Eine unerwartete Rückkehr
In der jüngsten Nintendo Direct tauchte plötzlich ein DLC für Dragon’s Dogma 2 auf. Die Kotaku-Redaktion war baff, niemand hatte mit neuen Inhalten für Capcoms Action-Rollenspiel gerechnet.
Das Spektakel war kurz, aber präsent. Ein Clip zeigte neue Gebiete und Gegner. Kein Datum, kein Preis, nur ein „Coming Soon“-Banner.
Capcoms Rollenspiel-Erbe
Entwickelt wurde Dragon’s Dogma 2 von Capcoms Division 1 unter Regisseur Hideaki Itsuno. Itsuno führte bereits die erste Dragon’s Dogma (2012) und später die Devil May Cry-Reihe (DMC 4, DMC 5). Für den DLC kehrt das Kernteam zurück, ein Team, das zuvor auch Monster Hunter: World und Resident Evil 2 Remake mitentwickelte.
Das Original von 2012 verkaufte sich über 7 Millionen Einheiten bis 2024. Der Nachfolger Dragon’s Dogma: Dark Arisen (2013) war eine erweiterte Neuauflage, die den Ruf der Serie festigte. Dragon’s Dogma 2 erschien im März 2024 und erreichte auf Metacritic eine Wertung von 87 (PC), die User-Bewertung lag jedoch deutlich niedriger wegen des Speichersystems und Performance-Problemen auf Konsolen.
- Capcoms interne Verkaufszahlen: Dragon’s Dogma 2 verkaufte bis Oktober 2024 über 3 Millionen Einheiten.
- Der DLC erscheint rund ein Jahr nach Release, typisch für Capcom: Monster Hunter World: Iceborne kam 14 Monate nach dem Hauptspiel.
Das große Aber: das Speichersystem
Doch die Freude hält sich in Grenzen. Der Grund ist das berüchtigte Single-Save-System des Spiels. Nur ein Speicherplatz, kein manuelles Speichern, stattdessen automatische Überschreibungen nach jedem Schritt.
- Wer einen Fehler macht, kann nicht einfach neu laden.
- Quest-Entscheidungen sind endgültig.
- Ein falscher Tritt in der Unterwelt, und die letzten Stunden sind futsch.
Kotaku beschreibt das System als „wacky“. Ich nenne es frustrierend. Und genau das bremst die Vorfreude auf den DLC.
Verkaufszahlen und Kontroversen
Capcom hatte auf die Kritik reagiert: Ein Patch im April 2024 brachte eine Option, Speicherstände zu sichern, aber das Grundprinzip blieb. Im August 2024 veröffentlichte das Unternehmen eine Umfrage, in der Spieler explizit nach manuellen Speichermöglichkeiten fragten. Bisher keine Änderung.
Die Kontroverse erinnert an Resident Evil 4 Remake, das mit einem ähnlich starren Speichersystem startete, später aber Updates erhielt. Dead Space Remake (2023) hatte ebenfalls Kritik wegen eines fehlenden manuellen Speichers bekommen, EA lenkte ein. Capcom hält dagegen: Itsuno argumentierte in Interviews, das System diene der Atmosphäre und dem Risiko-Gefühl. Für viele Spieler ist das jedoch kein Trost.
- Dragon’s Dogma 1 hatte übrigens ein weitaus freundlicheres System: mehrere Speicherplätze und manuelles Speichern.
- Der DLC könnte Capcom die Chance geben, das System zu überarbeiten, eine Stellungnahme dazu gab es bislang nicht.
Würde ich nochmal einsteigen?
Die Frage ist nicht, ob der DLC gut aussieht, sondern ob ich die mentale Energie habe, mich erneut auf das Speicher-Karussell einzulassen.
Dragon’s Dogma 2 ist ein fantastisches Spiel, wenn man mit den Eigenheiten klarkommt. Aber ein DLC bedeutet neue Quests, neue Fallen, neue Momente, in denen das Spiel speichert, während man „Nein“ sagen wollte.
Ich bin hin- und hergerissen. Der DLC kommt, ob ich ihn spiele, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht warte ich erstmal auf eine Ankündigung eines Patches.