Ein kleiner Happen Technik
Das EFortune Cookie nutzt ein 1,54-Zoll E-Paper-Display der Firma Waveshare, welches für seine hohe Kontrastdichte bekannt ist. Das Gehäuse wird im Stereolithografie-Verfahren (SLA) aus einem speziellen, leicht beigen Kunstharz gedruckt, um die poröse Struktur eines Backwerks zu imitieren.
Die Steuerung übernimmt ein ESP32-Pico-Mini, der trotz seiner geringen Abmessungen über integriertes WLAN und Bluetooth verfügt. Diese Schnittstellen bleiben im Standard-Betrieb jedoch ungenutzt, um die Batterielaufzeit auf über drei Monate zu maximieren.
Technische Details zum Anbeißen
Die Hardware-Architektur basiert auf dem Low-Power-Design der Maker-Szene, bei dem der Tiefschlafmodus des Mikrocontrollers die Stromaufnahme auf unter 10 Mikroampere drückt. Der verbaute LIS3DH-Beschleunigungssensor dient als einziger Wake-up-Trigger.
- Die Firmware ist in C++ geschrieben und nutzt das GxEPD2-Framework für die Ansteuerung des Displays.
- Die Schriftart ist ein lizenzfreier Nachbau der Courier New, optimiert für die geringe Auflösung von 200x200 Pixeln.
- Eine CR2032-Knopfzelle versorgt das System, wobei ein Spannungsregler (LDO) den Energiefluss bei jedem Schüttelvorgang stabilisiert.
Hintergründe zum Entwickler
Hinter dem Projekt steht Marcus „Maker-M“ Thorne, ein ehemaliger Hardware-Ingenieur bei einem Berliner Startup für IoT-Sensorik. Thorne wurde 2021 durch das „Digital-Tamagotchi-Revival“ bekannt, bei dem er klassische 8-Bit-Pet-Mechaniken auf modernem Silizium nachbildete.
Sein erstes Projekt, ein Open-Source-Geigerzähler im Taschenformat, erreichte auf GitHub über 1.200 Sterne. Das EFortune Cookie ist das erste kommerzielle Produkt seiner neuen Marke „Tiny Artifacts“, die sich auf Gadgets ohne Cloud-Anbindung spezialisiert.
Branchenkontext und Vergleich
Das Gerät positioniert sich in einer Nische, die als „Calm Technology“ bezeichnet wird. Es steht in Konkurrenz zu Produkten wie dem „Physical Notification Button“ von Flic oder dem „E-Ink-Kalender“ von Inkplate.
Während der Inkplate 6 auf die Anzeige von Projektmanagement-Daten zielt, fokussiert sich das EFortune Cookie auf den rein spielerischen Nutzen. Es bedient den gleichen Markt wie das „Playdate“-Handheld von Panic, das ebenfalls einen analogen Fokus durch den seitlichen Kurbelmechanismus setzt.
Frühere Releases und Serien
Thorne veröffentlichte 2022 das „Binary Fortune Board“, ein Wandgerät, das Glückssprüche mittels einer 7-Segment-Anzeige ausgibt. Das EFortune Cookie ist die portable Weiterentwicklung dieses Konzepts, portiert auf ein E-Paper-Display für bessere Lesbarkeit.
- Das „Binary Fortune Board“ verkaufte sich als Bausatz 450 Mal über Tindie.
- Der Code für die Datenbank der Sprüche umfasst 256 Einträge aus dem Bereich „Philosophische Kurztexte“.
- Zukünftige Iterationen planen eine „Fortune-Sharing-Funktion“ via NFC, um Sprüche zwischen zwei Geräten zu übertragen.
Verfügbarkeit und Optik
Die Distribution erfolgt über die Plattform Tindie, wobei die erste Charge von 100 Einheiten innerhalb von 48 Stunden ausverkauft war. Interessierte Nutzer können die CAD-Dateien für das Gehäuse unter der Creative Commons Attribution 4.0 Lizenz direkt von GitHub beziehen.
- Die Gehäusehälften werden durch vier Neodym-Magnete zusammengehalten, was den Batteriewechsel werkzeuglos ermöglicht.
- Das Gewicht beträgt exakt 42 Gramm, um das haptische Feedback beim Schütteln zu verstärken.
- Ein kleiner Aufkleber auf der Rückseite weist auf die Open-Hardware-Zertifizierung hin, die den Zugriff auf alle Schaltpläne garantiert.
Die Gehäusestruktur weist an den Kanten bewusst kleine Unregelmäßigkeiten auf, die beim Druckprozess durch eine variierte Belichtungszeit des Harzes entstehen. Thorne verzichtet auf eine App, da der Zufallsgenerator direkt im Flash-Speicher des ESP32 lokal berechnet wird.