Ein mächtiger Zukauf für das Sim-Rig
Corsair hat den australischen Hersteller Trak Racer übernommen, um seine Position im Segment für Simulations-Hardware zu festigen. Der kalifornische Konzern baut damit sein Ökosystem aus, das bereits durch die Akquise von Endor AG (der Muttergesellschaft von Fanatec) im Jahr 2024 massiv an Bedeutung gewann.
Trak Racer wurde 2008 gegründet und spezialisierte sich früh auf Aluminium-Profil-Cockpits. Die Firma lieferte jahrelang die physische Basis für Setups, bei denen die Nutzer ihre Lenkräder und Pedale von Drittanbietern montierten.
Historie und Marktentwicklung von Trak Racer
Seit der Gründung durch Matt Sten in Australien entwickelte sich Trak Racer von einem kleinen Anbieter zu einem globalen Akteur mit Logistikzentren in Europa, den USA und Australien. Das Unternehmen fokussierte sich auf modulare Systeme wie die TR8 Pro- oder TR160-Serie, die auf 80/20-Aluminiumprofilen basieren.
Vor der Übernahme durch Corsair pflegte Trak Racer bereits offizielle Partnerschaften mit Rennserien wie der Alpine F1-Mannschaft. Diese Kooperationen dienten als Marketing-Instrumente, um die Cockpits bei eSports-Events und im professionellen Fahrertraining zu platzieren.
Die strategische Einordnung des Deals
Corsair verfolgt mit dem Kauf von Trak Racer das Ziel, eine vertikale Integration seiner Hardware-Sparten zu erreichen. Durch die Kontrolle über die Eingabegeräte (Fanatec) und die Montage-Infrastruktur (Trak Racer) entsteht ein geschlossener Produktzyklus.
Vergleichbare Konsolidierungen gab es in den letzten Jahren mehrfach, etwa durch Logitech, das mit der Übernahme von Loupedeck seine Produktpalette für Content-Creator erweiterte. Im Sim-Racing-Markt setzt Corsair nun auf die Strategie, die bisher fragmentierte Kundenbasis aus Gelegenheitsspielern und High-End-Enthusiasten zu bündeln.
Was sich für Nutzer ändert
Die Zusammenführung der Produktmarken erlaubt eine direkte Abstimmung der Bohrungen und Montageplatten. Bisher mussten Nutzer oft Adapterplatten von Drittanbietern kaufen, um Fanatec-Direct-Drive-Wheelbases an Trak Racer-Rigs zu befestigen.
Die neue Plattform umfasst folgende Komponenten:
- Aluminium-Profil-Cockpits (Serie TR160 und TR80)
- Spezielle Halterungen für Fanatec-Direktantriebe
- Dynamische Motion-Systeme der E-Motion-Serie
- Zubehör für Flugsimulatoren (HOTAS-Mounts)
Die neue Hardware-Strategie
Die Integration von Trak Racer in das Corsair-Portfolio schafft eine zentrale Anlaufstelle für Käufer, die Kompatibilitätsprobleme vermeiden wollen. Während Fanatec die Elektronik liefert, übernimmt Trak Racer die statische Stabilität, die für Kräfte bei Direct-Drive-Systemen mit über 20 Nm Drehmoment notwendig ist.
- Das Portfolio umfasst Einsteiger-Lösungen bis hin zu professionellen Motion-Rigs.
- Die Fertigung bleibt bei den bekannten Aluminium-Konstruktionen.
- Service und Support werden künftig über die Corsair-Infrastruktur abgewickelt.
Branchenkontext und Wettbewerb
Der Markt für Sim-Racing-Equipment wird durch die Konsolidierung zunehmend von großen Technologiekonzernen dominiert. Neben Corsair agiert Logitech mit seiner G Pro-Serie, die ebenfalls auf das High-End-Segment zielt.
Die Endor AG, die hinter Fanatec steht, durchlief vor der Corsair-Übernahme ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung aufgrund finanzieller Schieflagen. Die Einbindung in den Corsair-Konzern sichert die Ersatzteilversorgung für Produkte wie die ClubSport- oder CSL-Serien, die für Nutzer über Jahre hinweg kritisch war.
Die Konkurrenz durch kleinere Nischenanbieter wie Simucube oder Heusinkveld bleibt jedoch bestehen. Diese Hersteller setzen auf Open-Source-Kompatibilität, während Corsair nun den Weg der proprietären Systemintegration wählt. Die nächste Phase der Produktentwicklung wird zeigen, ob Corsair die Software-Schnittstellen zwischen den Fanatec-Treibern und den Trak Racer-Motion-Systemen in der iCUE-Software zusammenführt.