Die Hölle öffnet ihre Tore
Hell Maiden ist ab sofort im Early Access auf Steam verfügbar. Das Indie-Studio Neon Inferno Games zeichnet für die Entwicklung verantwortlich, ein bisher eher im Bereich kleinerer Mobile-Projekte aktives Team aus Warschau.
Das Konzept hinter dem Inferno
Die Entwickler nutzen Dantes Divine Comedy als visuelle Blaupause für eine Bullet Heaven-Erfahrung. Das Spielprinzip ähnelt technisch Titeln wie Vampire Survivors oder 20 Minutes Till Dawn, bei denen die automatisierte Waffensteuerung den Fokus auf das Positionieren des Charakters legt.
- Die Spielwelt ist in die neun Kreise der Hölle unterteilt, wobei jeder Kreis spezifische Gegnertypen und visuelle Filter aufweist.
- Spieler wählen zwischen verschiedenen Anime-Avataren, die mit unterschiedlichen Start-Fähigkeiten ausgestattet sind.
- Permanente Upgrades werden durch das Sammeln von Seelen in den Runs freigeschaltet, was den typischen Roguelike-Zyklus aus Sterben und Stärkerwerden bedient.
Die Historie hinter dem Studio
Neon Inferno Games wurde 2021 gegründet und veröffentlichte zuvor drei kleinere Hyper-Casual-Titel für mobile Plattformen. Hell Maiden stellt den ersten Ausflug des Studios in den Bereich der PC-Produktionen dar.
- Der Lead Designer, Marek Nowak, war zuvor bei CD Projekt Red in der Qualitätssicherung tätig.
- Die künstlerische Gestaltung übernahm das Studio in Kooperation mit freien Illustratoren, die zuvor an Gacha-Spielen wie Azur Lane mitwirkten.
- Das Budget für das Projekt liegt laut Firmenangaben im unteren sechsstelligen Bereich, finanziert aus Eigenkapital und einer Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter.
Branchenkontext und Vergleich
Das Genre der Bullet Heaven-Spiele erlebt seit dem Erfolg von Vampire Survivors (2022) eine Sättigung durch zahlreiche Indie-Produktionen. Hell Maiden versucht sich durch das spezifische Arrangement von literarischer Vorlage und Anime-Ästhetik von der Masse abzuheben.
- Titel wie Soulstone Survivors oder Brotato definieren aktuell den Marktstandard für dieses Genre.
- Die Kombination von klassischer Literatur und Anime-Stil ist im Spielemarkt selten, wurde aber bereits in Ansätzen durch Dante’s Inferno (2010 von Visceral Games) thematisiert, welches jedoch ein reines Action-Adventure war.
- Der Preis von 12,99 Euro für den Early Access positioniert das Spiel im mittleren Segment der Indie-Produktionen.
Ein literarischer Self-Insert
Die Spielmechanik interpretiert die Reise durch den Untergrund als endlose Abfolge von Kämpfen. Während Dante Alighieri in seiner Vorlage den Weg zur Erlösung beschreibt, reduziert das Spiel das Werk auf die reine Vertikalität der Höllenkreise.
- Die Erzählstruktur verzichtet auf lange Dialoge und setzt stattdessen auf kurze Textfetzen bei Bossbegegnungen.
- Die Auswahl der Charaktere bricht bewusst mit dem Kanon der Vorlage, indem sie das literarische Werk als bloße Kulisse für das Gameplay nutzt.
Verfügbarkeit und Zugang
Der Early Access-Status ist auf eine Dauer von zwölf Monaten ausgelegt. Zum Start sind vier spielbare Charaktere und drei der neun geplanten Höllenkreise enthalten.
- Updates für neue Charaktere und Waffen sind in einem monatlichen Rhythmus geplant.
- Die PC-Version unterstützt Controller-Eingaben für eine präzisere Steuerung während der intensiven Bullet-Hellen.
- Spielerfeedback wird über den offiziellen Discord-Server des Studios gesammelt, um die Balance der Waffen-Synergien anzupassen.
- Die Entwickler planen nach Abschluss der Early Access-Phase eine Portierung auf die Nintendo Switch.