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Das nächste Spiel der Steins;Gate-Macher ist ein komplett vibe-codierter Ego-Shooter-Slop
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Das nächste Spiel der Steins;Gate-Macher ist ein komplett vibe-codierter Ego-Shooter-Slop

Die Visual-Novel-Schmiede hinter Steins;Gate wagt sich an einen Ego-Shooter, dessen Code per Vibe-Coding entstanden ist, und immerhin kostet er nichts.

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Tommes Parzl
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Ein Ego-Shooter aus dem Haus der Zeitreise-Profis

Die Macher von Steins;Gate haben ihr nächstes Projekt vorgestellt, und es könnte weiter von Akihabara, D-Mails und Zeitreise-Logik kaum entfernt sein. Statt einer dichten Erzählung mit philosophischem Überbau gibt es einen Ego-Shooter, dessen Code nach eigener Beschreibung vollständig per Vibe-Coding entstanden ist. Der Begriff beschreibt eine Arbeitsweise, bei der KI-Werkzeuge große Teile des Quellcodes schreiben und das Ergebnis eher nach Gefühl als nach sauberem Engineering zusammengehalten wird. Die Entwickler selbst bezeichnen ihr Werk als Slop, also als bewusst schlampige Massenware ohne Anspruch auf Feinschliff.

Vibe-Coding, kurz erklärt

  • Statt jede Zeile selbst zu schreiben, gibt man einer KI ein Ziel und lässt sie Code vorschlagen.
  • Fehler werden nicht grundlegend behoben, sondern so lange umgangen, bis das Spiel irgendwie läuft.
  • Balancing, Trefferfeedback und Levelaufbau entstehen aus dem Bauch heraus, nicht aus Testreihen.
  • Der Reiz dieser Methode liegt im Tempo: Prototypen stehen in Stunden, nicht in Monaten.
  • Der Preis ist Kontrollverlust, denn niemand im Team kennt am Ende jede Zeile des eigenen Spiels.

Kostenlos, zumindest überwiegend

Der zweite auffällige Punkt neben dem Vibe-Coding ist der Preis. Das Spiel ist kostenlos, wobei die Formulierung “mostly” offenlässt, ob es optionale Bezahlinhalte, Skins oder Ähnliches gibt. Klar bestätigt ist bislang nur, dass man für den Einstieg nichts bezahlen muss. Bei einem Projekt, das sich selbst als Slop vermarktet, ist das eine ehrliche Ansage: Man bekommt genau das, wofür man bezahlt, nämlich ein Chaos ohne Rechnung.

Wer hinter Steins;Gate steckt

Die Science-Adventure-Reihe entstand in Zusammenarbeit von 5pb. (heute Teil von MAGES.) und Nitroplus. Beide Häuser sind keine Shooter-Spezialisten, sondern kommen aus der Welt der Visual Novels, also aus Spielen, in denen Lesen, Entscheidungen und Verzweigungen das Gameplay ausmachen. Genau diese Herkunft macht den Genrewechsel bemerkenswert. Ein Team, das jahrelang an Timing, Dialogen und Routenverzweigungen gefeilt hat, wirft diese Werkzeuge nun über Bord und baut etwas, das auf Reflexe und Trefferzonen setzt.

Die Reihe im Überblick

  • Chaos;Head legte 2008 den Grundstein für das Science-Adventure-Konzept.
  • Steins;Gate folgte 2009 und wurde zum bekanntesten Titel des Verbunds.
  • Robotics;Notes erschien 2012 und verlagerte die Handlung auf eine Robotik-Insel.
  • Chaos;Child kam 2014 hinzu, Steins;Gate 0 rundete die Zeitlinie 2015 ab.
  • Gemeinsam ist allen Teilen ein Erzählkern aus Pseudowissenschaft, Paranoia und Alltagsdetails.

Wenn Erzählstudios das Genre wechseln

Der Sprung von der Textwand zum Dauerfeuer ist kein Einzelfall in der Branche. Studios, die für ihre Geschichten bekannt sind, suchen regelmäßig nach kleineren Nebenprojekten, um Ideen auszuprobieren, die im Hauptgeschäft keinen Platz finden. Solche Experimente landen oft als kostenlose oder günstige Nebenprojekte, damit der Erwartungsdruck niedrig bleibt. Im Fall der Steins;Gate-Macher ist dieser Puffer besonders wichtig, denn ein Shooter wird an ganz anderen Maßstäben gemessen als eine Visual Novel.

KI-Code als Thema in der Spieleentwicklung

Generative Werkzeuge sind in der Produktion längst angekommen, von Platzhaltertexturen bis zu Codebausteinen. Die Diskussion darüber dreht sich selten um Technik, sondern fast immer um Konsequenzen: Wer haftet für Fehler, was passiert mit dem Stil, und wie viel Handwerk bleibt übrig? Ein Projekt, das Vibe-Coding offensiv ins Marketing stellt, nimmt diese Debatte vorweg und macht sie zum Teil der Attraktion. Ob das als ehrliche Selbsteinschätzung oder als clevere Vermarktung eines begrenzten Budgets durchgeht, entscheidet sich am fertigen Spiel.

Was davon übrig bleibt

Ein kostenloser Ego-Shooter aus dem Umfeld einer der bekanntesten Visual-Novel-Reihen Japans ist eine Kuriosität, die man nicht planen kann. Die Kombination aus selbst erklärtem Slop-Status, Vibe-Coding und einem Preis von null senkt jede Erwartungshaltung auf den Boden, und genau daraus zieht das Projekt seinen Unterhaltungswert. Wer Steins;Gate wegen seiner Erzählkunst liebt, wird hier nichts davon wiederfinden. Wer neugierig ist, was passiert, wenn ein Erzählstudio die Kontrolle an eine KI und den Zufall abgibt, bekommt immerhin einen kostenlosen Blick darauf.

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