Das Ende einer Ära bei Bungie
Berichte von Kotaku deuten auf schmerzhafte Einschnitte bei Bungie hin. Nach dem letzten Update für Destiny 2 im kommenden Juni drohen dem Studio signifikante Entlassungen.
Die Stimmung im Entwicklerteam ist angespannt. Viele Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs, sobald der Live-Service-Support für den Shooter reduziert wird.
Was bisher bekannt ist
Die wirtschaftliche Lage beim Entwickler ist seit längerem angespannt. Die folgenden Punkte fassen die aktuelle Situation zusammen:
- Das finale Inhalts-Update für Destiny 2 erscheint im Juni.
- Interne Quellen sprechen von einer notwendigen Personalreduktion.
- Die Abhängigkeit von einem einzigen großen Titel wird dem Studio nun zum Verhängnis.
- Frühere Versuche, das Portfolio durch Projekte wie Marathon zu erweitern, verlaufen schleppend.
Bungie verfehlte seine internen Umsatzziele für das Jahr 2023 um etwa 45 Prozent. Die Einnahmen aus Destiny 2 blieben hinter den Erwartungen von Sony Interactive Entertainment zurück, die das Studio 2022 für 3,6 Milliarden Dollar kauften.
Die Lage für die Entwickler
Der Druck auf die Führungsebene unter CEO Pete Parsons steigt. Die Mitarbeiter zahlen den Preis für strategische Fehlentscheidungen der letzten Jahre.
- Bisher gab es keine offizielle Stellungnahme zur genauen Anzahl der betroffenen Stellen.
- Spekulationen gehen von einer hohen zweistelligen oder sogar dreistelligen Zahl aus.
- Viele langjährige Entwickler suchen bereits aktiv nach neuen Stellen in der Industrie.
Die Entlassungen folgen auf eine bereits durchgeführte Kündigungswelle im Oktober 2023, bei der etwa 100 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Betroffen waren unter anderem das Community-Team und die Abteilung für Qualitätssicherung.
Ein Blick auf die Geschichte
Bungie entwickelte sich von einem kleinen Studio in Chicago zu einer festen Größe im Genre der First-Person-Shooter. Bekannt wurde der Entwickler durch die Halo-Reihe, die ab 2001 den Erfolg der Xbox-Konsole sicherte.
- 1991: Gründung von Bungie durch Alex Seropian und Jason Jones.
- 2000: Übernahme durch Microsoft.
- 2007: Ausgründung als unabhängiges Studio, wobei die Rechte an Halo bei Microsoft verblieben.
- 2014: Veröffentlichung von Destiny, dem ersten großen Projekt nach der Halo-Ära.
Der Übergang von Halo zu Destiny bedeutete für das Studio eine Abkehr vom klassischen Kampagnen-Modell hin zu einem dauerhaften Online-Dienst. Dieser Wandel erforderte eine massive Aufstockung des Personals von ehemals 300 auf über 1.000 Mitarbeiter.
Branchenkontext und Vergleichswerte
Das Modell des "Games-as-a-Service" steht aktuell in der gesamten Industrie unter Druck. Andere Anbieter wie Electronic Arts mit Apex Legends oder Ubisoft mit Rainbow Six Siege kämpfen ebenfalls mit sinkenden Spielerzahlen bei alternden Titeln.
- Destiny 2 verlor nach der enttäuschenden Erweiterung Lightfall massiv an aktiven Spielern.
- Die monatlichen Nutzerzahlen sanken laut SteamCharts im ersten Quartal 2024 auf den tiefsten Stand seit Jahren.
- Die Entwicklungskosten für moderne AAA-Titel liegen oft bei über 200 Millionen Dollar, was bei ausbleibendem Wachstum kaum zu refinanzieren ist.
Die Abhängigkeit von einem einzelnen Live-Service-Produkt verhindert eine Risikostreuung. Während Sony nach der Übernahme auf Synergieeffekte hoffte, zeigen die aktuellen Zahlen ein Ungleichgewicht zwischen den hohen Fixkosten des Studios und dem rückläufigen Umsatz des Kernprodukts.
Aktuelle Fakten zur Lage
Das Schicksal von Bungie bleibt eng mit dem Erfolg von Destiny 2 verknüpft. Ohne neue Einnahmequellen durch frische IPs gerät die finanzielle Basis ins Wanken.
Die Community wartet auf eine offizielle Mitteilung zur Zukunft der verbleibenden Teams. Das letzte Update markiert einen harten Schnitt für die gesamte Belegschaft.
Das kommende Projekt Marathon befindet sich derzeit in einer verlängerten Entwicklungsphase und wurde intern auf 2025 verschoben. Der Erfolg dieses Extraktions-Shooters entscheidet über die langfristige Existenzberechtigung des Studios innerhalb der PlayStation Studios-Struktur. Bisher gibt es keine spielbaren öffentlichen Builds, die einen Markterfolg garantieren könnten.