120 FPS, endlich flüssig in Yharnam
Bloodborne läuft auf der PS5 offiziell weiterhin mit 30 FPS und dynamischer Auflösung. Die Community wartet seit Jahren auf ein Patch oder Remaster, ohne Erfolg.
Jetzt schafft Abhilfe, was FromSoftware verweigert: eine Mod. Die Entwicklerin Christina hat ein Tool veröffentlicht, das 120 Bilder pro Sekunde auf der Sony-Konsole ermöglicht. Die Quelle Kotaku bestätigt die Funktionsweise.
Der Entwickler: FromSoftware und ihre Geschichte
FromSoftware wurde 1986 als Entwickler von Bürosoftware in Tokio gegründet. Der Einstieg ins Spielegeschäft erfolgte 1994 mit King’s Field, einem First-Person-Rollenspiel, das die Grundlage für späteren Kultstatus legte. 2009 brachte das Studio mit Demon’s Souls ein düsteres Action-RPG heraus, das in Japan zunächst kaum Beachtung fand, bis Publisher Sony dem Titel eine internationale Veröffentlichung ermöglichte.
- Dark Souls (2011) wurde zum Durchbruch: über 1,3 Millionen Verkäufe im ersten Monat, weltweit später mehr als 10 Millionen Einheiten.
- Bloodborne (2015) war ein Exklusivtitel für die PS4, ein Gemeinschaftsprojekt von FromSoftware und Sony Japan Studio.
- Der Titel verkaufte sich in den ersten zwei Wochen über eine Million Mal, bis 2018 wurde die Marke von 3 Millionen geknackt.
Seitdem hat FromSoftware mit Elden Ring (2022) einen weiteren Meilenstein gesetzt: über 20 Millionen Einheiten verkauft. Doch das ältere Bloodborne blieb auf der PS4-Version eingefroren.
Der Mod im Detail: Leistung gegen Auflösung
- Das PS5-Mod-Paket von Christina erlaubt native 4K-Auflösung, allerdings nur mit 30 FPS.
- Für die vollen 120 FPS muss der Spieler die Auflösung reduzieren. Ein Kompromiss, der typisch für inoffizielle Patches ist.
- Der Mod greift tief in die Engine-Einstellungen ein. Eine Installation ist nur mit jailbroken PS5-Konsolen möglich.
Bloodborne im Franchise-Kontext
Bloodborne ist kein direktes Sequel einer bestehenden Serie, teilt aber DNA mit den Souls-Spielen. Die Spielwelt Yharnam, inspiriert von viktorianischer Gotik und Lovecraft'schem Horror, unterscheidet sich von der mittelalterlichen Fantasy der Dark Souls-Reihe. Das Kampfsystem ist aggressiver: kein Schutzschild, stattdessen eine Parierwaffe und Lebensrausch-Mechanik.
- Demon’s Souls erhielt 2020 ein PS5-Remake von Bluepoint Games, mit 60 FPS und 4K. Für Bloodborne blieb ein solches Update aus.
- Einzig ein ehemaliger Sony-Mitarbeiter, Shuhei Yoshida, äußerte sich 2022 in einem Interview: Er bedauere, dass der Patch nie gekommen sei, aber es liege an technischen Schwierigkeiten.
- Tatsächlich arbeitet die Engine von Bloodborne mit einer festen 30-FPS-Kopplung; jede Anhebung erfordert tiefe Eingriffe in die Physik und Animation.
Die Mod von Christina ist nicht die erste: Bereits 2021 veröffentlichte der Modder Lance McDonald einen 60-FPS-Patch für Bloodborne auf der PS4 Pro, ebenfalls nur über Jailbreak nutzbar.
Branchenkontext: Exklusivität und Community-Initiativen
Sony hat sich in den letzten Jahren stärker auf PC-Ports eingelassen. Horizon Zero Dawn (2020), God of War (2022) und The Last of Us Part I (2023) erschienen auf dem PC. Bloodborne hingegen blieb exklusiv, obwohl eine PC-Version in Gerüchten immer wieder auftauchte.
- 2022 hackte eine Gruppe die Bloodborne-Server, um eine 60-FPS-Version auf der PS5 zu demonstrieren, Sony reagierte nicht.
- Der Mod von Christina geht einen Schritt weiter: 120 FPS sind für ein Spiel aus der PS4-Ära ein technischer Grenzwert. Vergleichbare Projekte gibt es für The Legend of Zelda: Breath of the Wild (Cemu-Emulator, 60+ FPS) oder Red Dead Redemption 2 auf PC (120 FPS möglich).
- Der Haken: Jailbreak macht die PS5 anfällig für Banns und schließt Online-Funktionen aus. Die Mod ist daher eher ein Proof of Concept als eine Lösung für die breite Masse.
Die Arbeit von Moddern wie Christina zeigt, was selbst Jahre nach Release noch aus der veralteten PS4-Version herauszuholen ist. 120 FPS sind für ein Spiel dieser Ära ein krasser Sprung, auch wenn er mit Einschränkungen erkauft wird.
Bloodborne läuft auf der Basis-PS4 mit 30 FPS und schwankender Auflösung um 1080p. Der Mod bietet nun echte Wahlfreiheit: butterweiche 120 FPS oder gestochen scharfes 4K, aber nie beides zugleich. Sony hat sich dazu bis heute nicht geäußert.