Das Loch in der Welt
„Es gibt ein Loch in der Welt, und das Licht rinnt daraus hervor“, schrieb Ursula K. Le Guin. In MOLE wird dieses Loch nicht poetisch, sondern technisch gebohrt, mit einem kolossalen Bohrschiff, das von innen nach Madness und religiösem Blutkult riecht.
Das Spiel ist ab sofort auf Steam erhältlich. Die Macher nennen es „eine psychologische Horrorerfahrung mit taktilen Simulationselementen über Wahnsinn, Glauben und die Tiefen, die wir zu graben wählen“, und liefern genau das.
Werkzeuge des Grauens
MOLE setzt auf klobige, mechanische Interfaces. Die Steuerung der gigantischen Bohrmaschine fühlt sich an wie das Hantieren mit einem tödlichen Musikinstrument, ein Vergleich, der sofort an Mike Klubnikas clicky torture devices erinnert.
- Die Außenwelt bleibt unsichtbar, ähnlich wie in Iron Lung.
- Die Enge der Kabine und der alltägliche Wahnsinn erinnern an Mouthwashing.
- All das ergibt ein effektives Gefühlssystem für extraordinarily bad vibes.
Die Entwickler: Von GTFO zu MOLE
Hinter dem Projekt steht ein sechsköpfiges Team, das sich Cargo Collective nennt, ein Name, der die industrielle Ästhetik des Spiels trägt. Alle Mitglieder arbeiteten zuvor bei 10 Chambers Collective an GTFO, dem Koop-Horror-Shooter, der 2019 im Early Access startete und 2021 die Vollversion erreichte. GTFO verkaufte sich über 1,2 Millionen Mal, laut Angaben des Studios.
Das neue Team arbeitete zwei Jahre lang ohne Publisher-Finanzierung an MOLE. Die Entwicklung fand in Stockholm und remote statt. Das Budget lag unter 500.000 Euro, finanziert aus Eigenmitteln und einem kleinen Zuschuss des schwedischen Spieleförderers.
Von den Machern von GTFO
Hinter MOLE stehen ehemalige Entwickler von GTFO, jenem Koop-Horror-Shooter, der mit seiner dichten Atmosphäre und gnadenlosen Schwierigkeit bekannt wurde. Hier setzen sie auf ein Solo-Erlebnis mit langsamerem, klaustrophobischerem Tempo.
Keine Hektik, kein Team-Chat, nur du, die Maschinen und die Symbole an den Wänden, die nach Blut und Opfer schreien.
Preis und Verfügbarkeit
MOLE kostet auf Steam 16,79 Euro, derzeit mit 10 Prozent Launch-Rabatt für 15,11 Euro. Die Spielzeit liegt bei etwa vier bis fünf Stunden, bewusst kurz, wie die Entwickler in einem Interview mit RPS erklärten: „Wir wollen keine Längen, jeder Moment soll zählen.“ Das Spiel bietet englische Audioausgabe und deutsche Untertitel. Die Systemanfoderungen sind moderat: minimal eine GTX 1060, 8 GB RAM und 4 GB Speicherplatz.
Im Vergleich zu anderen psychologischen Horrorsimulationen wie Iron Lung (9,99 Euro, 1,5 Stunden) oder Mouthwashing (12,99 Euro, 3 Stunden) liegt MOLE preislich im oberen Mittelfeld, bietet aber eine dichtere Spielwelt mit mehr Interaktionsmöglichkeiten.
Jetzt spielbar
MOLE ist bereits veröffentlicht. Keine Ankündigung, kein Warten. Der Bohrer läuft. Ob du das Licht finden oder selbst darin versinken wirst, bleibt dir überlassen.