Der Kern der Aussage
Ein Künstler von Bethesda Game Studios hat gegenüber PCGamer deutlich gemacht, dass sich die Lage beim klassischen Rollenspiel-Entwickler grundlegend gewandelt hat. „Vorher hatten wir keine Entlassungen, und jetzt haben wir plötzlich jährliche Entlassungen“, wird der Entwickler zitiert. Die Aussage „Something has changed“ bringt das Unbehagen im Studio auf den Punkt. Diese Beobachtung fällt in eine Phase, in der die Gewerkschaft von Bethesda Game Studios weiterhin für mehr Arbeitsrechte eintritt.
Die Gewerkschaft von Bethesda Game Studios
- Die gewerkschaftliche Organisation wurde in den letzten Jahren aufgebaut, um Beschäftigte bei Verhandlungen mit dem Management zu vertreten.
- Sie fordert unter anderem klare Regelungen bei Kündigungen, bessere Transparenz und Mitsprache bei Projektentscheidungen.
- Die jüngsten Entlassungswellen haben der Gewerkschaft neuen Zulauf gebracht, da viele Mitarbeiter Schutz suchen.
- Die Gruppe kooperiert mit größeren Gewerkschaftsverbänden der US-Unterhaltungsbranche, etwa der Communications Workers of America.
- Konkrete Verhandlungserfolge sind nicht öffentlich bekannt, aber die Organisation bleibt aktiv.
Studio-Historie: Von Morrowind bis Starfield
Bethesda Game Studios wurde 2001 in Rockville, Maryland, gegründet und ist bekannt für die The Elder Scrolls-Reihe. Titel wie Morrowind (2002), Oblivion (2006) und Skyrim (2011) wurden zu Meilensteinen der offenen Spielwelt. Mit Fallout 3 (2008) und Fallout 4 (2015) erweiterte das Studio sein Portfolio um postapokalyptische Rollenspiele. Im Jahr 2023 erschien das neue Universum Starfield, das trotz gemischter Kritiken kommerziell erfolgreich war. Microsoft übernahm den Mutterkonzern ZeniMax Media im März 2021 für rund 7,5 Milliarden Dollar.
Entlassungen im Branchenkontext
- Die Videospielbranche erlebte seit 2023 eine Welle von Stellenstreichungen bei großen Publishern.
- Allein Microsoft hat im Januar 2024 rund 1.900 Mitarbeiter aus der Sparte Gaming entlassen, primär bei Activision Blizzard und ZeniMax.
- Weitere Studios wie Epic Games, Riot Games und Unity reduzierten ebenfalls ihre Belegschaften.
- Im Vergleich zu früheren Jahren fällt auf, dass Entlassungen früher selten waren, heute aber zur Routine gehören.
- Die Aussage des Bethesda-Künstlers passt zu Berichten aus anderen Microsoft-Studios, die über gestiegenen Leistungsdruck klagen.
Was sich unter Microsoft konkret geändert hat
Der Künstler nennt als zentralen Unterschied die Regelmäßigkeit der Kürzungen. Früher seien Sparmaßnahmen Ausnahmen gewesen, heute fänden sie jährlich statt. Dazu kommt eine straffere Projektverwaltung durch die Muttergesellschaft, die kürzere Entwicklungszeiten und höhere Umsatzziele vorgibt. Viele Alt-Mitarbeiter verlassen das Studio deshalb, was einen Wissensverlust bedeutet. Die Gewerkschaft sieht darin eine Gefahr für die kreative Identität von Bethesda.
- In Foren wie ResetEra und dem Bethesda-Subreddit wird die Aussage des Künstlers kontrovers diskutiert.
- Viele Fans zeigen Unverständnis für die Entlassungspolitik bei einem Studio, das mit Skyrim und Fallout Milliardenumsätze erzielte.
- Andere Nutzer argumentieren, dass Microsoft als börsennotiertes Unternehmen Kostenstrukturen anpassen müsse.
- Einige Spieler beobachten bereits qualitative Einbußen in den jüngsten Updates von Starfield.
Auswirkungen auf laufende Projekte
Derzeit arbeitet Bethesda Game Studios an der nächsten großen Erweiterung zu Starfield sowie an dem angekündigten The Elder Scrolls 6, das noch ohne Erscheinungsdatum ist. Die internen Umstrukturierungen könnten die Entwicklung dieser Titel beeinflussen, wenngleich Microsoft bisher keine Verschiebungen bestätigt hat. Die Gewerkschaft fordert, dass bei zukünftigen Entlassungen soziale Abfederungen wie Abfindungen und Jobvermittlung garantiert werden. Ein konkreter Streik oder eine Klage wurde bislang nicht angekündigt, aber die Stimmung im Studio bleibt angespannt.
Ein Fakt zum Schluss
Bemerkenswert ist, dass Bethesda Game Studios in seiner 25-jährigen Geschichte bis zur Übernahme durch Microsoft nie größere Entlassungen durchführte. Diese Tradition ist mit der Eingliederung in den Konzern beendet, und die Gewerkschaft nutzt genau diesen Bruch als Argument für ihre Forderungen. Ob Microsoft auf die Kritik reagiert, wird sich zeigen, aber die Aussage des Künstlers dokumentiert einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitskultur eines der renommiertesten RPG-Studios der Welt.