Was sich ändert
Das Overclocked Midseason-Update erscheint am 23. Juni. Es bringt Legend-Anpassungen, neue Shotgun-Hop-ups und eine Reihe von Fixes. Der Fokus liegt auf Ballistic, der nach mehreren Nerfs an Popularität verloren hatte. Außerdem bessert Respawn die Anti-Cheat-Systeme nach.
Overclocked ist die 21. Season von Apex Legends und startete im Mai 2024. Split 2 begann Anfang Juli. Midseason-Updates greifen typischerweise nach sechs Wochen ein, um das Meta zu korrigieren. Respawn veröffentlicht solche Patches seit Season 3 regelmäßig. Die letzte große Anpassung für Ballistic erfolgte in Season 19. Seitdem sackte seine Pick-Rate unter 2 % ab, gemessen an Daten von Apex Legends Status.
Die wichtigsten Änderungen
- Ballistic, Passive: Seine Sling-Waffe bleibt jetzt auch nach dem Respawn in allen Spielmodi erhalten. Bisher verlor er sie beim Tod. Das schließt eine Lücke, die viele Spieler als unfair empfanden, da andere Legends ihre Ausrüstung ebenfalls verlieren.
- Ballistic, Taktik: Der Tactical-Buff soll frühere Stärken zurückbringen. Das Entwicklerteam betont, dass Gegner mehr Gegenwehr leisten können sollen, die genauen Zahlen wurden nicht genannt.
- Ballistic, Ultimate: Der bisherige Speed-Boost entfällt. Stattdessen gibt es nur noch einen Sprint-Boost. Das soll schnelle Team-Pushes ermöglichen, ohne während des Kampfes einen Geschwindigkeitsvorteil zu bieten.
- Anti-Cheat: Neue Erkennung für einen Reverse-Speed-Hack verhindert, dass Cheater sich in der Luft einfrieren. Zudem wurden mehrere Server-Exploits geschlossen.
- Shotgun-Hop-ups: Neue Aufsätze für Schrotflinten wurden angekündigt, konkrete Details fehlen jedoch noch. Respawn hat in der Vergangenheit mit Hop-ups wie dem Hammerpoint-Magazin oder dem Double-Tap-Trigger experimentiert. Die neuen Aufsätze könnten die EVO-Shotgun oder die Mastiff betreffen, beides Waffen, die im aktuellen Meta selten gespielt werden.
Was Spieler beachten sollten
Ballistic-Spieler können sich über mehr Verlässlichkeit freuen: Der passive Respawn-Bonus macht ihn vor allem in langen Matches wertvoller. Der abgeschwächte Ultimate verhindert, dass sein Team ungerechtfertigte Speed-Vorteile im Kampf erhält, das dürfte die Situation für Gegner fairer machen. Die Anti-Cheat-Maßnahmen zielen auf zwei spezifische Lücken: Freeze-Hacks und Server-Angriffe. Respawn betont, dass weitere Arbeiten laufen, aber nicht alle Details öffentlich gemacht werden können.
Trotz der Änderungen bleibt Ballistic eine der am wenigsten gespielten Legends. Laut Daten von Apex Legends Status lag seine Auswahlrate in Split 2 bei rund 1,5 %. Zum Vergleich: Die Top-Legends wie Wraith oder Pathfinder kommen auf 10 % und mehr. Ob die Buffs ausreichen, um ihn ins Meta zurückzuholen, hängt von den nicht genannten Zahlen des Tactical-Buffs ab.
Hintergrund: Respawn Entertainment
Respawn Entertainment wurde 2010 von Jason West und Vince Zampella gegründet, nachdem beide zuvor Infinity Ward und die Call of Duty-Reihe mitentwickelt hatten. Das Studio brachte 2014 Titanfall heraus, einen Mech-Shooter mit starkem Bewegungssystem. 2016 folgte Titanfall 2, das trotz Kritikerlob kommerziell hinter den Erwartungen blieb. Aus dessen Gameplay-Elementen, Wallrunning, Gleiten, taktische Fähigkeiten, entstand 2019 Apex Legends, ein Battle-Royale ohne Mech-Komponente. Der Überraschungsstart ohne Vorankündigung brachte 50 Millionen Spieler in der ersten Woche. Heute zählt Respawn über 500 Mitarbeiter. Das Studio gehört seit 2017 zu Electronic Arts, operiert aber weitgehend eigenständig.
Die Verbindung zwischen Titanfall und Apex Legends zeigt sich in vielen Mechaniken. Der Grappling-Hook von Pathfinder stammt direkt aus Titanfall 2. Die Waffe R-99 ist eine Weiterentwicklung der CAR aus Titanfall. Ballistic selbst ist die erste Legend mit einem Hintergrund, der auf Titanfall-Söldner verweist, sein Design und seine Sling-Waffe erinnern an die Pilot-Klasse aus den Vorgängern.
Anti-Cheat im Branchenvergleich
Cheater sind ein Dauerproblem in Battle-Royale-Spielen. Fortnite setzt auf Easy Anti-Cheat (EAC) und eigene Maschinenlern-Modelle. Call of Duty: Warzone nutzt das hauseigene Ricochet-System, das Kernel-Treiber einsetzt. Respawn verwendet ebenfalls EAC, ergänzt durch hausgemachte Erkennungsmuster. Der Reverse-Speed-Hack, den das Update angeht, erlaubte es Cheatern, sich in der Luft einzufrieren und unsichtbar zu werden, eine Variante des Speed-Hacks, die in anderen Spielen wie PUBG ebenfalls auftrat.
Respawn hat seit Release von Apex Legends über 20 Anti-Cheat-Patches veröffentlicht. 2023 gab das Studio bekannt, monatlich rund 100.000 Cheater-Konten zu sperren. Dennoch bleibt die Rate an gemeldeten Cheatern in den oberen Rängen hoch. In den Top-500-Lobbys von Ranked werden laut Spielerforen bis zu 15 % der Matches von Cheatern gestört. Die neuen Server-Exploit-Fixes zielen auf eine Methode, bei der Angreifer die Serverlast simulierten und so Verbindungsabbrüche erzwangen. Solche Angriffe sind kein Einzelfall: Epic Games dokumentierte 2022 ähnliche Lücken in Fortnite.