Edition mit Kostümen und Sound Art Gallery rechtfertigt den Aufpreis nur für Sammler
FAZIT
Ein würdiger Serien-Eintrag mit starker Peitschen-Mechanik, der bei Einstiegshürde und Boss-Inszenierung Federn lässt.
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