Ein Blick zurück ins Jahr 2011
Das Jahr 2011 markierte den Höhepunkt der siebten Konsolengeneration und gleichzeitig das Ende der Ära, in der PC-Exklusivtitel die technologische Speerspitze bildeten. Entwickler nutzten optimierte Engines, um Dichte und Detailgrad in offenen Welten auf ein Niveau zu heben, das Konsolen wie die Xbox 360 und PlayStation 3 an ihre Grenzen brachte.
Das Quiz-Format
Die Analyse historischer Testberichte zeigt eine deutliche Verschiebung in der Gewichtung von Spielmechanik gegenüber technischer Brillanz. Während Redaktionen damals Bugs häufig als isolierte Ärgernisse werteten, stehen heute Stabilität und Day-One-Patches stärker im Fokus der Berichterstattung.
- Der damalige Tonfall bevorzugte eine direkte Ansprache der Leserschaft.
- Wertungen von über 90 Prozent bildeten eine exklusive Riege.
- Die Archiv-Zitate dienen als Indikator für den damaligen Erwartungshorizont der Spieler.
Diese Titel prägten das Jahr
Die Veröffentlichungsliste des Jahres 2011 liest sich wie eine Zusammenstellung der erfolgreichsten Marken der heutigen Zeit. Die meisten dieser Studios wandelten sich in den Folgejahren von spezialisierten Entwicklern zu riesigen Publisher-Konglomeraten.
- The Elder Scrolls V: Skyrim (Bethesda Game Studios)
- Portal 2 (Valve)
- Deus Ex: Human Revolution (Eidos Montréal)
- Batman: Arkham City (Rocksteady Studios)
- The Witcher 2: Assassins of Kings (CD Projekt Red)
Hintergrund: Die Historie der Giganten
Bethesda Game Studios hatte vor Skyrim mit Fallout 3 (2008) das Rollenspiel-Genre auf eine neue Basis gestellt, basierend auf der Oblivion-Engine. The Witcher 2 war für CD Projekt Red das Projekt, das den Übergang vom polnischen Nischen-Entwickler zum globalen Akteur einleitete, nachdem der erste Teil (2007) technisch noch auf der veralteten Aurora-Engine von BioWare basierte.
- Deus Ex: Human Revolution war der erste Versuch von Eidos Montréal, die 2000 mit dem Original von Ion Storm begonnene Serie nach der langen Pause seit Deus Ex: Invisible War (2003) wiederzubeleben.
- Batman: Arkham City baute auf dem Erfolg von Arkham Asylum (2009) auf, das die Vorlage für das Freeflow-Kampfsystem lieferte, welches in den Folgejahren unzählige Action-Titel imitierte.
- Portal 2 erweiterte die Puzzle-Mechanik des 2007 erschienenen Originals um eine umfangreiche Koop-Kampagne und eine erzählerische Tiefe, die Valve zuvor mit Half-Life 2 etabliert hatte.
Erinnerungen an die Zitate
Die damaligen Wertungen reflektierten oft eine Begeisterung für das erste Aufkommen echter physikbasierter Rätsel und weitläufiger, nicht-linearer Quest-Strukturen. Die 94 Prozent für Portal 2 waren die Anerkennung für ein perfektes Pacing, bei dem Humor und Spielmechanik unmittelbar ineinandergriffen. Skyrim erreichte seine 96 Prozent trotz der berüchtigten Probleme mit der Gamebryo-Engine, weil die schiere Größe der Spielwelt alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte.
- Skyrim verkaufte sich innerhalb der ersten zwei Tage über 3,4 Millionen Mal.
- Die Kritik an Skyrim fokussierte sich hauptsächlich auf die fehlerhafte KI der Begleiter.
Unsere Bewertungspraxis damals
Redaktionen maßen 2011 den Wiederspielwert und die erzählerische Tiefe stärker als die grafische Bildrate, die damals meist bei 30 FPS stagnierte. Eine 90-Prozent-Wertung war ein Qualitätssiegel, das den Kaufpreis von 50 bis 60 Euro für den Endverbraucher rechtfertigte.
- Batman: Arkham City bot eine Open-World-Struktur, die den engen Rahmen des Vorgängers sprengte.
- Deus Ex: Human Revolution belohnte verschiedene Spielstile, von Stealth bis zum direkten Kampf.
- The Witcher 2 setzte mit seiner Engine Maßstäbe bei der Charakterdarstellung und den Lichteffekten.
Ein technischer Vergleich
Die Hardware-Landschaft von 2011 war geprägt vom Übergang zu DirectX 11, wobei viele Entwickler noch für DX9 optimierten, um die Xbox 360-Basisversionen nicht zu vernachlässigen. Die Nvidia GeForce GTX 580 war zu diesem Zeitpunkt die schnellste Single-GPU-Karte auf dem Markt und verfügte über 1,5 GB GDDR5-Speicher.
- Die GTX 580 basierte auf der Fermi-Architektur und verbrauchte unter Last bis zu 244 Watt.
- Viele User kombinierten diese Karte mit Intel-Prozessoren der zweiten Core-Generation (Sandy Bridge, i7-2600K).
- Titel wie The Witcher 2 nutzten bei maximalen Einstellungen ein sogenanntes "Ubersampling", das selbst die stärkste Hardware der Zeit in die Knie zwang.
Die durchschnittliche Auflösung in Gaming-PCs lag 2011 bei 1680x1050 oder 1920x1080 Pixeln. Ein Großteil der Spieler nutzte zu diesem Zeitpunkt noch Windows 7 als Betriebssystem, da das 2009 veröffentlichte System die stabilste Plattform für DirectX 11-Anwendungen bot.