Leak zeigt frische Lego-Pokemon-Modelle
Drei bisher ungesehene Lego-Sets mit Pokemon-Motiven sind im Netz aufgetaucht. Die durchgesickerten Fotos zeigen Figuren und Bausätze, die optisch eine Klasse für sich sind, deutlich detailreicher und farbenfroher als frühere Versionen.
Frühere offizielle Lego-Pokemon-Produkte (etwa aus der Lego Ideas-Reihe oder den Mega Construx-Alternativen) wirkten oft kantig und schlicht. Die neuen Lecks deuten auf einen Stilwechsel hin.
Was die geleakten Bilder verraten
- Die Modelle wirken wesentlich aufgeräumter, weniger sichtbare Noppen, glattere Oberflächen.
- Die Farbgebung ist satter und näher am Anime-Design der Pokemon-Spiele.
- Ein Set zeigt offenbar ein größeres Pokemon in Aktion, umgeben von kleineren Bauten.
Es gibt noch keine offizielle Bestätigung von Lego oder The Pokemon Company. Die Bilder stammen aus inoffiziellen Quellen, die Glaubwürdigkeit ist aber hoch.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Besonders auffällig: Die neuen Sets vermeiden die typischen „Bausteine-Klötze“ der Vergangenheit. Stattdessen setzen sie auf spezielle Formteile und Prints, die die Charaktere lebendiger machen.
Fans hatten sich schon lange ein Update gewünscht. Die alten Lego-Pokemon-Modelle (z. B. das Pikachu aus der Ideas-Serie) waren eher Sammlerstücke mit wenig Spielwert. Die neuen Lecks versprechen mehr Beweglichkeit und Detailtiefe.
Kein offizielles Release-Datum in Sicht
Ob und wann diese Sets in den Handel kommen, bleibt unklar. Leaks dieser Art tauchen oft Monate vor einer offiziellen Ankündigung auf. Sollten die Bilder echt sein, plant Lego offenbar eine komplette Neubesinnung bei Pokemon.
Der Trend zu hochwertigeren Lizenz-Sets ist kein Zufall: Auch Mario, Sonic und Animal Crossing bekamen in den letzten Jahren deutlich aufwendigere Lego-Umsetzungen. Pokemon zieht jetzt nach.
Hintergrund der Lego-Pokemon-Lizenz
Das einzige offizielle Lego-Pokemon-Set bisher war 21317 Pikachu aus der Lego-Ideas-Reihe (2016, 350 Teile, 39,99 Euro). Es basierte auf einem Fan-Entwurf und wurde nur in limitierter Stückzahl produziert. Für die breite Masse an Pokemon-Bausätzen war stattdessen Mega Construx (früher Mega Bloks) zuständig, das die Lizenz von 2014 bis 2021 hielt. Mega Construx brachte über 50 Sets heraus, darunter große Modelle wie Mega Charizard X (2018, 1.200 Teile). Kritikpunkte waren die groben Noppen und ungenaue Farbabstimmung. Die Lizenz lief 2021 aus; seitdem gab es nur vereinzelte Fan-Projekte. Branchengerüchte aus dem Jahr 2023 besagen, dass Lego eine neue, mehrjährige Partnerschaft mit The Pokemon Company abgeschlossen hat, die jetzigen Leaks wären die ersten konkreten Produkte dieser Kooperation.
Einordnung in den Lizenzmarkt
Lego hat in den letzten Jahren mehrere Nintendo-Lizenzen im Detailgrad stark angehoben. Lego Super Mario (2020) führte spezielle Formteile und interaktive Figuren mit Bildschirmen ein, über 50 Sets erschienen, darunter der Ludwig von Koopa-Festung (2022, 1.400 Teile). Lego Animal Crossing (2024) setzt auf Minifiguren und bedruckte Hauswände statt Aufkleber. Lego Sonic the Hedgehog (2023) nutzt ebenfalls nahtlose Kunststoffteile für die Igel- und Eggman-Figuren. Die geleakten Pokemon-Modelle folgen exakt dieser Linie: runde Körper ohne sichtbare Noppen, Pad-Print für Augen und Muster. Ein Preisvergleich: Die Super-Mario-Sets kosten zwischen 20 und 150 Euro; die Pokemon-Sets dürften sich in einer ähnlichen Spanne bewegen.
Marktzahlen und potenzielles Volumen
Pokemon ist mit einem kumulierten Umsatz von über 100 Milliarden US-Dollar (2022, Statista) die umsatzstärkste Medienmarke weltweit. Allein die Handelswaren (Spielzeug, Sammelkarten) machen jährlich rund 10 Milliarden Dollar aus. Lego erzielte 2023 einen Konzernumsatz von 65,9 Milliarden Dänischen Kronen (ca. 8,8 Milliarden Euro), wobei Lizenzprodukte ein Viertel des Sortiments abdecken. Zum Vergleich: Die Mega-Construx-Pokemon-Sets brachten es laut Schätzungen auf jährliche Verkäufe von etwa 200 Millionen Euro. Sollte Lego die Serie in der Breite auflegen (10–15 Sets pro Jahr), könnte das Segment schnell auf über 500 Millionen Euro pro Jahr wachsen, vor allem, wenn die Sets interaktive Elemente wie bei Super Mario integrieren. Erste Leaks zeigen jedoch keine elektronischen Bauteile, sondern reine Bau- und Spielfiguren.
Technische Umsetzung der neuen Modelle
Ein genauerer Blick auf die geleakten Fotos offenbart spezifische Bauweisen: Das größere Pokemon (mutmaßlich Glurak oder Dragoran) besitzt Flügel aus einem einzigen Formteil mit vorgeformten Konturen, in früheren Mega-Construx-Sets bestanden Flügel aus mehreren rechteckigen Blöcken. Die kleinen Begleit-Pokemon (z.B. Pikachu und Bisasam) haben abgerundete Köpfe aus einem Guss, die mit einem Stift auf einem Kugelgelenk sitzen. Dies ermöglicht Neigen und Drehen, ohne dass Teile verloren gehen. Die Farben wirken gesättigt und entsprechen den offiziellen Pantone-Referenzen aus den Spielen, ein deutlicher Sprung gegenüber den oft ausgewaschenen Tönen der Mega-Construx-Ära. Ob die Sets zusätzlich Aufkleber oder gedruckte Augen verwenden, ist auf den Bildern nicht eindeutig zu erkennen, die Fotos zeigen jedoch keinerlei Klebe-Elemente.