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Die Hard Trilogy wird 30: Als ein Spiel drei Genres verband
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Die Hard Trilogy wird 30: Als ein Spiel drei Genres verband

Probe Entertainment und Fox Interactive feiern mit der Die Hard Trilogy 30 Jahre mutige Genre-Mischung, die 1996 den Lizenzspielen Paroli bot.

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Dennis Adam
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Drei Spiele, eine Disc und ein gewagtes Konzept

Mit der Die Hard Trilogy setzten Probe Entertainment und Fox Interactive im Jahr 1996 ein Ausrufezeichen im Genre der Lizenzspiele. Die Zusammenstellung war keine simple Filmumsetzung, sondern kombinierte drei komplett unterschiedliche Spielarten. Das Ergebnis war holprig, aber mutig, denn die Sammlung trotzte der damaligen Flut liebloser Lizenzabzocke.

Die drei enthaltenen Spiele orientierten sich an den ersten drei Filmen der Stirb langsam-Reihe. Jeder Teil bekam sein eigenes Gameplay: Ein Rail-Shooter, ein Third-Person-Actiontitel und ein Arcade-artiger Panzer-Shooter. Wer alle drei spielte, erlebte Abwechslung, musste aber auch einen gewaltigen Schwierigkeitsgrad fressen. Selbst für 90er-Verhältnisse war die Steuerung an manchen Stellen sperrig.

Ein Blick auf die drei Genre-Pfeiler

  • Stirb langsam (1988): Rail-Shooter auf der Nakatomi Plaza, bei dem Spieler im Fadenkreuz durch die Etagen zogen.
  • Stirb langsam 2 (1990): Third-Person-Action mit John McClane, der durch den Flughafen schlich und zielte.
  • Stirb langsam: Jetzt erst recht (1995): Ein Panzer-Shooter, der im kalten New York spielte und wie ein Sega-Model-2-Arcadetitel wirkte.

Diese Mischung war damals ungewöhnlich, denn die meisten Lizenzspiele beschränkten sich auf ein einziges Genre. Probe Entertainment hoffte so, die Atmosphäre der Filme besser einzufangen. Nicht jeder Teil war gleich gut gelungen, aber die Bandbreite beeindruckte trotzdem.

Zwischen B-Movie und Blockbuster: Lizenzspiele 1996

Mitte der 90er war der Markt mit Billig-Adaptionen überschwemmt, die auf vorhandenen Engines aufgesetzt wurden. Titel wie Jurassic Park auf dem SNES oder diverse Disney-Umsetzungen variierten stark in der Qualität, doch die Masse war austauschbar. Dagegen wirkte die Die Hard Trilogy wie ein Statement, weil sie sichtbar ehrgeizig war, auch wenn Budget und Technik Grenzen setzten.

Der technische Sprung von PS1 und Saturn ermöglichte vollwertige 3D-Welten, doch viele Entwickler scheiterten an der Kamera. Probe Entertainment arbeitete mit damals üblichen Mitteln, was zu wackeligen Bildraten führte, aber die Faszination für die Vorlagen blieb spürbar. Die Sammlung erschien für PlayStation, Sega Saturn und PC, ein für die Zeit typischer Multi-Plattform-Release.

Probe Entertainments Weg vor dem Festtags-Kracher

  • Gegründet in London, war das Studio ein Auftragsfertiger für große Publisher.
  • Vor der Die Hard Trilogy arbeiteten sie an Resident Evil für den Saturn und Tomb Raider für den Saturn.
  • Bekannt für Portierungen, bewies das Team hier erstmals eigenständige Entwicklungsarbeit an einem Mehrteiler.
  • Nach dem Erfolg folgten weitere Lizenzprojekte, darunter Disneys Hercules und A Bug’s Life.

Die Erfahrung mit Heimkonsolen-Umsetzungen half Probe, die drei Spiele innerhalb einer Produktion zu stemmen. Die Engine ähnelte in Teilen den kräftigen, unrunden Bewegungen, die man von frühen Saturn-Portierungen kannte. Dass sie für die damalige Zeit viel Content lieferten, machte die Disc zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Franchise-Kontext: Mehr als nur Bruce Willis

Die Stirb langsam-Reihe startete 1988 mit einem Hochhaus-Thriller und wurde über die Jahre zur Action-Marke. Bis 1996 waren drei Teile im Kino gelaufen, wobei der dritte Teil gerade einmal ein Jahr alt war. Fans kannten die Zitate, die Schauplätze und die markige Stimme von Bruce Willis, daher setzte die Sammlung auf Wiedererkennung statt Story-Tiefe.

Originalton und Filmausschnitte fehlten weitgehend, stattdessen setzte man auf knappe Zwischensequenzen. Die Atmosphäre entstand durch die Levelstruktur, zum Beispiel die Marmorböden der Nakatomi Plaza oder den Terror in der Winterschlacht. Für eingefleischte Fans war das genug, um die Filme nacherleben zu können.

Branchenkontext: Ein Meilenstein, kein Meisterwerk

  • Zeitgleich erschienen Lizenzspiele wie Indiana Jones und sein Desktop-Abenteuer oder Star Wars: Shadows of the Empire.
  • Die Die Hard Trilogy wurde oft gelobt, weil sie nicht versuchte, einen Film 1:1 nachzuspielen, sondern Arcade-Momente einzufangen.
  • Kritiker bemängelten den ungleichen Schwierigkeitsgrad und die mangelnde Kamera-Control, besonders im ersten Teil.
  • Dennoch galt sie als Beispiel, wie man Lizenzen mit Leben füllt, ohne auf totale Tiefe zu achten.

Während GoldenEye 007 nur ein Jahr später die Messlatte für Film-Shooter unglaublich hoch legte, blieb die Die Hard Trilogy ein Kind seiner Zeit. Der Fokus auf drei verschiedene Spielarten war eine kluge Abgrenzung von der Konkurrenz. Kein Titel der Sammlung erreichte die Klasse von GoldenEye, dennoch bot sie etwas, das andere nicht hatten: Drei vollständige Spiele auf einer Disc.

30 Jahre später: Ein ungleiches Erbe

Heute wirkt die Die Hard Trilogy wie ein Relikt aus einer Zeit, als Publisher noch experimentieren durften. Die drei Genres fühlen sich aus heutiger Sicht verschachtelt und oft unfair an, aber genau diese Schroffheit macht den Retro-Charme aus. Für Sammler und Nostalgiker bleibt sie ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Filmadaptionen.

Der 30. Geburtstag zeigt, wie selten so mutige Lizenzprojekte geworden sind. Die Die Hard Trilogy war nie perfekt, aber sie war ehrlich und gab dem Spieler eine Menge für sein Geld. Das kann man von vielen heutigen Filmumsetzungen nicht behaupten, die oft als Schlüsselanhänger oder Sammelkarten daherkommen. Schade, dass es sowas heute kaum noch gibt.

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