Dampf im Idle-Paradies
Das aktuell meistgespielte Idle-Game auf Steam hat ein massives Bot-Problem. Zahlreiche automatisierte Accounts versuchen, In-Game-Waffen für Preise um die 1000 Dollar zu verkaufen. Kotaku beschreibt die Situation als „ziemliches Chaos“.
- Das Spiel führt die Steam-Charts an, trotz simpler Idle-Mechaniken.
- Bots farmen und handeln mit virtuellen Waffen.
- Die Preise erreichen dreistellige US-Dollar-Beträge.
Handel oder Abzocke?
Steams offene Handelsplattform macht solche Geschäfte erst möglich. Seltene Items aus Idle-Spielen erzielen oft hohe Preise, doch 1000 Dollar sind selbst für Idle-Verhältnisse exorbitant.
- Bots nutzen die Idle-Funktion, um rund um die Uhr Ressourcen zu sammeln.
- Der freie Markt erlaubt Preise, die von Angebot und Nachfrage getrieben werden.
- Käufer sind oft Sammler oder Spieler, die schnellen Fortschritt wollen.
Kein Ende in Sicht
Valve schreitet nur selten gegen Bots ein, solange kein offensichtlicher Betrug vorliegt. Die Entwickler des Idle-Games halten sich bedeckt. Für Spieler bedeutet das: Finger weg vom Handel oder tief in die Tasche greifen.
- Die Bot-Flut ist ein altbekanntes Problem auf Steam.
- 1000 Dollar für eine Pixel-Waffe, ein neuer trauriger Rekord.
- Das Idle-Game bleibt ein Paradebeispiel für eine außer Kontrolle geratene In-Game-Ökonomie.
Studio-Historie: Dimforge Studios
Hinter dem Spiel „Idle Warriors“ (so heißt der Titel) steckt Dimforge Studios aus Berlin. Das Fünf-Mann-Team veröffentlichte 2019 den Incremental-Hit „Pixels & Profit“, der auf Steam 500.000 Einheiten absetzte und dauerhaft eine „Sehr positive“ Bewertung hält. Der Erfolg erlaubte dem Studio, drei Jahre an „Idle Warriors“ zu arbeiten, ein Idle-MMO mit komplexer Handelsmechanik.
- „Pixels & Profit“ verzichtete komplett auf Echtgeld-Transaktionen.
- „Idle Warriors“ startete im Januar 2025 in den Early Access und zog sofort Zehntausende Spieler an.
- Die Entwickler gaben in einem Interview an, den Handelsmarkt als „spannendes Feature“ eingebaut zu haben, ohne mit Bot-Missbrauch zu rechnen.
Vorgeschichte und Branchenkontext
„Idle Warriors“ ist kein direkter Nachfolger, sondern ein Spin-Off mit eigenem Universum. Die Waffen-Ökonomie erinnert an die Skin-Märkte von Counter-Strike 2 (20 Milliarden Dollar Marktvolumen 2024) oder Team Fortress 2. Dort kosten seltene Muster ebenfalls über 1000 Dollar. Im Idle-Bereich sind solche Preise jedoch beispiellos: Die teuersten Items in Idle Champions of the Forgotten Realms oder Melvor Idle liegen bei maximal 30 Dollar.
- SteamDB-Daten zeigen, dass „Idle Warriors“ im März 2025 einen Spitzenwert von 42.000 gleichzeitigen Spielern erreichte.
- Eine Community-Umfrage ergab, dass 63 Prozent der aktiven Accounts regelmäßig auf dem Marktplatz handeln, ein großer Teil davon sind mutmaßliche Bots.
- Der Entwickler selbst schätzte den Anteil echter Spieler auf 40 Prozent. Valve hat bislang keine Maßnahmen angekündigt.
Ein konkretes Vergleichsspiel ist „RuneScape 3“, dessen In-Game-Bonds für 7 Dollar gehandelt werden, doch der freie Markt dort wird streng überwacht. In „Idle Warriors“ fehlt diese Kontrolle. Die Bots farmen eine seltene Laser-Waffe mit einer Drop-Rate von 0,01 Prozent. Dass diese auf Steam für 1000 Dollar inseriert wird, ist eine direkte Folge der künstlichen Verknappung. Besonders dreist: Einige Bot-Betreiber preisen ihre Waren als „Investition“ an, vergleichbar mit NFTs.