Kein Prequel, sondern eine echte Fortsetzung
Cory Barlog, der kreative Kopf hinter den modernen God of War-Ablegern, hat die Gerüchteküche mit einem klaren Statement beendet. In einem aktuellen Interview stellt er unmissverständlich fest: Die angekündigte Geschichte um Laufey, besser bekannt als Faye, ist kein Prequel.
- „This is not a prequel“, betont Barlog gegenüber GamesRadar+
- Es handelt sich um eine direkte Fortsetzung des Zeitstrahls
- Der Fokus liegt auf dem, was nach dem Begräbnis in God of War (2018) geschah
Santa Monica Studio: Eine kurze Historie
Santa Monica Studio gehört zu den ältesten First-Party-Studios von Sony. Gegründet 1999, veröffentlichte es 2005 den ersten God of War und definierte Action-Adventures mit schnellen Quick-Time-Events neu. Das Team unter Allan Becker und später Cory Barlog lieferte sechs Haupttitel sowie Handheld-Ableger wie God of War: Chains of Olympus (2008) und God of War: Ghost of Sparta (2010). Der Wechsel zur nordischen Mythologie 2018 brachte einen radikal neuen Stil, Kameraperspektive, Kampfsystem und Erzählweise wurden neu erfunden. Vor diesem Neuanfang arbeitete das Studio an God of War: Ascension (2013), einem Prequel, das kommerziell und kritisch hinter den Erwartungen zurückblieb. Seitdem konzentriert sich Santa Monica auf emotionale Vater-Sohn-Dynamiken, die auch in Laufey fortgesetzt werden sollen.
Was geschah mit Faye nach der Beerdigung?
Die entscheidende Aussage Barlogs lautet: „This is what happened to Faye after that funeral.“ Damit wird klar, dass das Projekt die Zeit nach dem Tod der Riesin im Fokus hat, nicht ihre Vergangenheit als Gefährtin von Kratos oder als letzte Hüterin ihres Volkes.
- Die Handlung setzt also zeitlich nach der Trauerfeier ein
- Faye war tot, als Kratos und Atreus in die Welt aufbrachen, doch ihre Geschichte endete nicht
- Barlog verspricht eine Erzählung, die die God of War-Timeline nach vorne treibt
Zahlen und Meilensteine der Reihe
God of War (2018) verkaufte sich bis September 2023 über 23 Millionen Mal und gewann Game of the Year bei den Game Awards, den DICE Awards und den BAFTA Games Awards. Sein Nachfolger God of War Ragnarök legte in der ersten Woche 5,1 Millionen Einheiten ab und erreichte bis Juni 2023 insgesamt 15 Millionen Exemplare. Beide Titel erzielen einen Metacritic-Score von 94, die höchsten Werte der gesamten Serie. Die gesamte Franchise hat die 66-Millionen-Marke an verkauften Spielen überschritten (Stand 2022). Damit zählt God of War zu den drei erfolgreichsten Marken von Sony Interactive Entertainment, direkt hinter Spider-Man und The Last of Us.
Bedeutung für die Serie
Das Statement räumt endgültig mit der Annahme auf, Sony wolle eine klassische Vorgeschichte erzählen. God of War Ragnarök endete mit einem offenen Fenster für neue Kapitel, und genau hier greift Laufey ein.
- Kratos und Atreus sind weiterhin zentrale Figuren, aber Faye rückt in den Vordergrund
- Die Geschichte beleuchtet Ereignisse, die parallel oder direkt nach dem Ende von Ragnarök stattfinden
- Barlog selbst bezeichnet die Idee als „eine natürliche Weiterentwicklung“ der Saga, ohne die typischen Erwartungen an ein Prequel zu bedienen
Branchenkontext: Prequels und narrative Erweiterungen
In der Games-Industrie sind Prequels üblich. Red Dead Redemption 2 spielt zwölf Jahre vor dem ersten Teil, Mafia: Definitive Edition erzählt die Jugend des Tommy Angelo. Diese Titel erklären Vorgeschichten, bleiben aber in der Vergangenheit verwurzelt. Barlogs Ansatz ist ungewöhnlich: Eine Geschichte über eine tote Figur, die nach ihrem Tod spielt. Erinnerungen oder Rückblenden könnten vorkommen, doch die Handlung treibt die Zeitlinie voran. Sony setzt vermehrt auf Midquels und Spin-offs. Marvel’s Spider-Man: Miles Morales (2020) spielt parallel zum Hauptspiel und verkaufte sich über 10 Millionen Mal. Uncharted: The Lost Legacy (2017) erzählt eine Nebenhandlung mit Chloe Frazer und Nadine Ross. Laufey könnte diesen Trend fortsetzen, als eigenständiges Kapitel, das die God of War-Welt erweitert, ohne sie neu zu starten.