Der Retro-Trend hält an, und die Hardware wird besser
Alte Schätze wie Super Mario World oder Sonic the Hedgehog verdienen ein passendes Eingabegerät. Viele Hersteller haben das erkannt und liefern 2026 Nachbauten, die originalgetreu sind oder moderne Komfort-Features bieten. Die Auswahl reicht von authentischen USB-Pendants bis hin zu drahtlosen Varianten mit Hall-Effekt-Sensoren.
Der Markt für Retro-Controller wächst seit der Veröffentlichung der NES Classic Edition 2016 (2,3 Millionen verkaufte Einheiten) und der SNES Classic 2017 (über 2 Millionen). Nintendo selbst brachte keine Nachbauten der ursprünglichen Gamepads auf den Markt, sondern nur die Minikonsolen mit kurzen Kabeln. Das öffnete Tür und Tor für Drittanbieter. 8BitDo, 2013 von einem chinesischen Entwicklerteam um Yang Zhuo gegründet, war einer der Ersten, die Bluetooth-Lösungen für diese Minis anboten. Hyperkin (gegründet 2006) und Retro-Bit (seit 2010 als Lizenznehmer von Sega und Atari aktiv) folgten schnell.
SNES und Super Famicom: Nostalgie trifft Präzision
Originalgetreue Gamepads mit den typischen bunten Tasten (Lila, Blau, Gelb, Rot) sind weiterhin stark gefragt.
- 8BitDo SN30 Pro bleibt eine Referenz: Bluetooth, Gyro-Steuerung und eine „Home“-Taste.
- Hyperkin Scout bietet eine lange Akkulaufzeit und ein festes USB-C-Kabel für weniger Latenz.
- Retro-Bit Tribute 64 ist zwar fürs N64 gedacht, sein SNES-Adapter macht ihn zur soliden Alternative.
- Für Puristen gibt es einfache „USB-Only“-Pads ohne Zusatzfunktionen.
8BitDo brachte das ursprüngliche SN30 (ohne Pro) 2017 für die NES-und SNES-Mini-Konsolen auf den Markt. 2018 folgte das SN30 Pro mit Analogsticks und Gyro, ein direkter Nachfolger des SF30 Pro, der erstmals in einer transparenten Variante erschien. Hyperkin stellte den Scout 2020 vor; er nutzt einen 500-mAh-Akku für rund 12 Stunden Laufzeit. Retro-Bit wiederum lizenzierte 2019 die Original-Pad-Formen von Nintendo für den Tribute 64 und erweiterte die Serie später um USB-Adapter für andere Konsolen.
Mega Drive und Genesis: Sechs Knöpfe sind Pflicht
Fighting-Games wie Streets of Rage 2 oder Mortal Kombat verlangen nach einem Sechs-Knopf-Layout.
- Retro-Bit Sega Genesis 6-Button Pad bietet originalgetreue Haptik mit matter Oberfläche und leichtgängigen Schultertasten.
- 8BitDo M30 setzt auf modernste Technik: programmierbare Tasten, wiederaufladbarer Akku und 2,4-GHz-Verbindung.
- Auch alte Original-Controller lassen sich per USB-Adapter (z.B. von Raphnet) an PCs und Minis anschließen.
Retro-Bit hatte bereits 2018 eine lizenzierte Neuauflage des Genesis-3-Button-Pads veröffentlicht. Das 6-Button-Modell (2020) war die Antwort auf die anhaltende Nachfrage nach Street-Fighter-tauglichen Controllern. 8BitDo M30 erschien 2019, zunächst als Bluetooth-Version für die Sega Genesis Mini (über 1 Million verkaufte Einheiten). Der 2,4-GHz-Empfänger senkt die Latenz auf unter 5 ms, ein Vorteil gegenüber Bluetooth, das bei Kampfspielen kritische 15–20 ms erreichen kann. Die programmierbaren Tasten erlauben Makros, etwa für Spezialbewegungen in Mortal Kombat 2.
PlayStation 1: Das DualShock-Erbe lebt weiter
Sonys erster Analog-Stick-Controller setzte Maßstäbe. 2026 gibt es hochwertige Nachbauten für Crash Bandicoot oder Tekken 3.
- Retro Fighters Defender imitiert das PS1-Layout, fügt aber Griffe und Schultertasten hinzu, so liegt er sicherer in der Hand.
- THQ Vault-Modelle (oft auf Konsolen-Minis) sind günstig, aber von guter Verarbeitungsqualität.
- Originale DualShock-Controller funktionieren per USB-Adapter auch auf modernen Geräten.
Retro Fighters wurde 2019 von ehemaligen Sony-Ingenieuren gegründet, die am ersten DualShock-Prototypen mitgearbeitet hatten. Ihr Defender (2021) war der erste Drittanbieter-Controller, der offiziell von Sony lizenziert wurde, für die PlayStation Classic (2018, rund 500.000 Einheiten verkauft). THQ Vault, eine Marke von THQ Nordic, steuert günstige Nachbauten für die zahlreichen Mini-Konsolen bei, darunter das PlayStation Classic Vault Pad (2019). Originale DualShock-1-Controller lassen sich über den Mayflash Magic-S-Adapter an fast jede moderne Konsole anschließen, ein Trick, den Speedrunner wegen der präzisen D-Pads schätzen.
Worauf man achten sollte
Wireless ist bequem, erfordert aber Akkus oder Batterien. 2,4-GHz-Modelle haben weniger Latenz als Bluetooth. Hall-Effekt-Sticks kratzen nicht und halten länger als Potentiometer.
Der Stecker: USB-A für PCs und Minis, manche Modelle bieten Bonus-Übergänge für Originalkonsolen per Empfänger. Für echte Retro-Konsolen (SNES, Mega Drive) gibt es passende Bluetooth-Empfänger von 8BitDo oder Mayflash.
Ein guter Retro-Controller kostet zwischen 25 und 50 Euro. Wer nur Couch-Koop mit Mario Kart oder Bomberman spielen will, kommt auch mit einfachen No-Name-Pads aus.
Die Akkulaufzeit der Bluetooth-Modelle schwankt stark: 8BitDo SN30 Pro hält etwa 18 Stunden, Hyperkin Scout 12 Stunden, der Retro Fighters Defender nur 8 Stunden wegen seiner zusätzlichen LED-Beleuchtung. Hall-Effekt-Sticks setzen sich immer mehr durch, 8BitDo verwendet sie seit 2023 im M30 und Pro 2, Retro-Bit seit 2024 in der Genesis 6-Button-Reihe. Die Preise sind stabil: Ein Retro-Bit Genesis 6-Button kostet 24,99 €, das 8BitDo M30 34,99 € und der Retro Fighters Defender 39,99 €. Für unter 20 Euro gibt es oft No-Name-USB-Pads, die schnell verschleißen, bei Kampfspielen mit vielen Stickschlägen reicht die Haltbarkeit selten über sechs Monate.