Ein Meilenstein für Sammler und Theoretiker
Seit 2009 wächst der Champion-Pool von League of Legends beständig. Nun hat Dot Esports eine aktualisierte Liste veröffentlicht, die alle 173 spielbaren Helden umfasst.
Die Besonderheit: Die Einträge sind nicht nach Erscheinungsjahr, sondern alphabetisch geordnet. So finden Spieler auf einen Blick, wann ihr Lieblings-Champion das erste Mal die Kluft betrat.
Riot Games: Vom Indie-Studio zum Marktführer
Riot Games wurde 2006 von Brandon Beck und Marc Merrill gegründet. Beide arbeiteten zuvor in der Unternehmensberatung und im Investmentbanking, ohne Spieleentwicklungserfahrung. Ihr Ziel: Defense of the Ancients (DotA), eine Mod für Warcraft III, als eigenständiges Spiel umsetzen.
- Beta-Start von League of Legends im April 2009
- Offizielle Veröffentlichung am 27. Oktober 2009 mit 40 Champions
- Übernahme durch den chinesischen Konzern Tencent im Jahr 2011
- Riot zählt heute über 4.000 Mitarbeiter weltweit
Vor LoL gab es keine MOBA im heutigen Sinne als separates Produkt. Das Genre existierte ausschließlich als Mod. Riot standardisierte Mechaniken wie den „Summoner’s Rift“-Modus, den automatischen Heldenkauf und das Freischalten via In-Game-Währung.
Zahlen, Daten, Fakten
- 173 Champions in der Liste
- Jeder Eintrag enthält das genaue Release-Datum
- Die Liste wird mit jedem neuen Champion aktualisiert
Riot Games bringt im Schnitt mehrere neue Helden pro Jahr. Die aktuelle Zahl zeigt, wie sehr sich das Universum aufgebläht hat, aber auch, wie tief die strategischen Möglichkeiten reichen.
Frühe Champion-Designs und ihre Herkunft
Die ersten 40 Champions stammten direkt aus DotA-Konzepten: Annie (Asche von 2009) war eine Neuinterpretation von DotAs Crystal Maiden. Ryze und Karthus trugen Zaubersprüche mit extrem niedrigen Abklingzeiten, ein Erbe der Mod-Ära.
- Erster Champion, der nicht aus DotA adaptiert wurde: Jax (November 2009), sein Design mit einer Lampe als Waffe war eine Eigenkreation
- 2012 brachte Kha'Zix das erste neue Ressourcensystem: Mana-freie Fähigkeiten auf Kosten von einem „Fress“-Buff
- 2013 erschien Yasuo, der erste Champion mit passivem kritischen Trefferbonus, ein experimentelles Design, das die Meta dauerhaft veränderte
Bis 2015 veröffentlichte Riot 5–6 Champions pro Jahr. Ab 2017 sank die Rate auf 3–4, um die Balance zu verbessern. 2023 kamen nur drei neue Helden hinzu: Milio, Naafiri und Hwei.
Was bringt diese Liste?
Für Veteranen ist sie eine kleine Zeitreise: Sie erinnert an Meta-Verschiebungen und an Nächte mit riskanten Flanken oder mächtigen Zaubern. Für Neulinge bietet sie Orientierung, um die Chronologie der Spielentwicklung nachzuvollziehen.
Manche Champions sind legendär, andere längst im Schatten neuerer Mechaniken. Die Liste zeigt, wie Riot mit jedem Release die Spielbalance beeinflusst hat.
Branchenkontext: Wie viele Helden bieten andere MOBAs?
Im Vergleich zu Dota 2 (124 Helden, Stand Dezember 2024) hat LoL fast 50 mehr spielbare Einheiten. Smite kommt auf 130 Götter, Heroes of the Storm, eingestellt 2022, blieb bei 93 Helden stehen.
- Dota 2 setzt auf Komplexität durch Item-Slots und neutrale Kreaturen, nicht auf reine Champion-Zahl
- LoL verwendet ein „Rotation“-System: 28 Champions sind jede Woche kostenlos spielbar
- Die durchschnittliche Entwicklungszeit für einen neuen Champion beträgt 10–14 Monate bei Riot (laut Entwickler-Talk 2023)
Kein anderes Free-to-Play-MOBA hat je die 170-Marke geknackt. Gründe: höhere Balancing-Kosten, unübersichtliche Pick-Phase in Turnieren und steigende Einstiegshürden für Neueinsteiger.
Das Ende einer Ära?
Mit 173 Champions stellt sich die Frage: Wie viele können es noch werden? Die Liste von Dot Esports dokumentiert den bisherigen Weg, und lässt Raum für Spekulationen.
Jeder neue Champion bringt frische Strategien, aber auch mehr Komplexität. Die alphabetische Sortierung macht das Chaos beherrschbar, zumindest auf dem Papier. Riot selbst gab 2023 an, jährlich nicht mehr als vier Neuzugänge zu planen. Ob das Limit hält, hängt von der Datenanalyse der Spielerbindung ab, die Riot intern „Champion Health Index“ nennt.