Wieder bei EA: Entlassungswelle bestätigt
EA hat eine weitere Runde von Entlassungen eingeleitet, um sich laut Bericht "besser an die sich ändernden Bedürfnisse der Fans anzupassen". Der Branchendienst Rock Paper Shotgun zitiert interne Quellen, die von Kürzungen in mehreren Abteilungen sprechen.
Betroffen sind vor allem Bereiche abseits der Spieleentwicklung. Die genaue Zahl der betroffenen Mitarbeiter ist bislang nicht bekannt.
Welche Abteilungen werden getroffen?
- Recruitment: Die Einstellungsabteilung wird verkleinert.
- IT: Interne IT-Strukturen werden gestrafft.
- Customer Support: Der Kundendienst muss Personal abgeben.
- Trust & Safety: Diese Abteilung, zuständig für die Moderation von Spielern und Streamern, wird ebenfalls abgebaut.
Besonders pikant: Die Trust & Safety-Abteilung soll eigentlich dafür sorgen, dass sich Spieler und Streamer in EA-Titeln wie Battlefield 6 oder The Sims fair verhalten. Dass ausgerechnet hier gespart wird, wirft Fragen auf.
Standorte und betroffene Mitarbeiter
Die Entlassungen betreffen sowohl Remote-Stellen in den USA als auch erfahrene Mitarbeiter am EA-Standort Hyderabad, Indien. Besonders langjährige Angestellte in Indien sollen ihre Positionen verlieren.
Es ist nicht das erste Mal, dass EA Personal abbaut. Bereits in den Jahren 2023 und 2024 gab es größere Kürzungen, damals mit ähnlicher Begründung.
Keine offiziellen Zahlen, aber ein klares Muster
Bislang hat EA keine offizielle Stellungnahme mit konkreten Kennzahlen veröffentlicht. Der Bericht spricht jedoch von „Kürzungen“ in den genannten Abteilungen.
Dass der Publisher immer wieder Personal in den Bereichen abbaut, die für Community-Pflege und Support zuständig sind, ist ein wiederkehrendes Muster. Ob die „wechselnden Bedürfnisse der Fans“ tatsächlich durch weniger Kundendienst zu erfüllen sind, bleibt abzuwarten.
EAs wiederholte Sparrunden seit 2023
Im März 2023 strich EA rund 800 Stellen, etwa 6 Prozent der damaligen Belegschaft. Im Februar 2024 folgte eine zweite Welle: 5 Prozent der Mitarbeiter, geschätzt 670 Personen, mussten gehen. Gleichzeitig schloss EA das Mobile-Spiel Apex Legends Mobile und den Entwickler Respawn Entertainment in Vancouver. Zusammengerechnet verlor der Konzern in zwei Jahren über 1.400 Arbeitsplätze. Die aktuelle Runde fügt sich nahtlos in diese Serie ein.
Die Begründung lautete stets „Fokussierung auf Kernmarken“. EA-CEO Andrew Wilson sprach 2023 von einer „Effizienz-Offensive“. Konkrete Zahlen zu den aktuellen Kürzungen fehlen zwar, doch interne Quellen nennen vor allem indirekte Bereiche als Ziel.
Trust & Safety: Einsparungen trotz wachsender Community
Die Trust & Safety-Abteilung moderiert Chat-Nachrichten, Spieler-Reports und Streamer-Verhalten in EAs Online-Titeln. In Battlefield 2042 und FIFA/EA Sports FC ist die Toxizität ein bekanntes Problem. EA setzt zunehmend auf KI-gestützte Moderation, der Dienst EA Toxicity Detection wurde 2022 eingeführt. Ein Personalabbau in diesem Bereich deutet darauf hin, dass die automatisierten Systeme die menschliche Arbeit ersetzen sollen.
Activision ging ähnlich vor: 2023 führte man in Call of Duty einen KI-Moderationstool ein und entließ parallel Community-Manager. Ob die KI tatsächlich ausreicht, ist fraglich, in der Vergangenheit führten solche Kürzungen zu härteren Durchgreifen gegen legitime Spieler.
Branchenweite Entlassungen setzen sich fort
EA ist kein Einzelfall. 2023 entließen Microsoft 1.900 Mitarbeiter, Sony streich 900, Ubisoft mehrere hundert. Epic Games reduzierte die Belegschaft um 830 Stellen. 2024 legte Take-Two Interactive mit 5 Prozent (etwa 600 Stellen) nach. Auch Anfang 2025 gibt es Berichte über Kürzungen bei kleineren Studios.
Der Trend trifft besonders Support und Community-Management, Bereiche, die schwer zu monetarisieren sind. Analysten der Firma Newzoo sehen einen strukturellen Wandel: Publisher investieren lieber in Entwicklung und Marketing als in „Aftermarket“-Dienste. Die Frage ist, ob das langfristig die Spielerbindung schwächt.
Battlefield und The Sims: Hoher Druck auf die Zugpferde
Die aktuellen Entlassungen fallen in eine kritische Phase für EAs wichtigste Marken. Battlefield 6 (Codename, offiziell noch nicht betitelt) wird von den Studios DICE, Criterion und Ripple Effect entwickelt. Der Vorgänger Battlefield 2042 (2021) verfehlte die Verkaufsziele deutlich, nach dem Release fiel der Aktienkurs um 10 Prozent. EA verspricht für den nächsten Teil eine „Rückkehr zu den Wurzeln“ mit größeren Karten und klassischen Klassen.
The Sims 4 (2014) generiert durch Erweiterungen weiterhin Einnahmen, doch die Verkaufszahlen der letzten Pakete sanken. Ein neuer Teil (Project Rene) ist in Entwicklung. Kundendienst und Moderation sind für diese Spiele essenziell, The Sims hat eine starke Modding-Community, die oft auf Support angewiesen ist. Der Abbau könnte hier direkt auf die Spielerfahrung durchschlagen.