Zeitreise ohne Abo-Kosten
Chris Pratt, bekannt aus Guardians of the Galaxy und dem Super Mario-Film, spielte 2021 in „The Tomorrow War“ die Hauptrolle. Der Sci-Fi-Kracher mit 200 Millionen Dollar Budget floppte an den Kinokassen und verschwand bei Kritikern schnell unter dem Radar. Seit Juni 2026 ist der Film auf Tubi abrufbar, komplett kostenlos, ohne Abo, jedoch mit Werbeunterbrechungen. Tubi gehört zur Fox Corporation und finanziert sich rein über Anzeigen. Im deutschen Markt ist der Dienst noch eine Nische, während er in den USA 2025 über 80 Millionen aktive Nutzer zählte.
Was läuft da eigentlich ab?
Eine Gruppe Soldaten reist in die Zukunft, um gegen eine Alien-Invasion zu kämpfen. Pratt spielt einen Familienvater, der zum unerwarteten Helden wird. Die Action erinnert an Call of Duty-Zwischensequenzen: taktische Feuergefechte, grobe CGI-Alien-Designs, Explosionen. Regie führte Chris McKay, bekannt für The Lego Batman Movie und Ricky Stanicky. Der Film war ursprünglich für einen Kinostart im Dezember 2020 geplant, wurde aber pandemiebedingt von Amazon für 200 Millionen Dollar aufgekauft und exklusiv auf Prime Video gestreamt. Das weltweite Einspielergebnis lag bei 32 Millionen Dollar, ein finanzielles Desaster, das den Trend zum Direct-to-Streaming-Deal beschleunigte.
Warum dieser Film für Gamer interessant ist
Pratt hat eine Gaming-Credibility: Er lieh Mario seine Stimme, verkörperte Star-Lord in den Guardians-Spielen und spielte in The Lego Movie mit. The Tomorrow War fühlt sich streckenweise wie ein interaktives Blockbuster-Spiel an, Aliens, Zeitmanipulation, taktische Feuergefechte. Wer Halo, Gears of War oder Destiny mag, findet cineastisches Futter. Der Film verwendet zudem das „Time-Bubble“-Konzept, das an die XCOM-Serie erinnert: Wiederholungen und taktisches Team-Management. Ein Detail: Pratt absolvierte einen eintägigen Bootcamp-Kurs beim US-Militär für die Kampfszenen, üblich in Hollywood, aber selten bei einem Streaming-Film.
So streamt ihr den Film
- Plattform: Tubi (verfügbar in Deutschland, aber mit Werbeunterbrechungen)
- Zeitraum: Ab Juni 2026, kein Enddatum genannt
- Zugang: Registrierung nötig, aber kostenlos
Tubi ist eine der letzten werbefinanzierten Streaming-Oasen. Wer keine Lust auf noch ein Abo hat, bekommt hier solide Action ohne Extra-Kosten. Die Werbeblöcke dauern etwa zwei bis drei Minuten pro Stunde, vergleichbar mit linearem Free-TV. Der Film wird in 1080p gestreamt, Dolby Digital 5.1 vorhanden.
Produktion und Kinostart
Der Film wurde von Paramount Pictures und Skydance Media produziert, dem Studio hinter den Mission: Impossible-Filmen und Terminator: Dark Fate. Drehbuchautor Zach Dean (Deadfall) schrieb die erste Fassung 2012, das Projekt lag jahrelang auf Eis. Gedreht wurde 2019 in Island und Atlanta. Das Budget von 200 Millionen Dollar ist einer der höchsten Beträge für einen reinen Streaming-Film bis dato. Amazon zahlte Paramount eine nicht genannte Summe, Branchenschätzungen gehen von 160 bis 200 Millionen Dollar aus, und vermarktete den Film global. Weder Dean noch McKay bekamen Bonuszahlungen für den Streaming-Deal, was in Hollywood für Diskussionen sorgte.
Einordnung in den Sci-Fi- und Streaming-Markt
The Tomorrow War steht in einer Reihe mit anderen teuren Sci-Fi-Filmen, die direkt auf Streaming landeten: „The Gray Man“ (200 Mio., Netflix), „Red Notice“ (160 Mio., Netflix), „Moonfall“ (146 Mio., Kino/Streaming). Während diese Titel oft als „Popcorn-Kino“ abgetan werden, zeigt der Film, dass Blockbuster-Formate zunehmend ohne Kinoauswertung auskommen. Tubi hingegen ist ein Nischenanbieter, die Plattform lizenziert alte Katalogtitel, selten aktuelle Blockbuster. Dass The Tomorrow War auf Tubi landet, deutet darauf hin, dass Amazons Exklusivvertrag ausgelaufen ist (oft drei bis fünf Jahre). Der Film ist nun in der zweiten Verwertungsstufe: Werbefinanziert, für eine breite Zielgruppe verfügbar, ohne Extra-Abo-Kosten. Tubi verzeichnete 2025 etwa 3 Millionen monatliche Nutzer in Deutschland, der Film dürfte dort die Abrufzahlen kurzfristig pushen, aber die Produktionskosten nicht decken.