Ein Jahr für die Ewigkeit
1986 markierte einen Wendepunkt in der US-Filmwirtschaft, da Studios wie 20th Century Fox und Paramount ihre Strategien für Blockbuster-Franchises massiv anpassten. Der finanzielle Erfolg von Sci-Fi-Produktionen in diesem Jahr zwang die Industrie zur Abkehr von reinen B-Movie-Strukturen hin zu Hochglanz-Produktionen mit Millionenbudgets.
Die Top-Liste der Klassiker
Diese Filme festigten den Status von Science-Fiction als kommerzielles Zugpferd der Hollywood-Studios:
- Aliens: James Cameron übernahm das Ruder von Ridley Scott, nachdem dieser den ersten Teil 1979 gedreht hatte. Das Budget stieg auf 18,5 Millionen Dollar, was für ein Sequel damals ein beachtliches Wagnis darstellte.
- The Fly: Jeff Goldblum spielte die Hauptrolle in diesem Remake des 1958er-Films von Kurt Neumann. David Cronenberg nutzte für die Maskeneffekte ein Budget von neun Millionen Dollar, was dem Film den Oscar für das beste Make-up einbrachte.
- Highlander: Regisseur Russell Mulcahy kam aus der Musikvideo-Szene und übertrug diesen schnellen Schnittstil auf das Kino. Das Projekt war eine internationale Koproduktion zwischen Großbritannien und den USA, die trotz mäßiger Kinoerlöse durch den Heimvideomarkt zum Kult-Franchise wurde.
- Star Trek IV: The Voyage Home: Leonard Nimoy führte Regie und schaffte es, die Einspielergebnisse des Vorgängers Star Trek III: The Search for Spock zu übertreffen. Der Film spielte weltweit 133 Millionen Dollar ein und ist bis heute einer der kommerziell erfolgreichsten Einträge der Reihe.
- Short Circuit: Die Produktion von TriStar Pictures setzte auf Animatronics von Syd Mead, der zuvor an Blade Runner und Tron mitgearbeitet hatte. Der Roboter Nummer 5 kostete in der Herstellung über 100.000 Dollar pro Einheit.
- Flight of the Navigator: Das Projekt entstand unter der Leitung von Disney und war der erste Kinofilm, der die Software SFX für die Erstellung von Reflexionen auf dem Raumschiffgehäuse nutzte.
- Invaders from Mars: Tobe Hooper, bekannt durch The Texas Chain Saw Massacre, übernahm die Regie für dieses Remake des 1953er-Streifens von William Cameron Menzies.
- Maximum Overdrive: Stephen King führte hier zum ersten und einzigen Mal Regie, basierend auf seiner Kurzgeschichte Trucks. Die Produktion litt unter massiven technischen Problemen am Set und spielte bei einem Budget von 10 Millionen Dollar lediglich 7,4 Millionen ein.
- Chopping Mall: Ursprünglich unter dem Titel Killbots veröffentlicht, war dies das Regiedebüt von Jim Wynorski. Der Film wurde mit einem Budget von unter einer Million Dollar produziert und nutzte Requisiten aus anderen Roger-Corman-Produktionen.
- Star Crystal: Dieser Low-Budget-Film von Lance Lindsay versuchte, den Erfolg von Alien mit einem deutlich begrenzteren finanziellen Rahmen zu kopieren.
Einfluss auf die Gaming-Welt
Die visuelle Gestaltung von Aliens beeinflusste direkt die Entwicklung von DOOM und Duke Nukem 3D. Entwickler wie John Carmack orientierten sich an den klaustrophobischen Korridoren und dem industriellen Design, das Syd Mead für die Filmreihe etablierte.
Das Konzept der unsterblichen Kämpfer aus Highlander fand in Videospielen wie SoulCalibur oder Mortal Kombat seine Entsprechung, indem die Mechanik des Schwertkampfes mit übermenschlichen Fähigkeiten verknüpft wurde. Die praktische Effekthascherei von The Fly lieferte zudem eine Vorlage für die visuelle Darstellung von Mutationen in Titeln wie Resident Evil oder Dead Space.
Ein Rückblick ohne Gleichen
Die Filmproduktion von 1986 war geprägt von dem Übergang zwischen klassischer Stop-Motion-Animation und der frühen Nutzung computergenerierter Bilder. Studios wie Industrial Light & Magic dominierten den Markt und setzten in dieser Zeit die Standards für visuelle Effekte, die bis zur Einführung von Jurassic Park im Jahr 1993 Bestand hatten.
Die meisten dieser Produktionen wurden vor der breiten Verfügbarkeit von digitalem Rendering entwickelt. Daher basieren die visuellen Konzepte auf physischen Modellen und aufwendigen Maskenbildner-Arbeiten, die auch 38 Jahre später noch in der Ästhetik heutiger Indie-Spiele nachwirken.