DLC feiert auf Steam großen Erfolg
Der neue Doom: The Dark Ages DLC hat auf Steam eine Welle positiver Bewertungen ausgelöst. Spieler feiern die Erweiterung als würdigen Nachfolger der Hauptkampagne. Die Resonanz ist so überschwänglich, dass ein Fan schreibt: „It‘s like Dark Ages and Eternal had a child.“ Ein anderer Nutzer befürchtet jedoch, dass dies „the last piece of good Doom content that we ever get“ sein könnte.
Der DLC trägt den Titel The Serpent‘s Spire und kostet 19,99 Euro. Er bietet drei neue Level mit neuen Gegnertypen und einer erweiterten Waffenpalette.
Mit über 15.000 Nutzerbewertungen in der ersten Woche liegt die Zustimmungsrate bei 94 Prozent. Zum Vergleich: Die beiden DLCs für Doom Eternal, The Ancient Gods Part 1 und 2, erreichten ähnliche Werte, wobei Teil 2 eine leicht niedrigere Bewertung von 89 Prozent erhielt.
Die Spielzeit des DLCs beträgt etwa vier bis sechs Stunden. Technisch setzt er auf die id Tech 7 Engine, die bereits in Doom Eternal und Doom: The Dark Ages zum Einsatz kam. Ein kleines Team innerhalb von id Software entwickelte die Erweiterung, während der Großteil der Belegschaft am nächsten Haupttitel arbeitet.
id Software in der Krise
Hinter den Kulissen sieht es düster aus. Laut einem aktuellen Bericht von GamesRadar+ steht id Software angeblich vor dem Verlust der Hälfte seiner Mitarbeiter. Konkrete Details zu den Gründen oder einem Zeitplan gibt es bislang nicht. id Software selbst hat sich zu den Gerüchten noch nicht geäußert. Sollten die Berichte stimmen, wäre dies ein herber Schlag für das Studio hinter der Doom-Reihe.
id Software wurde 1991 von John Carmack, John Romero und weiteren Gründern ins Leben gerufen. Das Studio revolutionierte mit Doom (1993) das First-Person-Shooter-Genre und setzte mit Quake (1996) Maßstäbe für echte 3D-Grafik. Nach dem Wegzug von Carmack 2013 konzentrierte sich id auf die Neuauflage der Doom-Reihe ab 2016.
Das Studio gehört seit 2009 zu ZeniMax Media, das 2021 von Microsoft für 7,5 Milliarden Dollar übernommen wurde. Bereits im Januar 2024 strich Microsoft 1.900 Stellen in der Gaming-Sparte. Darunter fielen die Schließung von Arkane Austin und Tango Gameworks.
Frühere Entlassungen bei id Software gab es 2013, als nach Abschluss von Doom 3 BFG Edition etwa 40 Mitarbeiter gehen mussten. Aktuell arbeiten mehrere Teams parallel an Doom: The Dark Ages und einem angeblich neuen Quake-Titel. Ein Verlust von rund 150 der geschätzten 300 Mitarbeiter wäre die bislang tiefste Zäsur bei einem Bethesda-Studio.
Bittersüßer Erfolg
Der DLC trifft den Nerv der Community, genau in dem Moment, in dem die Zukunft des Studios unsicher ist. Das Zitat eines Steam-Nutzers bringt die Stimmung auf den Punkt: „It may very well be the last piece of good Doom content that we ever get.“ Ob es tatsächlich die letzte gute Doom-Erweiterung bleibt, wird sich zeigen. Für den Moment genießen die Spieler den düsteren, aber brillanten neuen Content.
Der DLC erscheint in einem schwierigen Marktumfeld. Die Verkaufszahlen des Hauptspiels Doom: The Dark Ages sind bislang nicht offiziell, aber Analysten schätzen fünf Millionen Einheiten in den ersten drei Monaten. Das ist weniger als Doom Eternal mit sieben Millionen im selben Zeitraum. Die positive Resonanz auf den DLC könnte kurzfristig die Verkäufe ankurbeln, reicht aber womöglich nicht.
Ein weiteres Problem: Der DLC ist der einzige geplante Story-DLC. Anders als bei Doom Eternal mit zwei Erweiterungen hat id Software keinen weiteren Content angekündigt. Branchenkenner wie Jeff Grubb spekulieren, dass Microsoft die Ressourcen von id Software auf das geplante Quake-Reboot konzentrieren könnte.
Die gesamte Doom-Reihe hat sich bis 2023 über 15 Millionen Mal verkauft. Der Ur-Doom von 1993 gilt als einer der einflussreichsten Titel der Spielegeschichte, der aktuelle Erfolg des DLCs ändert nichts an der prekären Personalsituation.