Cleaning Up! im Test: Wenn der Putzeimer zum Albtraum wird
Eine Indie-Simulation, die den Alltag eines Gebäudereinigers in einen frustrierenden Kampf gegen die eigene Physik-Engine verwandelt.
Der Reiz des Putzens
Cleaning Up! möchte in die Fußstapfen von Titeln wie Viscera Cleanup Detail treten und den scheinbar banalen Alltag eines Reinigungsprofis simulieren. Auf den ersten Blick macht die Prämisse neugierig, denn wer hat nicht schon einmal davon geträumt, einen kompletten Bürokomplex in Rekordzeit zu säubern?
Das Spielprinzip ist denkbar simpel: Auftrag annehmen, Ausrüstung schnappen und den Schmutz beseitigen. Doch schon nach wenigen Minuten in der ersten Mission verfliegt die anfängliche Begeisterung.
Technik, die den Spielspaß ausbremst
Die größte Hürde für den Spieler ist leider nicht der hartnäckige Kaffeefleck auf dem Teppich, sondern die Engine. Wenn sich ein Schreibtischstuhl bei der kleinsten Berührung wie ein Flummi durch den Raum katapultiert, fühlt sich das weniger nach Simulation als nach einem unfreiwilligen Slapstick-Experiment an.
Diese physikalischen Aussetzer sind nicht nur lästig, sondern ruinieren oft den Spielfortschritt. Wenn ein wichtiger Gegenstand unter die Texturen einer Wand rutscht, ist die Mission verloren.
Designentscheidungen im Test
Positiv hervorzuheben ist das taktische Element der Reinigungsmittel. Wer nicht das richtige Werkzeug für den jeweiligen Untergrund wählt, verschmiert den Dreck nur, anstatt ihn zu entfernen.
Leider wirkt das Design der Levels oft einfallslos und steril. Man läuft stumpf von A nach B, ohne dass die Umgebung wirklich auf die Aktionen des Spielers reagiert.
Fazit eines enttäuschten Putzteufels
Für ein Spiel, das sich der Ordnung verschrieben hat, hinterlässt Cleaning Up! selbst einen ziemlich chaotischen Eindruck. Es fehlt der Feinschliff, der den Unterschied zwischen einer “besonderen Erfahrung” und einer “frustrierenden Baustelle” ausmacht.
Wer eine entspannende Simulation sucht, sollte hier lieber die Finger davon lassen. Es gibt auf dem Markt der Indie-Simulatoren weitaus ausgereiftere Titel, die ihre Mechaniken beherrschen, anstatt gegen den Spieler zu arbeiten.
+ PRO
- +Das physikbasierte Wisch-System reagiert erstaunlich präzise auf die Bewegungsrichtung der Maus
- +Verschiedene Reinigungsmittel wie Glasreiniger oder Schrubber erfordern unterschiedliche Anwendungstechniken
- +Die Level-Umgebungen bieten eine abwechslungsreiche Mischung aus Büros und verlassenen Lagerhallen
- +Ein motivierendes Upgrade-System erlaubt den Kauf von besseren Industriestaubsaugern
- +Der entspannte Lo-Fi-Soundtrack bildet einen humorvollen Kontrast zum hektischen Geschehen
- CONTRA
- -Objekte wie Stühle zucken unkontrolliert durch den Raum, sobald man sie mit dem Besen leicht berührt
- -Die Kollisionsabfrage ignoriert regelmäßig Ecken, wodurch Schmutzpartikel unerreichbar in der Geometrie verschwinden
- -Das Fehlen einer Speichermöglichkeit innerhalb eines Levels führt bei Physik-Bugs zum kompletten Neustart der Mission
- -Die Steuerung des Charakters wirkt schwammig, als würde man sich permanent auf einer Eisfläche bewegen
FAZIT
Trotz einer charmanten Grundidee verhindern technische Mängel und eine widerspenstige Physik den Spielspaß komplett.
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