Grime II, Ein steiniger Weg durch die Leere
Die Fortsetzung des surrealen Metroidvania-Hits liefert visuelle Brillanz, stolpert jedoch über frustrierende Designentscheidungen und technische Instabilität.
Eine Rückkehr in den Schlund
Grime II knüpft direkt an die surrealen Wurzeln seines Vorgängers an. Die Welt wirkt erneut wie ein fiebriger Albtraum aus Stein und pulsierendem Fleisch.
Dennoch stellt sich schnell die Frage, ob die Neuerungen ausreichen. Während das visuelle Konzept überzeugt, fühlt sich die spielerische Identität oft wie ein Aufguss des Erstlings an.
Kampf gegen die Mechanik
Das Herzstück bleibt das Parieren von Angriffen. Wer das Timing beherrscht, wird belohnt; wer es verfehlt, stirbt bei den knackigen Bossen meist sofort.
Leider trüben ungenaue Hitboxen den Spielspaß erheblich. Nichts ist ärgerlicher, als einen Angriff korrekt zu lesen und dennoch durch eine unsichtbare Reichweite getroffen zu werden.
Technik und Performance
Auf dem PC kämpft Grime II mit der Optimierung. In hektischen Gefechten bricht die Bildrate ein, was in einem Soulslike fatal sein kann.
Auch das Leveldesign ist ein zweischneidiges Schwert. Die Welt ist wunderschön gestaltet, aber die langen Laufwege ohne effiziente Schnellreise-Punkte bremsen den Spielfluss massiv aus.
Das Fazit des Journalisten
Grime II ist kein schlechtes Spiel, aber es hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Fans des ersten Teils werden die vertraute Mechanik lieben, sofern sie über die technischen Defizite hinwegsehen können.
Für Neulinge könnte der Einstieg jedoch durch die mangelnde Benutzerfreundlichkeit und die frustrierenden Designentscheidungen zur Geduldsprobe werden. Hier wurde viel Potenzial durch fehlende Politur verschenkt.
+ PRO
- +Das Absorptions-System zur Aneignung von Gegner-Fähigkeiten bleibt taktisch tiefgreifend
- +Die atmosphärische, organisch-surreale Spielwelt bietet ein einzigartiges visuelles Design
- +Das präzise Parier-System belohnt risikoreiches Spielverhalten mit mächtigen Kontern
- +Fortschrittssystem erlaubt durch das Attributs-Management vielfältige Charakter-Builds
- +Exzellentes Sound-Design unterstreicht die bedrückende Stimmung der feindseligen Umgebung
- CONTRA
- -Das Platforming leidet unter einer unpräzisen Steuerung bei komplexen Sprungpassagen
- -Massive Framerate-Einbrüche in Arealen mit vielen Partikeleffekten stören den Spielfluss
- -Die Hitboxen einiger Bossgegner sind bei weitem nicht so exakt wie das restliche Kampfsystem
- -Backtracking innerhalb der weitläufigen Areale fühlt sich ohne schnellere Reisemöglichkeiten oft unnötig zäh an
FAZIT
Ein ambitioniertes Sequel, das zwar seinen künstlerischen Kern bewahrt, aber unter einem Mangel an technischem Feinschliff und frustrierenden Designmängeln leidet.
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