Eine unerwartete Besetzung
Der Komiker Chris Farley war die ursprüngliche Wahl für die Titelrolle in Shrek, einem Projekt, das DreamWorks Animation Ende 1995 startete. Sein Bruder Tom Farley bestätigte in Interviews, dass der ehemalige Saturday Night Live-Star bereits einen Großteil der Dialoge eingesprochen hatte.
- DreamWorks wurde 1994 von Steven Spielberg, Jeffrey Katzenberg und David Geffen gegründet.
- Das Studio suchte nach einem Projekt, das sich von den damals dominierenden Disney-Produktionen wie Der König der Löwen abheben sollte.
- Die Wahl fiel auf das Kinderbuch Shrek! von William Steig, dessen Rechte sich Katzenberg für etwa 500.000 US-Dollar sicherte.
Was wir über die Aufnahmen wissen
Farley verlieh der Figur eine Verletzlichkeit, die im Kontrast zu dem späteren, zynischen Tonfall des Films stand. Er nahm schätzungsweise 80 bis 90 Prozent des Skripts auf, bevor er im Dezember 1997 starb.
- In der Farley-Version war Shrek ein gutmütigerer Außenseiter.
- Die Chemie zwischen ihm und Eddie Murphy, der bereits für die Rolle des Esel vorgesehen war, prägte die frühen Test-Animationen.
- Ein 2015 geleakter Clip zeigt Farley in einer frühen Szene, die sich in ihrer emotionalen Färbung deutlich von der späteren Fassung unterscheidet.
Der Wechsel zu Mike Myers
Nach Farleys Tod pausierte die Produktion bei DreamWorks für mehrere Monate. Das Management entschied sich für einen kompletten Neustart, um das Projekt vom Erbe des verstorbenen Schauspielers zu entkoppeln.
- Mike Myers wurde engagiert, nachdem er Erfolg mit der Austin Powers-Reihe feierte.
- Myers bestand darauf, das Skript umzuschreiben und die Figur mit einem schottischen Akzent auszustatten.
- Die Produktionskosten stiegen durch diesen Wechsel um Millionen, da bereits fertiggestellte Storyboards und Animatics verworfen werden mussten.
Branchenkontext und Studio-Historie
Shrek war für DreamWorks die zweite große CGI-Produktion nach Antz aus dem Jahr 1998. Während Antz noch mit begrenztem Budget und technischer Unsicherheit entstand, sollte Shrek das Studio als ernsthaften Konkurrenten für Pixar etablieren.
- Antz spielte weltweit etwa 171 Millionen US-Dollar ein, was für die damalige Zeit ein akzeptables, aber kein herausragendes Ergebnis war.
- Die Branche sah Shrek als Wette darauf, ob ein Studio außerhalb von Disney und Pixar einen massentauglichen Animationsfilm produzieren konnte.
- Zum Vergleich: Disneys Toy Story kostete 1995 etwa 30 Millionen US-Dollar, während das Budget für Shrek bei rund 60 Millionen lag.
Zahlen und Fakten zum Franchise
Der Film kam 2001 in die Kinos und spielte weltweit 484 Millionen US-Dollar ein. Dieser Erfolg ebnete den Weg für eine Serie, die über zwei Jahrzehnte Bestand hat.
- Weltweit nahm das Shrek-Franchise durch vier Kinofilme und mehrere Spin-offs wie Der gestiefelte Kater über 3,5 Milliarden US-Dollar ein.
- Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences führte 2001 die Kategorie "Bester Animationsfilm" ein, die Shrek als erster Preisträger gewann.
- Während die ursprüngliche Version von Chris Farley eine eher düstere Märchenparodie anstrebte, entwickelte sich die Myers-Variante zu einer popkulturell geprägten Komödie.
- Die Archivaufnahmen von Farley sind weiterhin im Besitz von DreamWorks und wurden nie in ihrer Gesamtheit für die Öffentlichkeit freigegeben.