Eine Rückkehr mit Ansage
Emma Corrin verkörperte Cassandra Nova in Deadpool & Wolverine als psychisch instabile, aber hochintelligente Antagonistin. Obwohl die Figur im Finale des Films eine physische Niederlage erleidet, lässt das Marvel Cinematic Universe (MCU) durch das Multiversum-Konzept Spielraum für alternative Versionen oder zeitlich versetzte Auftritte.
Corrin signalisierte in Interviews ihre Bereitschaft für eine weitere Zusammenarbeit mit Marvel Studios. Die Schauspielerin knüpft damit an den Trend an, dass Darsteller in modernen Comic-Adaptionen aktiv die kreative Ausrichtung ihrer Rollen mitgestalten.
Die skurrile Vision für das Comeback
Corrin schlägt für eine Rückkehr ein Format vor, das sich auf das komödiantische Potenzial der X-Men-Historie konzentriert. Als Referenz dient der Film Step Brothers von 2008, in dem sich zwei erwachsene Stiefbrüder in einem kindischen Kleinkrieg gegenseitig bekämpfen.
- Die Idee sieht Cassandra Nova als Mitbewohnerin der X-Mansion in einer dysfunktionalen Geschwister-Konstellation.
- Das Szenario tauscht die großflächige Action des MCU gegen die Enge eines häuslichen Alltags.
- Der Fokus verschiebt sich auf die absurden zwischenmenschlichen Konflikte zwischen Mutanten in ihren eigenen vier Wänden.
Branchenkontext und Studio-Historie
Marvel Studios unter der Leitung von Kevin Feige steht nach dem finanziellen Erfolg von Deadpool & Wolverine vor der Aufgabe, die X-Men vollständig in die bestehende MCU-Struktur zu integrieren. Der Film spielte weltweit bisher über 1,3 Milliarden US-Dollar ein. Er ist damit der erfolgreichste R-Rated-Film der Kinogeschichte und übertraf den bisherigen Spitzenreiter Joker aus dem Jahr 2019.
Die Einbindung von Charakteren in ungewohnte Genres ist eine Strategie, die Disney bereits bei Projekten wie WandaVision erprobte. Dort nutzte das Studio Sitcom-Strukturen, um die psychologische Verfassung der Protagonistin abzubilden.
Die X-Men-Historie und das Erbe
Die X-Men-Rechte lagen bis zur Übernahme von 21st Century Fox durch Disney im Jahr 2019 bei einem anderen Studio. Die vorherige Filmreihe, die 2000 mit X-Men begann, umfasste 13 Titel, darunter die Wolverine-Solofilme und die Deadpool-Reihe.
Die Integration von Cassandra Nova, die ursprünglich aus der Comic-Serie New X-Men von Grant Morrison stammt, markiert den Übergang von der Fox-Ära in die MCU-Phase. Die Figur wurde 2001 eingeführt und agiert als zwillingsartige Gegenspielerin von Charles Xavier mit telepathischen Kräften.
Warum das funktionieren könnte
Kritiker und Fans loben Deadpool & Wolverine für den Bruch mit der klassischen Helden-Formel. Das Budget des Films lag bei geschätzten 200 Millionen US-Dollar, was den hohen Druck auf kommerzielle Sicherheit erklärt. Eine kleinere, komödiantische Produktion mit Emma Corrin würde den finanziellen Spielraum für Experimente erhöhen.
- Eine Sitcom-Struktur reduziert den Bedarf an aufwendigen CGI-Effekten, die bei Action-Sequenzen den Großteil des Budgets verschlingen.
- Die X-Mansion bietet als Schauplatz eine feste Kulisse, die Produktionskosten minimiert.
- Corrin hat mit ihrer Rolle in der Serie The Crown, wo sie Prinzessin Diana spielte, bewiesen, dass sie komplexe Dynamiken innerhalb enger Räume tragen kann.
Disney plant für die kommenden Jahre den Ausbau des X-Men-Franchises. Bisher gibt es jedoch keinen offiziellen Zeitplan für einen eigenständigen Mutanten-Film innerhalb der sogenannten „Phase 6“. Emma Corrins Wunschprojekt konkurriert bei der internen Pitching-Phase mit zahlreichen anderen Ideen aus dem umfangreichen Marvel-Katalog.